Zweckverbands-Geschäftsführer Paul Kempf und Minister Thomas Strobl freuen sich über den neuen „Showroom“. Foto: Marco Fraune

Der Digitalisierungsminister Thomas Strobl lobt den Ausbau-Fortschritt im Landkreis Lörrach. Bei der Eröffnung eines „Showrooms“ in Lörrach überreicht er einen Förderbescheid von gut vier Millionen Euro.

In der Innenstadt von Lörrach ist am Freitag ein „Schaufenster“ für das kommunale schnelle Internet im Landkreis Lörrach eröffnet worden. Am Alten Markt soll im Glasfaser-Zentrum über Anschlüsse und Dienstleistungen informiert werden, damit zugleich eine Sichtbarkeit für das Projekt und alle Beteiligen im „natürlichen Mittelpunkt“ des Kreises erfolgen, wie Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Landkreis Lörrach, im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. Dies erfolgt auf drei Etagen, die Leitung hat Mathias Müller, Geschäftsführer der Firma APM, Kommunikations- und Sicherheitstechnik, der von einem „herausragenden Projekt“ sprach.

 

Die Gründe für den Ausbau

Die Zusammenarbeit von Landkreis und allen 35 Kommunen lobte auch Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler. „Wir ziehen gut an einem Strang. Es ist eine Erfolgsstory.“ Mit dem deutlichen Fortschritt des Infrastrukturausbaus folge nun auch die erste physische Anlaufstelle für diese Infrastruktur und die Dienstleitungen.

Dass der Minister einen Zuwendungsbescheid für Ausbauprojekte in acht Städten und Gemeinden im Landkreis von rund 4,16 Millionen Euro im Gepäck hatte, freute Lörrachs OB Jörg Lutz, auch wenn dieses Mal Efringen-Kirchen, Schopfheim, Schwörstadt, Grenzach-Wyhlen, Schliengen, Todtnau, Steinen und Maulburg an der Reihe waren. Die Telekom habe in den zurückliegenden Jahren ganz bewusst Gewerbegebiete nicht erschlossen, womit dann der Zweckverband einsprang, erinnerte sich Lutz. Auch für Schulen sei schnelles Internet wichtig, da die aktuell 3000 iPads in den Lörracher Schülerhänden dies auch benötigen. Mit dem neuen Glasfaser-Zentrum werde der flächendeckende Ausbau auch sichtbar beim Kunden.

Der Förderbescheid wurde vom Minister übergeben. Foto: Marco Fraune

Viele Haushalte versorgt

Als „vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die wir vor Jahren angefangen haben“, bezeichnete Kempf das neue Glasfaser-Zentrum. 2015 habe es noch viele unversorgte Gebiete gegeben, die sukzessive über den Zweckverband und Beteiligten erschlossen wurden. Über 2000 Kilometer Trasse wurden seitdem verlegt und mehr als 25 000 Haushalte angeschlossen – zuerst dort, wo es sehr schlechte Datenraten gab. Im Laufe des nächsten Jahres werde es keine „weißen Flecken“ mehr geben. Teils wurden dafür in Höhenlagen des Landkreises Stromleitungstrassen mit genutzt. Im Vorjahr wurde in Haltingen ein Rechenzentrum als „Herz des Glasfasernetzes“ eröffnet.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich mittlerweile auf einen dreistelligen Millionenbetrag, womit nun sogar Orte wie Böllen und Utzenfeld komplett mit Glasfaserkabelanschlüssen versorgt sind. Im Zuge des Ausbaus sind in diesem Jahr auch Mobilfunkmasten mit angebunden worden, womit der Mobilfunkausbau weiter vorangetrieben werden könne.

Unversorgte versorgt

„Wir gestalten die Infrastruktur der Zukunft“, erklärte Minister Strobl in seiner Rede. Baden-Württemberg sei Innovationsregion Nummer eins in Europa. „Diesen Vorsprung müssen wir in der digitalen Welt verteidigen, erhalten und ausbauen.“ Wenn man von Lörrach spreche, würde die Verortung zwar mit „unten links“ beschrieben. Vielmehr sei Lörrach „ganz oben bei der Digitalisierung“. Schon 2016 habe er das Ziel ausgegeben, auch den letzten Schwarzwaldhof ans schnelle Internet anzubinden. Seitdem sei das schon bei Tausenden erfolgt.

In bestimmten Lagen des Landes würden dies private Telekommunikationsunternehmen nicht machen, daher sei der Zusammenschluss im Zweckverband auch so wichtig. „Wir haben uns um die gekümmert, die nichts haben“, konterte Strobl Kritik, dass Baden-Württemberg in der Summer erst einmal weniger Haushalt so angeschlossen haben. In einer zweiten Stufe werde sich das ändern, da nun urbanere Bereiche an der Reihe sind.

In diesem Zuge werde zugleich der Mobilfunkausbau unterstützt, da Funkmasten auch schnelles Internet benötigten. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass es privater Telekommunikationsunternehmen bedürfe, um dei weiteren Milliarden-Investitionen gemeinsam zu schultern.