Obwohl der Konsum von Cannabis in Deutschland legalisiert wurden, ist es in der Öffentlichkeit an vielen Stellen nicht gestattet. Auch in vielen Gastronomiebetrieben gilt über das Hausrecht: kein Konsum. Foto: 24K-Production – Stock.Adobe.com Fotomontage: Hierholzer

Viele Gastronomen verbieten den Cannabis-Konsum. Einige weiten das Verbot auch auf den Außenbereich aus. Das sind ihre Argumente.

Egal ob man von Cannabis, Marihuana, Haschisch oder Weed spricht: Der Konsum von Cannabis ist in Deutschland ein heiß diskutiertes Thema, besonders in der Gastronomiebranche. Viele Bar- und Restaurantbetreiber sehen sich dazu aufgefordert, klare Richtlinien für den Umgang mit der Droge in ihren Einrichtungen festzulegen. Während es Betreiber gibt, die neutral oder offen gegenüber dem Konsum sind, setzen andere auf Verbote. Doch wie ist es in Donaueschingen?

 

„In meinem Bereich ist das nicht erlaubt.“ Bernhard Zipfel, Wirt im Kulturbahnhof, über das Kiffen / Hannah Schedler

Der Kulturbahnhof Das Kiffen ist eigentlich kein Thema, sagt Bernhard Zipfel, der den Kulturbahnhof betreibt. Denn an Bahnhöfen dürfe man sowieso kein Cannabis konsumieren. Deshalb sei es bei ihm im Kulturbahnhof ebenfalls nicht erlaubt. „Kiffen ist kein Ding der Öffentlichkeit“, betont Zipfel. Im Innenraum sei das Rauchen generell nicht erlaubt. Schließlich seien auch öfters mal Jugendliche oder junge Erwachsene im Kulturbahnhof. Diese müsse man auch schützen. „In meinem Bereich ist das nicht erlaubt“, stellt Zipfel klar. Auch wenn das Thema heikel sei, treffe die Regelung auf Akzeptanz. Seine Gäste hätten Verständnis und verhielten sich entsprechend.

„Durch das Passivrauchen schadet man dem Umfeld." Julian Hischmann, Barkeeper Vivid-Pop-Up-Bar. Foto: Hannah Schedler

Die Vivid Pop-Up-Bar Auch bei der Vivid-Pop-Up-Bar ist der Konsum von Cannabis nicht gestattet. Im Unterschied zum Alkohol gebe es das Problem des Passivrauchens bei Cannabis, erklärt Barkeeper Julian Hischmann. „Durch das Passivrauchen schadet man dem Umfeld.“ Deshalb ist der Konsum von Cannabis in seiner Pop-Up-Bar und bei der Afterwork-Veranstaltung in der Orangerie untersagt. „Für Kritik ist das Thema noch zu jung“, meint Hischmann. Er hatte schon mal die Situation, dass ein Gast bei ihm gekifft hat. Aber dieser habe sich nach einem Hinweis auf das Verbot einsichtig gezeigt. Hischmann sagt, er sei neutral gegenüber dem Thema Cannabis, er habe nichts dagegen. „Aber eben nicht vor der Bar”, erklärt er.

„Ich bin kein Fan davon, Punkt.” Tevfik Ceylan, Inhaber der Bar Black Pearl, über den Cannabis-Konsum. Foto: Hannah Schedler

