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Löffingen Landwirt stellt eine clevere Idee vor

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Ausgezeichnete Blühpaten aus der Region Löffingen (von links): Bürgermeister Tobias Link, Alexandra Steinhart, Martin Welte, Georg und Sabine Willmann, Josef Lentz, Martin Lauble, Wolfram Wiggert, Peter Hauk und Felix Schreiner. Foto: Bächle Foto: Schwarzwälder Bote

Der Haslachhof von Wolfram und Eva Wiggert steht auf mehreren Standbeinen: der Mutter-Kuh-Haltung, Energieerzeugung, Ackerbau und Hofladen.

Löffingen. Doch dies ist dem jungen Agraringenieur nicht genug, er möchte sich aktiv gegen den voranschreitenden Klimawandel einsetzen, aber auch etwas gegen das Insektensterben tun.

Interessiert zeigten sich Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner bei der Hofführung über die einzelnen Betriebszweige, wobei Wiggert vor allem die Blühpatenschaften und seine Aktionen für den Humusaufbau in den Mittelpunkt stellte. "Hier ist ein Landwirt mit Kopf, Herz und Verstand dabei", lobte Peter Hauk den Vorzeigebetrieb, der Transparenz zulässt. So schlug Wolfram Wiggert vor, seinen Betrieb für wissenschaftliche Studien der Landesversuchsanstalt zur Verfügung zu stellen, gerade um das Humusprojekt genau zu untersuchen.

Klimawandel spürbar

Der Klimawandel ist auch in der Region zu spüren, lange und heiße Trockenperioden sowie Starkregen sind Anzeichen dafür. "Die Landwirtschaft muss sich diesem Phänomen stellen und umdenken", sagte Hauk. "Es ist bekannt, dass die Landwirtschaft zur Emission klimaschädlicher Gase beiträgt.

Wenig bekannt ist aber, dass die Landwirtschaft auch in der Lage ist, das klimaschädliche CO2 aus der Atmosphäre zu binden", sagte Wolfram Wiggert.

Humusaufbau

Die Lösung, so Wiggert, sei der Aufbau von Humus im Boden, der das CO2 speichern könne. Dieser komplexe Vorgang werde anhand entsprechender Bewirtschaftung der Felder – wie auf dem Haslachhof – in Angriff genommen.

Ein Beispiel sind die mehrjährigen Pflanzen, wie die Luzerne, deren Wurzeln bis drei Meter tief in die Tiefe reichen können. "So eine Pflanze übersteht trockene Sommer viel besser", erklärte Wiggert. Mit Mischkulturen von über 20 verschiedenen Sorten, darunter auch viele Kräuter, versucht er, die notwendige Diversität vorwärtszubringen. "Allerdings muss ein solcher Boden auch entsprechend behandelt werden", erklärte Vater Herbert Wiggert.

Humus sei nicht nur CO2-Speicher, sondern bringe auch dem Landwirt Vorteile. Der Boden mit Humus könne mehr Wasser speichern, könne bei Starkniederschlägen in kurzer Zeit mehr Wasser aufnehmen und die Fruchtbarkeit verbessere sich. Jedoch müsse sich diese Arbeit für die Landwirtschaft lohnen.

Ob sich die Idee des Humusaufbaus für Landwirte flächendeckend und rentabel realisieren lässt, sieht Hauk mit einer gewissen Skepsis. Wolfram Wiggert jedoch führte das Beispiel Neuseeland an: Dort werde der Humusaufbau bereits erfolgreich praktiziert und lohne sich auch längerfristig für die dortigen Landwirte.

Blühpatenschaften

Seit mehreren Monaten bereits läuft die Blühpatenschaft, eine Aktion für Betriebe, dem Insektensterben entgegenzutreten und auch hier die Diversität zu erhöhen. Nicht nur die Insekten können hier profitieren, auch die Landwirtschaft. Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner war es vorbehalten, die Blühpaten mit Urkunden auszuzeichnen.

Für neuen Lebensraum sorgen die Blühpaten Floristikmeisterin Alexandra Steinhart, die Firma WST mit Sabine und Georg Willmann, Ofenbauer Martin Welte aus Eisenbach, die Versicherungsagentur Lentz und Lauble und die Stadt Löffingen, die beispielhaft die Auszeichnung verliehen bekamen.

Der Haslachhof ist der Hauptlieferant des Nahwärmenetzes der Stadt Löffingen. Seit 2007 geht die Stadt mit dem Haslachhof diesen ökologisch sauberen Weg der Wärmeversorgung. 200 Gebäude sind angeschlossen, die Erweiterung läuft. Der Strom in der Biogasanlage wird durch die Vergärung von Klee-Luzerne-Gras-Silage, Grünroggensilage, Rindermist und geringen Mengen Mais gewonnen. Dabei wird nicht rund um die Uhr mit allen Blockheizkraftwerken Strom erzeugt, sondern flexibel zu dem Zeitpunkt, in dem der Strom und vor allem die entstehende Abwärme benötigt werden.

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