Die Stadtwerke schließen das Jahr 2022 mit einem Verlust in Höhe von knapp 766 000 Euro ab. Der Fehl- betrag ist 317 000 Euro niedriger als geplant. Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die Hallenbadsanierung.
Der Eigenbetrieb Stadtwerke ist ein Wirtschaftsunternehmen der Stadt Lörrach mit mehreren Geschäftszweigen: Wasserversorgung, Bäder, ÖPNV, Parken, Wärmeversorgung, Mitunternehmerschaft der Badenova sowie den Immobilien Burghof und SAK Altes Wasserwerk.
Pandemie-Auswirkungen
Die negative Bilanz des Jahres 2022 ergebe sich „insbesondere aus den Auswirkungen der Coronapandemie bei den Bädereintritten und bei den Einfahrtszahlen der Tiefgaragen, einem erhöhten Sanierungsbedarf in der Wasserversorgung mit gestiegenen Kosten sowie der niedrigeren Gewinnausschüttung der Badenova“, schreibt Betriebsleiter Wolfgang Droll in seinem Jahresbericht, der am Donnerstag dem Ausschuss für Umwelt und Technik vorgelegt wird.
Der im Vergleich zur Planung dennoch wesentlich geringere Fehlbetrag sei das Ergebnis des Zusammenspiels mehrerer Faktoren aus den einzelnen Betriebszweigen, sagte Klaus Schallenberger, stellvertretender Betriebsleiter der Stadtwerke, auf Anfrage unserer Zeitung.
Prognose der Umsatzerlöse
Für das Jahr 2023 wird mit einem Minus in Höhe von 1,16 Millionen Euro gerechnet. Gegenüber dem Planansatz 2022 werden indes auch die Umsatzerlöse mit gut zwölf Millionen Euro auf einem etwas höheren Niveau erwartet.
Dies sei unter anderem auf Gebührenerhöhungen für Trinkwasser sowie die Tariferhöhungen bei den Bädern und Tiefgaragen zurückzuführen. Die Stadtwerke erwarten nach der Coronapandemie wieder deutlich steigende Einfahrtszahlen in ihre Tiefgaragen, so Droll.
Beispielhaft werden im Folgenden Prognosen und Projekte für einige Betriebszweige skizziert.
Die Parktarife
Im Betriebszweig „Verkehr“ steht im Segment „Parken“ nach Abschluss der Sanierungsarbeiten in den Tiefgaragen und der steigenden Auslastung des LÖ eine „Optimierung der Parktarife“ an. „Die Parkraumbewirtschaftung stellt ein zentrales Handlungsfeld der Stadtwerke dar: Diese Tarifanpassung sowie der Anstieg der Tiefgaragenbelegung führen zu Mehrerlösen in den Tiefgaragen in Höhe von 400 000 Euro“, so Droll.
Bäderbetrieb
2023 wird mit einem uneingeschränkten Badebetrieb gerechnet. Die Gesamterlöse steigen voraussichtlich insbesondere durch bereits umgesetzte Tariferhöhungen bei den Eintrittspreisen. Allerdings erhöhen sich auch die Stromkosten und der Erdgasbezug. Als Sparmaßnahmen im Hallenbad sind reduzierte Öffnungszeiten der Sauna und Einschränkungen bei der Erdgasbeheizung vorgesehen. Für die anstehende Sanierung des Hallenbads soll 2023 mit der Planung begonnen werden. Oberbürgermeister Jörg Lutz sagte am Sonntag im Burghof, er rechne für die Hallenbadsanierung mit einem zweistelligen Millionenbetrag.
Wasserversorgung
Die Wirtschaftsplanung der Stadtwerke beinhaltet im Betriebszweig Wasserversorgung für die kommenden Jahre Investitionen zur Sicherung der Qualität der Trinkwasserversorgung sowie Maßnahmen zur Gewährleistung eines stabilen Preisniveaus.
Der Fachkräftemangel
„Die Stadtwerke kämpfen im Jahr 2023 verstärkt mit dem Fachkräftemangel und einer starken personellen Unterbesetzung“, schreibt Droll. Das bedeute: „Bis zur vollständigen Wiederbesetzung der Planstellen müssen einzelne geplante Projekte des Jahres 2023 zurückgestellt werden.“