Beim ersten Willkommensfest für Neubürger im Nellie Nashorn wurde eine Plattform für den offenen Austausch geboten.
Jedes Jahr zögen rund 460 Menschen, darunter 160 bis 170 Nicht-Deutsche, nach Lörrach. Das entspreche rund einem Prozent der Bevölkerung, sagte Lutz. Die Idee, diese Neubürger und genauso alle anderen Interessierten auf ein Willkommensfest einzuladen, kam von der Bürgerstiftung.
Die Hand reichen
Es sei wichtig, dass auch die Lörracher den Neubürgern die Hand reichten und dass man ins Gespräch komme, sagte Franz Schmider vom Vorstand der Stiftung. In Lörrach gebe es zahlreiche Chöre, Musik- und andere Vereine – OB Lutz sprach von 300 – die neue Mitglieder suchten.
Er habe gerne seine Türen für das Fest geöffnet, sagte Patrick Dengl, Geschäftsführer des Nellie Nashorn. Das passe zu seinem Haus als Ort, an dem sich Menschen treffen und eigene Ideen umsetzen könnten.
Schaufenster der Kultur
Beim Willkommensfest präsentierten sich auf Einladung der Bürgerstiftung vor allem kulturelle Einrichtungen bei schönem Sonnenwetter im Garten des Nellie Nashorn: das Theater Tempus fugit, das Jazztone, die Stadtmusik, Burghof und Dreiländermuseum, die Kaltenbach-Siftung mit ihrem Angebot an Kreativkursen und Schulkindbetreung und weitere Einrichtungen und Initiativen.
Mit „Einbürgerungstest“
Der Einbürgerungstest für Lörrach, den die Volkshochschule anbot, war mit seinen mehr als 20 Fragen nicht nur für Neuzugezogene eine Herausforderung. Wann genau fuhr die Tram von Basel bis Lörrach? Was sind Wahrzeichen und Wappentier der Stadt?
Die ebenfalls wichtigen Sportvereine hatte die Bürgerstiftung bei dieser Veranstaltung nicht einbezogen, da sie von Neubürgern meist gezielt kontaktiert würden.
Längst nicht nur Neubürger nutzen das Willkommensfest, um sich über Angebote in Lörrach zu informieren und um mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Als Lutz bei seiner Begrüßung fragte, wer von den Gästen 2025 nach Lörrach gezogen sei, meldeten sich nur fünf Leute. Trotzdem erkundigten sich zahlreiche Besucher nach den Angeboten an den Infoständen.
Gute Gespräche
Viele Leute saßen, bei Snacks vom Nellie Nashorn und Kuchen vom Café Kirche, im sonnigen Garten des Kulturzentrums und unterhielten sich. Eine Dame, die vor zwei Jahren von Steinen nach Lörrach gezogen war, wollte sich einfach mal informieren.
Ein Ehepaar aus England interessierte sich lebhaft für den Gemeinschaftsgarten hinter dem Nellie Nashorn. „Es ist gar nicht so einfach, in Lörrach Anschluss zu finden“, meinten sie bei einer Tasse Tee aus Wild- und Gartenkräutern, den die Gärtner ausschenkten.
Sie habe in Lörrach schon ganz gut Anschluss gefunden über den Sport, eine Kontakt-App und durch ihr politisches Engagement, erzählte dagegen Miriam Hofele, die seit 2024 in Lörrach wohnt und mit einer Freundin zum Fest kam.
Das Begleitprogramm
Ein musikalisch-tänzerisches Begleitprogramm gab weitere Einblicke in vielfältige kulturelle Projekte, an denen Lörracher Bürger mitwirken können: Junge Gesangs- und Instrumentalsolisten der Musikschule traten auf.
40 Kinder und ältere Schüler vom Tanzwerk zeigten mit viel Energie ihr Können im Hip-Hop und anderen Tanzstilen. Im Free Cinema, dem von Jugendlichen betriebenen Kino, lief der Film „Ich bin eine Frau“, in dem das junge Filmteam „Rararo-films“ 20 Frauen aus dem Dreiländereck porträtiert. Der Jazzchor Flat &Co sowie die Marching Band der Städtischen Musikschule sorgten mit ihrer flotten Musik für gute Laune.