Die in ihrer Formensprache prägnanten Arbeiten des in Hauingen geborenen Bildhauers Rudolf Scheurer wurden in mehr als 300 Ausstellungen gezeigt. Der Künstler starb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Nachruf: Bekannter Künstler stirbt im Alter von 88 Jahren

Lörrach (wer). Die Region trauert um den bekannten Bildhauer und Grafiker Rudolf Scheurer, der vergangenen Donnerstag im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Auf allen Kontinenten wurden seine Werke gezeigt, mehr als 400 Plastiken von ihm stehen im öffentlichen Raum.

 

Scheurer wurde am 18. Juli 1931 in Hauingen geboren. Sein Elternhaus stand an der Hüsinger Straße in Brombach. Dort besuchte er zunächst die Volksschule, um dann am Humanistischen Gymnasium Lörrach das Abitur abzulegen. Der Vater von Rudolf Scheurer war Steinmetz, sodass der junge Rudolf bereits sehr früh mit dem Werkstoff Stein in Berührung kam. In Freiburg absolvierte er von 1951 bis 1954 eine Lehre als Steinbildhauer. Ein Studium an der Kunstschule Basel und Linz sowie Vorlesungen über Architektur schlossen sich an. Seit 1960 arbeitete er als freischaffender Bildhauer im eigenen Atelierhaus „Oben auf dem Berg“ in Lörrach-Brombach, wo die von dem Künstler und seiner Frau Rosmarie 1989 gegründete Rudolf-Scheurer-Stiftung jährlich einen Tag der offenen Tür in dem idyllisch gelegenen Anwesen, das den Skulpturengarten, das Atelierhaus, das Kunstkabinett und den Skulpturenturm umfasst, veranstaltete.

Viele Gäste nutzten seither die Gelegenheit, die in der Formensprache so prägnanten Arbeiten in Bronze, Stein, Terrakotta, Holz und Aluguss sowie die Holzschnitte und Zeichnungen aus mehr als 60 Schaffensjahren zu bewundern.

Von den großen Kulturen der Welt inspiriert

Über seine Arbeiten sagte Scheurer einmal: „Diese sind auf die Natur bezogen, doch sie sind keine Abbilder. Schichtungen von Ideen und Grundwerten sind in meinen organisch-plastischen Formen zur Aussage verdichtet. Bewusst setze ich positive Mutationen dem Bedrückenden unserer Zeit entgegen.“

Sein Lehrer in Linz habe ihm öfters geraten, sich von den großen Kulturen der Welt inspirieren zu lassen und nicht von Tagesereignissen. Diesen Rat habe er in seinen Werken konsequent umgesetzt. Um fremde Kulturen gründlich zu studieren, unternahm Scheurer Studienreisen nach Ägypten, Indien, Iran, Kambodscha, Thailand, Nepal, Tibet, Japan, Indonesien, China, Amerika, Mexiko und viele andere Länder. Seine Frau Rosmarie, geborene Leisinger, lernte er bei der kirchlichen Jugendarbeit im Jahr 1953 in Brombach kennen. 1960 wurde geheiratet. Die Familie wird im engsten Freundeskreis von Rudolf Scheurer Abschied nehmen.