Black Pearl Bar Tevfik Ceylan, Inhaber der Bar Black Pearl, hat eine klare Haltung zu Cannabis: „Ich bin kein Fan davon, Punkt.“ Seine Gaststätte ist eine Raucherbar, aber nicht für das Rauchen von Cannabis. „Meine Mitarbeiter würden auch nicht unter der Bedingung arbeiten können, wenn dort Cannabis konsumiert würde“, erklärt Ceylan. Seine Mitarbeiter stünden voll und ganz hinter dieser Regelung. Cannabis-Passivrauchen sei eben auch für die Leute ungut, fügt er hinzu. Ceylan ist deshalb strikt: „Ich halte von Cannabis nichts“, unterstreicht er seine Position. Die sieht er auch vom Publikum bestätigt. 360 Menschen gefalle ein entsprechender Post auf Instagram, in welchem er erklärt, dass die Black Pearl ihr Hausrecht nutze. Die klare Linie komme also auch gut an, berichtet er. Der Wirt macht deutlich, dass er Verstöße gegen das Verbot mit Konsequenzen ahnde. „Bei Verstoß ist Feierabend“, sagt er entschieden. Gäste, die gegen das Cannabisverbot verstoßen, müssen das Lokal verlassen.

„Ich bin komplett dagegen", sagt Zbiginiew Piotrowski, Geschäftsführer der Diskothek Delta. Foto: Hannah Schedler

Delta Im Delta herrscht ebenfalls eine Null-Toleranz-Politik. Solche Drogen hätten in der Diskothek nichts zu suchen, sagt Inhaber Zbiginiew Piotrowski. Zwar gebe es an manchen Tagen eine Raucher-Bar und einen Biergarten, doch auch hier habe Cannabis nichts zu suchen. Der Delta-Chef zieht eine klare Linie: „Mein Aufkleber am Eingang sagt alles dazu.“ Auf dem Sticker steht: „Klare Hauspolitik: Kein Konsum“. Auch das Mitführen von Cannabis führe zum Verweis aus dem Delta. Beim Thema Drogen ist er sehr kurz angebunden: „Ich bin komplett dagegen.“

„An der frischen Luft finde ich es aber gut, den Leuten diese Freiheit zu geben." Matthias Binder, Betreiber des Irish Pub. Foto: Hannah Schedler

Irish Pub Matthias Binder, Betreiber des Irish Pubs, äußert sich so zur Legalisierung von Cannabis: „Ich finde die Legalisierung an sich einen richtigen Schritt, aber es gibt in vielen Teilen einfach noch zu viele Unklarheiten.“ Zu den Regelungen in seinem Pub erklärt er: „Im Innenbereich bei uns im Irish Pub ist, obwohl wir eine Raucherkneipe sind, das Kiffen nicht erlaubt. Im Außenbereich dagegen gestatten wir den Konsum.“

Rückmeldungen würden seine Haltung bestätigten. Die, die er bisher bekommen habe, seien positiv – da sei es egal, ob sie von Personen kommen, die selbst Cannabis konsumieren oder nicht. Die gesellschaftliche Akzeptanz sei natürlich noch nicht so gegeben wie für das Feierabendbier. Nicht jeder, der gelegentlich kiffe, wolle das auch in der Öffentlichkeit tun. Daher sei die Nachfrage, drinnen konsumieren zu dürfen, sehr gering, und somit auch die Auswirkungen für die Gastronomie minimal. „An der frischen Luft finde ich es aber gut, den Leuten diese Freiheit zu geben. Miteinander reden kann man ja immer“, fügt er hinzu.

So ist die Rechtsgrundlage

Das Gesetz
Seit dem 1. April 2024 ist in Deutschland der Konsum von Cannabis für Erwachsene legalisiert. Das neue Cannabisgesetz (CanG) erlaubt den privaten Eigenanbau und den gemeinschaftlichen, nicht-gewerblichen Anbau von Cannabis durch Erwachsene. Der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis ist ebenfalls gestattet. Der Handel bleibt jedoch weiterhin illegal, und der Konsum ist in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen verboten. Zudem plant die Bundesregierung regionale Modellprojekte zur kommerziellen Abgabe von Cannabis. Diese Projekte sollen wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden, um die Auswirkungen der Legalisierung zu überwachen und zu steuern. Die Legalisierung zielt darauf ab, den Schwarzmarkt zu bekämpfen und den Konsum sicherer zu machen, indem die Qualität des Cannabis kontrolliert wird.