Die Stadt will die nachhaltige Mobilität und eine zukunftsorientierte Verkehrsplanung vorantreiben. Die Zentralklinikum-Anbindung und auch die misslungene Suche nach einem Verkehrsplaner zeigen aber auch auf, welche Hürden es gibt.
Verbesserungen bei der Radverkehrsinfrastruktur auf der einen Seite, ein Shuttle-Bus statt ein S-Bahn-Halt am neuen Zentralklinikum auf der anderen Seite: Das Themenfeld Verkehr und Mobilität bietet für die Stadt Lörrach Licht und Schatten. Angesichts begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen konzentriert die Verwaltung ihre Kräfte für 2025. Auf der To-do-Liste gesetzt ist laut Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic eine gute Velo-Anbindung des neuen Zentralklinikums; dass es mit dem S-Bahn-Halt dort erst in einigen Jahren etwas wird, sei „sehr unbefriedigend“.
Die Klinikum-Anbindung
Hier setzt sie noch darauf, dass das für einen Haltepunkt Zentralklinikum notwendige zweite Gleis doch etwas früher kommt, damit die städtische Busverbindung vom Bahnhof Brombach/Hauingen eine kürzere Zwischenlösung wird. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Landkreis und Gemeinden in passender Lautstärke diesen Wunsch nochmals zu artikulieren, betont die Stadtspitze.
Oberbürgermeister Jörg Lutz spricht sich zudem dafür aus, dass auch ein Shuttle von Steinen eingerichtet werden sollte – „das ist kein Hexenwerk“. Vertraglich habe sich die Stadt Lörrach lediglich dazu verpflichtet, das Zentralklinikum regelmäßig anzubinden. Juristisch gewappnet weiß Lutz, dass keine exakte Bedienqualität in den Vertrag eingeflossen ist. Der Landkreis verantworte außerdem den regionalen Busverkehr, der Möglichkeiten für die weitere Anbindung biete. Falsch wäre laut Lutz, wenn der S-Bahn-Haltepunkt Schwarzwaldstraße für den Halt Zentralklinikum entfalle. „Das macht keinen Sinn.“
Anderes Stadtbusnetz
Fortschritte soll in der Stadt Lörrach grundsätzlich der öffentliche Personennahverkehr machen. Das Stadtbusgutachten befindet sich kurz vor der Ziellinie, weiß Neuhöfer-Avdic. Das Stadtbusnetz wird analysiert, auch eine detaillierte Überprüfung der Linienführung in der Innenstadt sowie Workshops sind enthalten. Schrittweise soll so ein Gesamtmobilitätskonzept entwickelt werden.
Los ging es schon Mitte 2023. Seitdem wurde es weiter ausgearbeitet und auch mit der Politik und den Bürgern diskutiert. Die sogenannte Variante 2 wurde beschlossen, ausgearbeitet werde sie vor der endgültigen Umsetzung im ersten Quartal 2025 nochmals in den politischen Gremien diskutiert, hieß es im Rahmen des Jahresmediengesprächs. Zur Erinnerung: Die Variante 2 soll unter anderem die Vorteile bieten, dass die Ausbildung der Linie 6 zu einer stringenten und tramähnlich geführten Hauptachse wird, eine optimale Anbindung von Bühl III und Zentralklinikum erfolgt und kein irritierender Linienwechsel in der Innenstadt vorliegt.
Richtung für die Räder
Die Förderung des Radverkehrs genießt ebenso Priorität. Bisher sei der Radverkehrsanteil seit 2019 um zehn Prozent gesteigert worden, Zielmarke sind 30 Prozent. „Die Richtung stimmt“, betont die Bürgermeisterin die Fortschritte. Und hierzu zählen auch einige im Jahr 2024 umgesetzte Maßnahmen wie der Neu- und Ausbau des Fahrradnetzes, neue Fahrradabstellanlagen sowie Asphaltsanierungen und Markierungen.
In den nächsten Jahren soll bis 2030 die Sanierung und Verbreiterung weiterer Fahrbahnabschnitte auf der Pendlerroute West erfolgen, auch die Schaffung weiterer Radabstellanlagen, der Bau der Fahrradstraßen auf der Hartmatten- und der Bergstraße sowie die Herstellung der Anbindung des Zentralklinikums für den Fuß- und Radverkehr. Auch der Bereich Schulmobilität erfolge durch die Zusammenarbeit mit dem Jugendrat für den Bereich Baumgartenstraße sowie eine Aktualisierung von Schulwegeplänen. Weil das Geld knapp ist, wird hier und bei anderen Projekten auf Fördertöpfe geblickt. „Die Stadt ist zuversichtlich, weiterhin spürbare Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr hinzubekommen, auch mit weniger Haushaltsmitteln“, hieß es beim Jahresmediengespräch.