Ein offensichtlich räudiger Fuchs ist jetzt durch einen Garten in Stetten gelaufen. Tierbesitzer sollten nun Vorsichtsmaßnahmen beachten.
Axel Wolf weiß um die Gefahren, die von räudigen Füchsen ausgehen. Als der Jäger über Ostern bei seiner Tochter einen gerupft aussehenden Fuchs im Garten sah, war für ihn sofort klar: „Wir lassen unseren Hund nicht mehr in den Garten.“ Und er hat genau richtig gehandelt, wie eine Anfrage unserer Zeitung beim Veterinäramt des Landkreises Lörrach zeigt. Haustiere sollen den direkten Kontakt zu Füchsen und deren Bauten meiden, so die Experten – und auch Menschen müssen Obacht geben.
Die Scarpotesräude sei hoch ansteckend. Eine Milbenübertragung erfolge durch direkten Körperkontakt von Tier zu Tier, von Tier zu Mensch oder indirekt über milbenkontaminierte Umgebung. „Hunde, die mit Füchsen Kontakt hatten oder in Fuchsbauten eindringen, können sich leicht anstecken“, schildern die Experten. Klinisch manifeste Krätze-Fälle beim Menschen seien nach Kontakt mit Scarpotes befallenen Tieren keine Seltenheit.
Wichtig für Tierbesitzer
Für Hunde und Katzen gebe es verschiedene, gut wirksame Antiparasitika, zum Beispiel in Form von Tabletten oder Flüssigkeiten zum Auftragen auf die Haut zur Milbenprophylaxe. „Vor allem Hunde, welche viel im Wald unterwegs sind, sollten mit solchen Präparaten geschützt werden“, unterstreicht das Veterinäramt des Landkreises Lörrach. Die Sarcoptesräude ist eine sogenannte Zoonose, das heißt, die Milben können auch Menschen befallen. Doch die Erkrankung sei sowohl bei den Haustieren als auch beim Menschen behandelbar.
Welche Fälle in Lörrach und Umgebung zuletzt aufgetreten sind und ob sich die Menschen im Dreiländereck momentan besonders sorgen müssen, kann das Landratsamt nicht sagen. Denn: Da es sich bei der Fuchsräude weder um eine melde- noch um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, liegen dem Veterinäramt keine fundierten Daten zur Anzahl der Fälle dieser Krankheit vor, heißt es gegenüber unserer Zeitung.
Sarcoptes-Milben seien in Fuchspopulationen aber weit verbreitet. Im Jahr 2024 sind zirka zehn an Räude erkrankte Füchse aus dem Landkreis Lörrach mittels pathologischer Untersuchung festgestellt worden.
Tier wird getötet
Meldet ein Bürger einen offensichtlich erkrankten Fuchs, werde der jeweilige Jagdpächter verständigt. Dieser tötet das kranke Tier. Die Untersuchung des Tieres werde vom Veterinäramt veranlasst, schildert die Behörde den weiteren Werdegang. Die Untersuchung wird im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Freiburg vorgenommen. Die getöteten Füchse, welche Fell- und Hautveränderungen aufweisen, werden pathologisch untersucht. Dabei lässt sich ein Sarcoptesmilbenbefall eindeutig feststellen, schildert das Landratsamt weiter. Bei Hunden und Katzen lasse sich die Erkrankung mittels Blutuntersuchung und/oder der Untersuchung eines tiefen Hautgeschabsels der betroffenen Areale beim Tierarzt feststellen.
Und welche Vorkehrungen können durch das Landratsamt getroffen werden? Neben der Untersuchung kranker Tiere werde Aufklärungsarbeit geleistet, zum Beispiel werden Jäger bei Jagdversammlungen dahingehend sensibilisiert, dass sie Füchse, die sie bei der Jagd erlegt haben oder die sie tot auffinden und die krank aussehen, zur Untersuchung bringen, heißt es auf Nachfrage. Denn den Jägern obliege es, erkrankte Tiere zu töten und dem Veterinäramt zu bringen.
Für Axel Wolf als Jäger war bei der Ansicht schnell klar, dass der Fuchs erkrankt ist. Am Schwanz befanden sich kaum Haare, die besondere Milbe sorge zudem für eine Entkräftung des Tieres. Und: Zur Mittagszeit würden sich Füchse nicht im Garten blicken lassen, auch wenn es sich bei den Tieren um Kulturfolger handele.