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Löffingen Vergessener Künstler weckt Interesse

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Heimatforscher Rudolf Gwinner entdeckte im Schatz des Löffinger Stadtarchivs die Wurzeln des vergessenen Künstlers Johann Baptist Glunk, der im 18. Jahrhundert nach Wien zog und dort lebte. Foto: S. Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Silvia Bächle

Ein wahrer Schatz schlummert im Löffinger Stadtarchiv. Familiengeschichten, wie die der Sippe Glunk, die vor allem von Wolfgang und Elisabeth Irtenkauf aufgearbeitet wurde.

Löffingen. Nun entdeckte Heimatforscher Rudolf Gwinner den in Vergessenheit geratenen Johann Baptist Glunk. Der in Wien lebende akademische Maler ist im 14. Band des Künstlerlexikons zwar erwähnt im Baarstädtchen allerdings fast völlig fremd.

"Der vergessene Künstler hat seine Wurzeln in Löffingen", sagt Rudolf Gwinner. Johann Baptist wurde 79 Jahre alt, er starb am 1. September 1774 in Wien. Um diesen berühmten Cousin des Abt Petrus Glunk auch in Löffingen wieder bekannter zu machen, ging Rudolf Gwinner auf die Spurensuche seines Lebens. Bekannt ist vor allem Mathias Glunk (1575 bis 1636). Er war Stabhalter des Fürstenbergischen Landgerichts, Sonnenwirt zu Löffingen und Besitzer der Linsimühle und der Oberen Mühle. Im Rahmen der Löffinger Hexenprozesse wurde er am 5. März 1636 wegen Zauberei und Sodomie in Blumberg hingerichtet.

"Sein Ur-Enkel, Hans Bernhard Glunk (1696 bis 1766) war Abt Petrus Glunk. Er stand dem Augustiner-Chorherrenstift St. Märgen von 1736 bis 1766 vor", erklärt Gwinner. Die Glunk-Sippe gehörte Jahrhunderte lang zu den vermögendsten und einflussreichsten Familien Löffingens. Auch Erzbischof Stephan Burger und Erzabt Tutilo haben unter ihren Vorfahren mütterlicherseits (Benitz) Vertreter dieses Geschlechts.

Der Vetter von Abt Petrus Glunk war Johann Baptist Glunk, der zwar in Stockach geboren wurde, er ging allerdings in Löffingen zusammen mit dem späteren Abt zur Schule, nachdem die Eltern wieder nach Löffingen zurückzogen. Der Vater wurde durch die Hochzeit mit Maria Franziska Graser offenbar Teilhaber am Gasthof Kreuz in Löffingen (heute ehemalige Metzgerei Nickel). Nach Löffingen zurückgekehrt, wurde der Vater Kreuz-Wirt. "Interessanterweise war die Patin von den ältesten Kindern des Kreuz-Wirts, zu denen auch Johann Baptist gehörte, die Haushälterin von Pfarrer Ignaz Frener. Patin der jüngeren acht Geschwister wurde die Mutter des späteren Abts", recherchierte Gwinner.

"Wer die Kunstbegabung von Johann Baptist Glunk entdeckte und wie er in die damalige Reichshauptstadt Wien kam, liegt im Dunkeln", so der Heimatforscher. Mutig ließ er seine Familie zurück, um ins 800 Kilometer entfernte Wien zu reisen. Dort findet sich seine Spur im Jahr 1721 wieder, als er mit 26 Jahren die Ehe mit der zwei Jahren älteren Barbara Endorffer schloss. "Diese Eheschließung setzt voraus", so Rudolf Gwinner, "dass Baptist Glunk in Wien sein Einkommen hatte und eine sichere Existenz vorweisen konnte." In Wien – dem Ort der Künstler – besuchte er 38-jährig die Wiener Akademie der Bildenden Künste. Üblicherweise dauerte diese Ausbildung vier Jahre, danach nannte er sich akademischer Maler oder Universitätsmaler.

Als letzteres war er für schön gemalte und geschriebene Urkunden, Diplome, Standbücher oder Porträts der Professoren zuständig. "Von dieser Tätigkeit ist leider nichts mehr erhalten", sagt Heimatforscher Gwinner. Geblieben sind dagegen zwei Bilder als akademischer Maler. Es sind der Graf Johann Ferdinand II von Kufstein und seine Gemahlin Maria Anna von Dietrichstein.

 
 
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