Foto: Kristoff Meller

Auszeichnung der Lörracher Bürgerstiftung für langjähriges Engagement für den TV Tumringen, den Lörracher Stadtteil und die Narrenzunft

Lörrach - Die Bürgermedaille der Lörracher Bürgerstiftung wird in diesem Jahr an Hans-Peter Gempp verliehen. Er wird für sein langjähriges Engagement für den TV Tumringen, den Lörracher Stadtteil und die Narrenzunft ausgezeichnet.

 

„Tatkraft, Menschlichkeit, Humor“: Diese drei Eigenschaften seien für Hansi Gempp besonders charakteristisch, sagte die Stiftungsvorsitzende Ute Lusche gestern im Beisein von André Marker, Vorsitzender des Stiftungsrats, und Vorstandsmitglied Karsten Kleine. Gempp habe sich „mit Hand, Herz und Hirn“ auf vielfältige Weise in der Stadt eingebracht: Sei es als Zunftmeister in der Lörracher Fasnacht oder als langjähriger Vorsitzender des TV Tumringen – um nur die beiden bekanntesten Funktionen zu nennen.

Prägende Figur der Zunftabende und legendärer Pointenschmied

Als Fasnächtler war Gempp über Jahrzehnte hinweg eine prägende Figur der Zunftabende und legendärer Pointenschmied bei seinen Reden zur Verleihung des „Drochehüüler-Ordens“ am Rosenmontag. Ob als Märtwiib, Kommunalpolitiker oder Verwaltungsvertreter verkleidet: Gempp machte auf der Bühne eine gute Figur – wobei: Wahre Schönheit kommt auch von innen...

Bei seinem Abschied aus der vordersten Reihe der Zunftmeister – nach rund 40-jährigem Engagement – bezeichnete Oberzunftmeister Andreas Glattacker den Geehrten als „ä unermessliche Schatz“. Eine knackige Fasnachtsrede später – Gempp: „Kurz, aber nicht schmerzlos“ – erhoben sich die Gäste: stehende Ovationen für den sichtlich Gerührten.

Wenige Wochen danach verabschiedete er sich nach 26 Jahren als Vorsitzender des TV Tumringen. Auch hier: lang anhaltender, stehender Applaus für den vielfach Geehrten.

Dass es gar nicht so einfach ist, eine Auszeichnung zu finden, die ihm noch nicht zuteil wurde, stellten bereits vor einigen Jahren seine Vorstandkollegen beim TVT fest. Angesichts seiner Ehrenmitgliedschaften und Ehrennadeln verlieh ihm der Verein zum „20-Jährigen“ im Amt des Vorsitzenden kurzerhand den „Goldenen Turnschuh“.

Über die Zunft und den TV Tumringen hinaus war Hansi Gempp unter anderem auch beim Gesangverein und für das Fasnachtsfeuer des Dorfs aktiv. Während der Benefizgala der Bürgerstiftung am Samstag, 8. Februar, im Burghof kann er eine weitere Ehrung entgegennehmen – nunmehr eine, die die Breite seines Engagements in der Stadt würdigt.

Benefiz-Gala "restlos ausverkauft"

Unterdessen freute sich Ute Lusche über das große Interesse an der Gala: Noch nie war die Nachfrage so groß. „Wir sind restlos ausverkauft“, sagte sie.

Die 17. Auflage wird wieder von Karsten Kleine und Matthias Zeller moderiert. Unter dem Motto „Zum Wohl... der Stadt und ihrer Bürger“ begleiten Brigitte Schnabel und Florian Metz das Galadiner mit Salonmusik, Steffi Lais und Band laden die Gäste zu späterer Stunde zum Tanz ein.

Durch Eintrittskarten, Spenden und Tombola rechnet die Bürgerstiftung mit einem Reinerlös in Höhe von rund 18 000 Euro, der ihren sozialen Projekten zu Gute kommt, in der Vergangenheit etwa insbesondere der Sprachförderung.

In diesem Jahr werden die Restaurants „Krone“ und „Wasserschloss“ (beide Inzlingen), „Maien“ (Tüllingen) und die „Krone“ aus Weil am Rhein die Speisen zubereiten.

Kommentar: Tumringer Tausendsassa

„Dr Hansi Gempp vo Duemrige“ – die Bilder sind sofort im Kopf: von diesem über die Zunftabend-Bühne fegenden Energiebündel, dem Redner in der Bütt mit präzisem Gespür für das Publikum, vom umsichtigen Vereinsvorsitzenden des TV Tumringen, dem Übungsleiter, Gesangvereinsmitglied und und und.

Was die meisten Leute von Hans-Peter Gempp in der Regel sehen, sind die Resultate seines Engagements. Was sie nicht sehen, sind die unzähligen Stunden zäher Kärrnerarbeit, die diesen vorausgingen: Als Zunftmeister, um den Menschen eine Freude zu bereiten, beim TV Tumringen als Führungsfigur einer Säule der Dorfgemeinschaft – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Was mitunter vergessen wird: Hinter dieser unbändigen Lust am Spiel und dem verlässlichen Einsatz für den TVT und das Dorf steckt neben dem Spaß am Hobby und außergewöhnlichem Sinn für das Gemeinwesen auch ein hohes Maß an Disziplin, Professionalität und Beharrlichkeit.

Wenn der Tumringer mitunter „Urviech“ genannt wird, ist das immer respektvoll gemeint – und in diesem Fall doppelt richtig: Exemplare wie Hans-Peter Gempp gibt es tatsächlich immer weniger. Die Bürgerstiftung zeichnet einen aus, der in weit über 100 Rollen geschlüpft, aber sich selbst und dieser Stadtgesellschaft immer treu geblieben ist.