Die Hörspielreihe fand in der Bar Drei König statt. Foto: Kristoff Meller

Die Stadt plant nach Angaben von Tom Leischner, Leiter der Volkshochschule in Lörrach, nach 16 Jahren die Einstellung der VHS-Reihe „Hörspiel“. Leserin Dorothee Scheina ist fassungslos.

„Nicht hinehmbar“

 

Seit der kurzen Zeit, die ich in Lörrach wohne, bin ich regelmäßig Gast bei der VHS-Reihe Hörspiel/Lyrik, die von Frau Gabler kompetent moderiert wird. Der Veranstaltungsort in der Bar „3 König“ bietet ein familiäres Ambiente und sie ist, soweit ich es erlebt habe, immer sehr gut besucht.

Preisgekrönte Hörspiele im Programm

Kürzlich wurde das Hörspiel „Die Grenzgeherin Martha Schwartz“, eine Produktion des SRF, die den 1. Preis bei einem Wettbewerb erhielt, vorgestellt. Anwesend war u.a. der Urenkel Martha Schwartz’, Raju Schwartz, der über einen Zeitraum von fast 10 Jahren ca. 700 Seiten Dokumente aus diversen Archiven zusammengetragen hat, die die Grundlage des hervorragend und eindrücklich inszenierten Hörspiels bilden. Martha Schwartz, Schweizerin, verteilte 1939 in Lörrach Flugblätter gegen Hitler und den Anschluss Österreichs, wurde in Lörrach verhaftet und bezahlte ihren Mut mit dem Leben. Ungläubig mussten wir am Ende durch Herrn Leischner die Einstellung dieser beliebten, seit 16 Jahren gut besuchten und erfolgreichen Reihe, erfahren. Aus Kostengründen, war die Erklärung. Das möchte ich nicht hinnehmen!

Eine Menge guter Gründe für Erhalt

Was spricht für die Beibehaltung? Erstens ist die VHS ist ein zentraler Baustein des kommunalen Bildungs- und Kulturangebots. Diesen Anspruch erfüllt diese Reihe ohne Einschränkung. Zweitens die hohe Qualität, kontinuierlich gute Nachfrage und die positive Resonanz unterstreichen die Bedeutung dieses Formats. Drittens die geringen Kosten pro Veranstaltung, zu der es im weiten Umkreis keine Alternative gibt. Und viertens der Kontakt mit dem/der AutorIn im Anschluss bietet die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch und zu Nachfragen.

Es gibt Möglichkeiten, die Kosten zu senken, um dieses einmalige Angebot zu erhalten – man kann die Anzahl verringern, Eintritt verlangen, nach Sponsoren suchen und vieles mehr. Ich ersuche Jörg Lutz, den Stadtrat und Tom Leischner, ihre Absage unter den genannten Aspekten zu überdenken und das Angebot ab dem Herbst wieder aufzugreifen.

Dorothee Scheina, Lörrach

Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.