Ein einmaliges Projekt ist den Dritt- und Viertklässlern von Unadingen geglückt. Dank der Initaitve von Monika Wenger wurde das erste Narensprüchleheft kreiert. Zu sehen sind die Rektorin der Realschule Donaueschingen Katja Fox (von links, hinten stehend), Monika Wenger und Rektorin Susanne Marx. Foto: Bächle Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Schüler aus Unadingen und Bachheim kümmern sich um Erhaltung des Dialekts / Narrensprüchleheft

Pünktlich zur fünften Jahreszeit ist das attraktive und bunte Narrensprüchleheft fertig. Mit den Narrenfiguren aus Unadingen und Bachheim auf dem Deck- und Rückblatt haben die Schüler der Grundschule Bachheim/Unadingen ihre Fastnachtskultur nun verewigt.

Löffingen-Bachheim/Unadingen. Der Dialekt ist ein Kulturgut, welches immer mehr in Vergessenheit gerät. So hat die Initiatorin Monika Wenger, Lehrerin der Realschule Donaueschingen, zwar noch in Bräunlingen die alemannischen Brilinger Fasnetsprichli gefunden, doch schon in Donaueschingen sei der Dialekt nicht mehr in dieser Form zu finden, selbst nicht bei diesen Schülern, die in Donaueschingen geboren seien. In Kooperation stehe man mit der Schweiz, hier wurde ein Buch mit dem ursprünglichen alemannischen Dialekt aufgelegt und auch der Dialekt vom Bodensee wurde erfasst. Nun hat die Grundschule Bachheim-Unadingen mit ihrem Narrensprüchleheft das Mundartprojekt der engagierten Lehrerin erweitert.

100 Prozent Dialekt in der Schule geht nicht, das wurde der Rektorin der Grundschule Bachheim-Unadingen, Susanne Marx, schnell klar. Doch Dialekt und Fastnacht gehören unweigerlich zusammen. "Wir lernen jedes Jahr Narrensprüchle auch mit den Kindern, die den Dialekt nicht kennen", so die Rektorin. Als deshalb die Anfrage von Monika Wenger vor knapp zwei Jahren kam und gemeinsam ein Thema gesucht wurde, bei dem Mundart einen beachtlichen Platz einnimmt, gab es nur eine Antwort: "Fasnet-Sprüchle".

Kunstvoller Dialekt

23 Kinder haben Narrensprüchle gesammelt. Jeder Schüler durfte sich sein eigenes aussuchen, welches er in Schönschrift aufgeschrieben hat. Doch dem nicht genug, nun wurden die alemannischen Fasnetsprüchle auf Hochdeutsch übersetzt. Da zeigte sich schnell, dass diese im Hochdeutsch nicht ihre Wirkung haben. "Dem anderen den Spiegel vorzuhalten mit einer gewissen Derbheit, vielleicht auch etwas Anrüchigem, gehört einfach dazu und ist keinesfalls als Beleidigung anzusehen", so Monika Wenger.

Gelungene Kooperation

Das Narrensprüchleheft zeichnet sich auch durch die Gestaltung aus. Jedes Fasnet-sprüchle bekam sein passendes Bild. Die Illustrationen und die Malvorlagen der Fasnetfiguren hat Ortsvorsteherin Kathrin Kramer zur Verfügung gestellt. So ist das Fasnetsprüchleheft bei weitem mehr als nur ein Heft zum Lesen, sondern auch, um weiter zu gestalten. Rektorin Susanne Marx hat das Heft mit einem mehrseitigen informativen Vorwort auch zur Fasnet und Fasnetsprüchle ergänzt.

"Ich bin glücklich über solche engagierte Lehrer wie Monika Wenger", freut sich die Rektorin der Donaueschinger Realschule, Katja Fox. Gerade diese Aktion unterstreiche, dass Schule weitaus mehr als nur der Lehrplan sein könne. Die Kooperation mit der Grundschule Bachheim-Unadingen sei dabei fruchtbar gewesen.

Die Macher und Helden dieses Projekts sind die ehemaligen Dritt- und Viertklässler der Grundschule Bachheim-Unadingen: Anna, Cian, David, Elisa, Fabienne, Florian, Hannah, Hannes, Iris, Jara, Jarno, Jule, Julian, Kimberley, Laura, Lea, Leo, Leo, Maxim, Natalia, Rosalie, Salome und Sandro.

Monika Wenger leitet die Schülerfirma Ajanta an der Realschule, die sich mit vielfältigen Projekten beschäftigt. Durch diese Firma war es auch möglich, das Fasentsprüchleheft nun auf den Markt zu bringen. In Zusammenarbeit mit Ajanta ist das Heft in einer Auflage von zunächst 100 Stück erstellt worden. Während die Schüler (sie bekamen dazu eine passende Holzbox) und auch die Narrenväter von Bachheim und Unadingen, sowie die beiden Ortsvorsteher, das Heft schon in den Händen halten, können alle Interessierten dieses an der Grundschule Bachheim/Unadingen erwerben.

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