Über das kräftige Dampfablassen mit lautem Pfeifen im Löffinger Bahnhof vor der Abfahrt nach Donaueschingen staunen die Reisenden und Schaulustigen. Foto: Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Höllentalbahn feiert runden Geburtstag / Festakt in Titisee / Minister verspricht Elektrifizierung bis Donaueschingen

Von Gerold Bächle

 

Hochschwarzwald/Löffingen. Dampfzüge schnaubten, eine große Schwarzwälder Kirschtorte lockte und zahlreiche Bahnfans kamen zum ersten Festakt nach Titisee. Die Höllentalbahn wurde 125 Jahre alt.

"Im Schwarzwald ist die Hölle los" – unter diesem Motto hatte der Verein "IG 3Seenbahn" für den 125. Geburtstag der Höllentalbahn geworben. Das Erfreulichste dieses Festakts war das Versprechen von Verkehrsminister Winfried Hermann, die Elektrifizierung bis nach Villingen voranzutreiben. Dies würde eine weitere Verbesserung der Höllentalbahn bedeuten und eine durchgängige Verbindung zwischen Freiburg und Villingen ohne Lok-Wechsel.

Die kostenlose Konuskarte und die günstige Regio-Karte bescheren der Bahn volle Züge. Sicherlich auch ein Grund, in das Elektrifizierungsprojekt und der Modernisierung der Strecke bis ins Jahr 2017 rund 400 Millionen Euro zu stecken, so der Landesverkehrsminister Hermann.

Die Wichtigkeit der Höllentalbahn, sowohl für Einheimische als auch für den Tourismus legten Landrätin Dorothea Störr-Ritter und Bürgermeister Armin Hinterseh aus Titisee-Neustadt vor. "Die Höllentalbahn hat uns das Tor der Welt aufgemacht", so Hinterseh.

Mit der Bahn, die sicherlich eine der anspruchsvollsten und steilsten Strecke aufweist, wurde vor 125 Jahren auch eine Pionierarbeit geleistet. Am 21. Mai 1887 wurde die Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt durch den Großherzog von Baden eröffnet. Der Planer der Höllentalbahn, Robert Gerwig, hat mit 5,5 Prozent Steigung, neun Tunneln, sieben Brücken, zwei Viadukten und einem Höhenunterschied von fast 600 Metern ein technisches Wunderwerk vollbracht.

1936 wurde die Strecke zwischen Freiburg und Neustadt elektrifiziert. Im ersten Betriebsjahr dampften täglich fünf Züge von Freiburg nach Neustadt, heute fährt der Zug von Titisee aus aller 30 Minuten in die Breisgau Metropole.

Zum ersten Festakt schnaubten die Dampfloks von der Breisgau-Metropole bis nach Donaueschingen. Größerer Halt gab es neben Titisee auch in Löffingen. Hier konnten die Zug-Fans die Lokomotive und den Kohlen-Tenderwagen genauestens unter die Lupe nehmen. Ein extra langer Stopp machte dies möglich. Die Lok war Baujahr 1942 und gehört den Eisenbahnfreunden Zollernbahn. Ihr Gewicht samt Tender beträgt 130 Tonnen, wobei 30 Kubikmeter Wasser und zehn Tonnen Kohle im Tender aufgenommen werden können. Der nächste Festakt ist am 11. und 12. August, dann wird in Löffingen gefeiert.