Einstimmig hat der Gemeinderat der Fortschreibung der Bedarfsplanung 2024/2025 für die Kindertagesbetreuung in Lörrach zugestimmt.
Auch die Bezuschussung der Kindertagespflegepersonen durch die Stadt stieß auf einhellige Zustimmung. Aus den Fraktionen gab es viel Lob für die ausgearbeitete Bedarfsplanung. Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zu den beiden Tagesordnungspunkten wurden ebenfalls vorgebracht.
Der Bedarf ist hoch
Zunächst hatte eine Vertreterin des Gesamtelternbeirats das Wort. „Wir begrüßen es sehr, dass weitere Kita-Plätze geplant sind“, erklärte sie. Denn der Bedarf sei hoch. Die Elternvertreterin stellte in Frage, ob eine Deckungsquote in Höhe von 40 Prozent im U3-Bereich, also für die Krippenkinder, wirklich ausreichend sei, da hier seit 2013 ein gesetzlicher Anspruch bestehe. Auch kritisierte sie die Begrenzung der Betreuungszeiten auf 40 Stunden pro Woche und acht Stunden pro Tag. Dies sei für viele Berufstätige nicht ausreichend. Statt zeitliche Pufferzonen forderte sie im Namen des Gesamtelternbeirats verlässliche Lösungen mit flexiblen Betreuungszeiten. Das gehe nicht von heute auf morgen, gestand sie der Verwaltung zu. Doch sollten wenigstens sie Planungen in diese Richtung gehen.
Längere Betreuungszeiten?
Oberbürgermeister Jörg Lutz gab zu bedenken, dass es vermutlich wenig bringen werde, die Beschlussvorlage in diesem Sinne zu verändern. Papier sei geduldig, am Engpass beim Personal ändere dies jedoch nichts. „Wir können die Berufswahl von Menschen nicht beeinflussen.“ Lutz wies außerdem auf eine bevorstehende Renteneintrittswelle auch bei den Erzieherinnen hin.
„Oftmals geht es nicht so schnell, wie es eigentlich nötig wäre“, bedauerte Sabine Ehrentreich (Grüne). „Wir würden uns mehr wünschen“, erklärte Ulrike Krämer (CDU). „Wir wollen auch in Zukunft eng mit dem Elternbeirat zusammenarbeiten.“ Wie Ehrentreich wies sie darauf hin, dass die Nachfrage nach längeren Öffnungszeiten eher zurückgehe. Dies gilt vor allem für den U3-Bereich, wie zu erfahren war. Mit den neuen Kindertagesstätten müsse es nun zügig vorangehen, betonte Krämer.
Die Stadt sei noch vergleichsweise gut aufgestellt, meinte Christiane Cyperrek (SPD). Auch sie zweifelte an, dass eine Deckungsquote von 40 Prozent bei den vorgehaltenen Betreuungsplätzen im U3-Bereich ausreichen werde. In Freiburg liege diese Quote bereits bei 46,5 Prozent. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, will Cyperrek bei einer Eindämmung der Fluktuation von Personal ansetzen.
Silke Herzog (FW) zeigte sich aus finanziellen Gründen erleichtert darüber, dass die Stadt nun doch auf die Zuhilfenahme externer Träger bei der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte verzichten will. Hintergrund sind ungünstige Verschiebungen beim Stellenschlüssel durch die anzuleitenden Personen in einer Einrichtung. Bauchweh bereiteten ihr jedoch die Einschränkungen bei den Betreuungszeiten. „Wir brauchen die Eltern doch als Arbeitskräfte“, gab Herzog zu bedenken. Als Arbeitgeber wisse er, dass acht Stunden Betreuungszeit zu wenig seien, erklärte auch Birger Bär (BfLö).
Prognosen
Schließlich wurde die Verwaltung nach dem Stand der dem neuen Zentralklinikum angegliederten Kita gefragt. Träger seien hier die Kliniken des Landkreises. Die Einrichtung werde in einem Nebengebäude untergebracht, hieß es. Wann es so weit sei, könne man im Augenblick nicht sagen.
Eine Zehn-Jahres-Prognose geht nach derzeitigem Stand im U3-Bereich von 60 bis 110 fehlenden Betreuungsplätze aus, im Ü3-Bereich sogar von 152 bis 175. Bei der Schulkindbetreuung an den Grundschulen sei die Versorgung noch gut. Eine Herausforderung ist der Rechtsanspruch, der in diesem Bereich ab dem Schuljahr 2025/2026 in Kraft tritt.