Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Löffingen Spaziergänge am Strand verboten

Von
Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Von Einschränkungen ist auch der Hochschwarzwälder Arno Ehrenschneider in Brasilien betroffen.

Löffingen. Aus der zweiten Heimat des heute 82-jährigen Löffingers werden täglich erschreckende Zahlen gemeldet: Über 3,2 Millionen Infektionen mit SARS-CoV-2 wurden dort inzwischen bestätigt, mehr als 100 000 Menschen sind gestorben.

Damit ist Brasilien ein Hotspot der Corona-Pandemie und gehört mit den USA und Indien zu den am stärksten betroffenen Ländern. Staatspräsident Jair Bolsonaro war selbst mit Corona infiziert. Trotzdem verharmlost er die Pandemie und setzt sich immer wieder über die geforderten Mindestabstände und die Maskenpflicht hinweg.

Arno Ehrenschneider und seine brasilianische 74-jährige Ehefrau Leonie Godeiro leben im Staat Santa Catarina im Süden von Brasilien am Meer. Der am Titisee geborene Ehrenschneider ärgert sich darüber, dass er nicht mehr am Strand spazieren gehen kann: "Fischen ist erlaubt, aber am Strand laufen nicht, dabei gibt es doch nirgends so reine Luft wie am Meer", sagt er. In der 30 000-Einwohner-Stadt Barra Velha, der Wahlheimat des Hochschwarzwälders, der starke Verbindungen ins Baarstädtchen hat, gebe es mehrere Tausend Corona-Infektionen, in den Nachbarstädten sei die Situation ähnlich, erklärt Ehrenschneider. Das Problem, behauptet Arno Ehrenschneider, sei zum einen die brasilianische Politik mit 58 Parteien, zum anderen der Entwicklungsrückstand gegenüber Deutschland. Im förderalistischen Brasilien entscheide jeder Bundesstaat unterschiedlich. Allerdings gelte im gesamten Land ein Ausgehverbot für ältere Bürger. Lebensmittel könnten nur übers Telefon bestellt werden und würden von den Geschäften geliefert. Die Linienbus-Verbindungen in die Dörfer seien eingestellt worden, Busse verkehren nur noch in großen Städten.

Auch Arno Ehrenschneider hat das Ausgehverbot missachtet: Er fuhr zum Geburtstag seines Stiefsohns ins 210 Kilometer entfernte Curitiba, eine Stadt mit vielen deutschen Immigranten. Auch dort gab es einen Lockdown mit Schließung der Geschäfte.

Problematisch sieht der "Deutsch-Brasilianer" die medizinische Versorgung im Land. Mit der deutschen Rente habe er keine Probleme, er könne durch den derzeitigen Wechselkurs nicht nur sehr gut leben, sondern sich auch eine gute medizinische Versorgung leisten, erklärt der 82-Jährige. Die Intensivstationen der Krankenhäuser seien allerdings nur für Corona-Infizierte reserviert und stünden teilweise leer.

Die Propaganda des umstrittenen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro nehmen der deutsche Auswanderer und seine Ehefrau unkritisch auf: Bei ihrem letzten Deutschland-Aufenthalt vor einem Jahr waren Arno Ehrenschneider und Leonie Godeiro entsetzt über die schlechte Meinung, die hier über ihren "guten Präsidenten Bolsonaro" herrscht.

Arno Ehrenschneider zog es vor 27 Jahren in seine Wahlheimat Brasilien. Alle zwei Jahre kommt er mit seiner zweiten Ehefrau, die er vor zehn Jahren geheiratet hat, in seine Heimat zurück, in der er tief verwurzelt ist. Der ehemalige Busfahrer beim Landratsamt war Gründungsmitglied des Löffinger Fanfarenzuges, zuvor im Spielmannszug, Wanderführer beim Schwarzwaldverein und auch beim DRK tätig. Er ist mit seiner Heimat durch die sozialen Netzwerke verbunden und hält sich auf dem Laufenden.

Fotostrecke
Artikel bewerten
0
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.