Der aktuell letzte gastronomische Betrieb auf der Sonneninsel schließt bald. Wirtin Leval Ünsal berichtet über die Gründe, warum sie ihr Lokal aufgibt.
Frische Blumen auf jedem Tisch, Osterdeko im Raum – anheimelnde Atmosphäre empfängt den Gast im „Dobel’s Stüble“ an der Hauptstraße. In zwei Monaten ist das vorbei.
Schließung Ende Mai
Ende Mai wird Leval Ünsal ihr „Dobel’s Stüble“ schließen und damit den aktuell letzten gastronomischen Betrieb auf der Sonneninsel, in dem Wanderer, Biker oder andere Ausflügler, aber auch Dobler selbst spontan einkehren konnten. An fünf Tagen ist derzeit noch von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dies nach einer längeren Winterpause.
Vier Jahre „Dobel’s Stüble“
Vier Jahre war die umtriebige Ünsal mit ihrem Team Pächterin, übernahm im Juni 2021, also mitten in Corona, den damals leerstehenden „Ratskeller“. Hatte sie ursprünglich Speisen über einen Bistrowagen am Kurhausparkplatz anbieten wollen, entwickelte sich auf Anregung von Bürgermeister Christoph Schaack der Einzug ins „Dobel’s Stüble“ samt dreijährigem Pachtvertrag, der 2024 noch einmal um ein Jahr verlängert wurde.
Keine persönlichen Gründe
Privat sei sie nach wie vor hoch motiviert, mit der Gastronomie weiterzumachen, betont Leval. Sie sei bereits auf der Suche nach einem neuen gastronomischen Domizil. Und persönlich habe sie sich in Dobel auch stets wohl und gut aufgenommen gefühlt. Zwischenzeitlich hätte sie sich mit ihrer Familie sogar überlegt, nach Dobel zu ziehen.
Dass die Hauseigentümerin die Immobilie schon länger zum Kauf ausgeschrieben habe, auch das habe keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt.
Es rechnet sich nicht mehr
Was war es dann, was die Gastronomin den Schritt machen lässt? Es seien ganz klar wirtschaftliche Gründe, sagt sie. „Es geht ums Geschäft. Es rechnet sich nicht mehr. Gäste kommen über Monate zu wenige“, muss die Gastronomin auch Geschäftsfrau sein. Das habe nicht zuletzt mit dem Klimawandel zu tun: „Der Schneemangel im Winter bringt viel weniger Gäste, als wir bräuchten.“ Daher reduzierte ihr Betrieb teilweise wiederum die Öffnungszeiten, hatte längere Schließungsphasen. Die Fixkosten blieben. Alles nicht ideal.
Zwei richtig gute erste Jahre hätten sie gehabt, erzählt Leval, gerade in der Coronazeit. Da seien jede Menge Leute auch im Winter gekommen. Und im Sommer die Wanderer und Biker: „Aber nach etwa Ende September, wenn weniger Leute den Westweg gehen und die Zahl der Motorradfahrer abnimmt, kam es seit 2023 zu immer längeren Durststrecken.“ Erst im Frühjahr, etwa um Ostern, ändere sich das wieder. Allerdings kämen erschwerend Straßensperrungen hinzu wie jene von Gernsbach nach Loffenau, die die Motorradströme teilweise umleiteten. Mit der Vermieterin, mit der sie grundsätzlich ein gutes Verhältnis habe, habe sie um eine reduzierte Pacht verhandelt, aber keinen Erfolg gehabt.
Bedauern für Gäste
Bedauern hat Ünsal für ihre Stammgäste, wie etwa vom ASB-Seniorenzentrum. Oder Rehabilitanden der SRH-Waldklinik, die gern mit ihrem Besuch bei ihr einkehren. Die ältere Dame, die allein lebt und fast jeden – geöffneten – Tag über Mittag kommt. Immerhin hatte Leval auch einiges ins Inventar investiert, um vollwertige warme Gerichte anbieten zu können.
Mit nimmt sie „viel Positives“ aus der Gemeinde Dobel. Und hofft – nicht zuletzt für die Dobler selbst – dass sich baldmöglich Nachfolger finden. Bisher gibt es niemanden.