Der Geschäftsführer Timo Sadovnik unterstreicht den kulturellen Auftrag des Burghofs. Die finanzielle Konsolidierung soll zugleich weiter erfolgen. Es gibt aber Grenzen.
Bei der städtischen Tochtergesellschaft Burghof Lörrach ist Sparen angesagt. Damit muss Geschäftsführer Timo Sadovnik täglich umgehen, gleichzeitig den schon vor über 30 Jahren definierten kulturpolitischen Auftrag weiterhin mit Leben füllen.
Und es geht auch um das Bauwerk an sich, das die Stadt prägen soll. Diese Infrastruktur müsse weiterbetrieben werden. „Eine reine privatwirtschaftliche Nutzung des Gebäudes ist ausgeschlossen“, verweist Sadovnik bei einem „Kulturfrühstück“ auf die ausgefeilte Technik und Infrastruktur.
Der Burghof-Chef erinnert an die zentralen Säulen des kulturpolitischen Auftrags: die Bespielung mit einem Mehrspartenprogramm, die Vermietung des Burghofs und die Umsetzung des „Stimmen“-Festivals. Sadovnik erkennt viel weiteres Potenzial für dieses Festival bieten.
Gleichzeitig bremst der Faktor Finanzausstattung. Gelitten hatte aus diesen Erwägungen die Dreiländerthematik und die Realisierung der Rosenfels-Konzerte, die aus Finanznot für dieses Jahr gestrichen wurde. Die Konsolidierungsbemühungen laufen.
Faktor Geld spielt eine große Rolle
„Es gibt große Herausforderungen und Marktverwerfungen“, die Pandemie wirkt laut Sadovnik noch nach. Als „große Herausforderung“ benennt er auch die Inflation.
Positiv hebt der Burghof-Chef die rund fünf Millionen Euro Umsatz hervor, die ebenso ein Faktor in der Wertschöpfung sei. Auch das Gebäude zähle dazu, wo Reinigungsunternehmen ebenso im Einsatz sind wie Handwerker. Veranstaltungen würden nachhaltige wirtschaftliche Effekte für Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie liefern.
Gleichzeitig ist ihm klar: „Die Konsolidierung muss auf verschiedenen Ebenen stattfinden.“ Doch dies erfolge seit seinem Start vor drei Jahren. „Der Burghof hat Schritte zur Konsolidierung gemacht“, sagt OB Jörg Lutz beim „Kulturfrühstück“.
Aktuell richtet sich laut Sadovnik der Fokus auf das Stimmen-Festival. Und dieses habe nach 20 000 Besuchern im Jahr 2024 in diesem Jahr 17 000 Besucher verzeichnet. Der Burghof zog eine positive Bilanz: Mit zehn Konzerten, für die Eintritt verlangt wurde, und insgesamt 16 Veranstaltungen war das Festival dieses Jahr deutlich kompakter als in den Vorjahren.
Die Resonanz und das Image zählen
Die Burghof-Gesellschaft zieht 60 000 bis 80 000 Besucher in die Stadt, ergänzt der Geschäftsführer. Es gebe zirka 140 eigene Veranstaltungen und zusätzlich mehr als 60 bis 70 Gastveranstaltungen. An den 325 Tagen liege die Auslastung bei 89 Prozent – die Spannweite reiche von regionalen Produktionen bis hin zu international renommierten Künstlern.
Der OB betont, dass es lange dauere, sich einen derart guten Ruf aufzubauen, wie der Burghof ihn habe. „Der Burghof ist der Leuchtturm“, dieser weise Strahlkraft auf. „Wir können auch nicht alles kaputtsparen.“ Kultur sei erforderlich und kein Luxusgut. Sadovnik ergänzt, dass die Konsolidierung nicht nur im Kulturbereich erfolgen könne.
Bestätigt sieht sich Sadovnik auch darin, wie stark es den Menschen aufgestoßen ist, als die Rosenfelspark-Konzerte nicht stattgefunden haben. „Das bestätigt uns darin, dass wir nicht zum alten Eisen gehören, sondern eine wichtige gesellschaftliches Angebot liefern.“
Hervorgehoben wird zudem die identitätsstiftende Kulturinstitution im Herzen der Stadt sowie die positive Wirkung auf die Innenstadtbelebung, Aufenthaltsqualität und Stadtgesellschaft. Die Stärkung des Images von Lörrach ist den Verantwortlichen ebenso wichtig.
Die Teilhabe
Der Punkt
gesellschaftlicher Zusammenhalt und Teilhabe wird ebenso als Mehrwert der Einrichtung angeführt. Dazu zählen die vielfältigen, inklusiven Angebote für die Stadtgesellschaft und die Förderung interkultureller Begegnung und Integration. Erwähnung findet außerdem, dass kulturelle Bildungsangebote verschiedene Altersgruppen ansprechen und ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung durch Kunst- und Kulturvermittlung geleistet werde.