Die Nahewärmeleitungen am Hebelpark konnten im vergangenen Jahr in Betrieb genommen werden. Im April 2024 sah die Straße noch so aus. Foto: Alexandra Günzschel

Die Wärmeversorgungsprojekte der Jahre 2024 bis 2025 zeigen, was möglich und was noch zu tun ist.

Sechs bestehende Wärmeverbundnetze gibt es bereits in der Stadt. In diesem Jahr haben die Bauarbeiten in Stetten begonnen, schildertefür das Lörracher Stadtgebiet Michael Junghardt von der Stadtenergie im Hauptausschuss. Weitere Wärmeverbundnetze entlang der Hartmattenstraße und im Brombacher Neubaugebiet „Bühl III“ sollen ab 2027 folgen.

 

Zu den im vergangenen Jahr gewonnen Neukunden gehören beispielsweise die Christuskirche, die Fridolinschule, die Hebelschule mit einem Hausanschluss sowie die Erich-Kästner-Schule und das alte Landratsamtsgebäude an der Palmstraße. Weitere 3,9 Millionen Euro will die Stadtenergie im laufenden Jahr in die Wärmeversorgung in Lörrach investieren.

Junghardt wies auf ein Wachstum der Wärmelieferungen um 28 Prozent seit dem Jahr 2021 durch die Stadtenergie Lörrach hin. Für die Erreichung der Klimaziele bis 2040 will sich der Anbieter auch weiterhin einsetzen.

Eine „Mammutaufgabe“

Allerdings erklärte der Referent, dass dies einer Verachtfachung des bisher Geleisteten gleichkomme, bis zum Zwischenziel im Jahr 2030 immerhin einer Vervierfachung – eine „Mammutaufgabe“ in Anbetracht limitierter personeller Ressourcen, Lieferengpässen und Verkehrseinschränkungen. Am Geld liege es nicht, wie betont wurde. Die Stadtenergie spricht sich für eine ehrliche Zielsetzungen und Priorisierungen aus. Sowohl Fritz Böhler (Grüne) als auch Birger Bär betonten die Bedeutung eines Versorgungsatlasses, der den Einwohnern, die in absehbarer Zeit über zukünftige Heizkonzepte entscheiden müssen, Planungssicherheit gibt. Günter Schlecht (SPD) kritisierte, dass viele Stadt- und Ortsteile nicht angeschlossen würden. Und Matthias Lindemer (FW) wunderte sich über die im Vergleich zu 2021 gestiegene Erdgasmenge im Energiemix.

Ein Versorgungsatlas

Der scheidende Geschäftsführer Michael Pilgermayer kündigte für das kommende Jahr einen Versorgungsatlas im Internet an. Zum Thema Geothermie verwies er auf noch laufende Untersuchungen der Badenova. Perspektivisch hielt er noch weitere Verbundnetze für machbar, beispielsweise auf dem Salzert.

Zum Energieträger Heizöl erklärte Pilgermayer, dass dieser mit einem Anteil von nur einem Prozent an der gesamten Wärmebereitstellung der Stadtenergie Lörrach bis auf Weiteres keinen Handlungsbedarf darstelle, da er nur als bevorratbarer Reservebrennstoff eingesetzt werde, also nur bei anderweitigen, technischen Ausfällen.

Biomethan dagegen spielte nur im vergangenen Jahr kaum eine Rolle: Durch den Ukraine-Krieg seien die Preise für diesen Energieträger durch die Decke gegangen. „Aus wirtschaftlichen Gründen mussten wir reagieren“, erklärte Junghardt.