Eigentlich sollte die Strecke zwischen Freiburg und Villingen bis 2018 Elektrifiziert werden. Ein Vorteil für die gesamte Region. Ob diese Pläne allerdings am Dögginger Tunnel scheitern – man darf nur hoffen, dass eine Lösung gefunden wird. Foto: G. Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Pläne zur Modernisierung der Bahnstrecke geraten durch Probleme beim Dögginger Tunnel ins Wanken

Von Gerold Bächle

 

Hochschwarzwald. Aufwändiger, teurer – ob die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Donaueschingen bis 2018 elektrifiziert werden kann, ist fraglich.Mit vielen Aktionen wurde das 125-jährige Bestehen der Höllentalbahn gefeiert. Die Strecke von Freiburg bis Hinterzarten ist mit über 57 Prozent Steigung die steilste Hauptbahnstrecke Deutschlands. Während der Abschnitt zwischen Freiburg und Neustadt seit 1936 elektrifiziert ist, fehlt diese Elektrifizierung bis Donaueschingen. Das heißt: Die Reisenden müssen in Neustadt umsteigen. Auch der Stundentakt zwischen der Breisgau-Metropole endet in Titisee.

Im vergangenen Juli beschlossen die Landräte von Breisgau-Hochschwarzwald und Schwarzwald-Baar-Kreis die Reststrecke zu elektrifizieren. Im Baarstädtchen Löffingen wurde dieser zukunftsträchtige Vertrag unterzeichnet. Ab 2018 sollen von Freiburg bis Villingen Elektroloks unterwegs sein – Kosten rund 55 Millionen Euro. Doch nun ziehen schwarze Wolken über diese für die gesamte Region so wichtige Projekt. Das Problem sind nicht etwa die vier Viadukte, Gutachtalbrücke, Schwendenholzdobelviadukt, Mauchtaltalbrücke oder Gauchachtalbrücke, sondern der Dögginger Tunnel. Der 535 Meter lange Eisenbahntunnel scheint nicht tief genug zu sein. Würden die Oberleitungen "nur" eingezogen, wäre der Abstand zu gering, erklärte jüngst der grünen Fraktionssprecher Kaiser und Landrat Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar-Kreis). Um den neusten Normen zu entsprechen, müsste der Tunnel wohl abgegraben und das Gleis tiefer gesetzt werden.

Da von den 38 Kilometern 25 Kilometer Bahnstrecke auf dem Gebiet des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald liegen, muss der Zweckverband Regio Freiburg rund 11,6 Millionen Euro für den Bau der Oberleitung investieren, auf den Schwarzwald-Baar-Kreis entfällt die Summe von acht Millionen Euro, so wurde im Juli 2011 errechnet. Nun seien neue Kostenschätzungen von bis zu 50 Millionen Euro seitens der Bahn errechnet worden, welche der Schwarzwald-Baar-Kreis nicht leisten könne, so Landrat Sven Hinterseh. Käme die Elektrifizierung nicht zu Stande, wäre dies ein schwerer Schlag für die gesamte Region zwischen Schwarzwald und der Baar, meint der Landrat schließlich.