Die Städtische Wohnbau kann sich unterschiedliche Mieter vorstellen.
Für das ursprünglich im Jahr 1666 erbaute und 1738 erweiterte spätgotische Stettener Schlösschen wird ein Nachmieter gesucht. Bisher befinden sich in dem markanten Denkmal Büroräume. Die Wohnbau zeigt Interessierten Möglichkeiten als Büro-/Praxisräume oder auch Atelier auf. „Schön wäre, wenn die Nutzung zum Gebäude passt“, erklärt Ralf Mohring von der Städtischen Wohnbau, die für die Kommune das Gebäude verwaltet.
250 000 Euro investiert
Die Stadt Lörrach hat jetzt insgesamt zirka 250 000 Euro in das „Stettemer Schlössli“ investiert. Eine Risssanierung am Turm des vormals von Adam von Adelsheim errichteten Gebäudes erfolgte ebenso wie ein neuer Fassadenanstrich. Auch die Fensterläden wurden erneuert. Die Arbeiten erfolgten laut Mohring in Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde.
Mit früherer Farbgebung
In diesem Zuge gab es auch eine andere Farbgebung – womit sich das Erscheinungsbild des historischen Gebäudes verändert hat. „Wir haben hier zusammen mit Meike Neumann vom Denkmalschutz der Stadt Lörrach recherchiert und anhand von altem Bildmaterial und einem Kupferstich die ursprüngliche Farbgebung wieder aufgenommen.“ Zuvor waren die Fensterläden in einer gelb-schwarz-gestreiften Anmutung, nun gibt es einen einfarbigen Sandton. Die Fassade ist zugleich leicht dunkler als zuvor. Die Sandsteineinfassungen der Fenster blieben wie bisher.
Auf der Zielgeraden
Die Sanierung erfolgte ab April und befindet sich aktuell auf der Zielgeraden. Nur im Sockelbereich und am Briefkasten sind laut Mohring noch Restarbeiten zu erledigen. Die Planung und Umsetzung erfolgte durch das Architekturbüro, Held Architektur in Lörrach. Deutlich umfassender waren im Vergleich dazu die Renovierungsarbeiten in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre ausgefallen, die 1999 abgeschlossen waren – Kostenpunkt damals: fast eine halbe Million Mark.
Einige Nutzungen
Die Zeit, dass das Säckinger Damenstift das Bauwerk als Verwaltungssitz nutzte, ist lange Geschichte. Im einzigen Profanbau der Stadt aus dem 17. Jahrhundert gab es in den vergangenen Jahren vielmehr zeitweise ein Tattoo-Studio, über viele Jahre eine Werbeagentur und auch eine IT-Firma als Mieter. Und bei einer gewerblichen Nutzung soll und muss es auch bleiben. Denn auf den drei Stockwerken mit einer Fläche von etwa 141 Quadratmetern befinden sich Toiletten, aber kein Bad. „Eine Wohnnutzung ist damit ausgeschlossen“, weiß Mohring. Baurechtlich gelten die Denkmalschutzauflagen, womit größere Umbauten außen oder innen nicht möglich sind. Veränderungen sind mit der Denkmalbehörde abzustimmen.
Wie geht es weiter?
Trotz dieser gewissen Einschränkungen für mögliche Mieter rechnet der Wohnbau-Verantwortlich damit, dass die aktuell ausgeschriebene Vermietung auch erfolgreich abgeschlossen wird. So zeige sich trotz vermehrtem Homeoffice, dass die Nachfrage nach Büroflächen besteht. „Bisher hatten wir keine Probleme“, schildert Mohring aus den jüngsten Erfahrungen der Städtischen Wohnbau. Gleichzeitig ist ihm auch klar: „Es muss der richtige Interessent zum richtigen Zeitpunkt aufschlagen.“ Doch er mache sich keine Sorgen, dass es zu einem längeren Leerstand kommen könnte.
Entstehung
Das ursprünglich
gotische Schlösschen wurde infolge des Dreißigjährigen Kriegs fast vollständig zerstört. Es wurde vom Säckinger Damenstift als Dinghof im Ortskern errichtet, welcher sich sternförmig um die Anlage und Kirche bildete. Von dem ehemaligen Dinghof blieb durch die Kriegswirren ausschließlich das Kellergeschoss und der untere Teil des damals runden Turms übrig. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert im Renaissance-Stil wieder erbaut. Der Übergang der beiden Baustile ist durch entsprechende Mauerabsätze erkennbar.
Das hohe
Herrenhaus mit Satteldach zeichnet sich durch unsymmetrische Fensteranordnungen und außen befindlichen Treppenturm mit sechseckigem Grundriss sowie einem Pyramidendach als Abschluss zur Ostseite aus. Die Eingangstüren und der Rundbogen sind mit Bossenquadern ausgelegt. Das Haus mit knapp 70 Zentimeter dicken Grundmauern ist elf Meter lang und 6,70 Meter breit. Die Kantenlänge des hexagonalen Treppenturms beträgt rund 1,80 Meter.