Ob Karbatsche oder Geißel – beim Fuhrmannstag wird dem Klöpfen eine Plattform gegeben. Archivfoto: Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Dittishausen im Ausnahmezustand: Am Sonntag wird auf dem Berg Tabor wieder um die Wette geknallt

Löffingen-Dittishausen (gb). Der Fuhrmannstag in Dittishausen ist ein ganz besonderen Brauch, der jedes Jahr viele tausend Schaulustige zum Wettklöpfen mit großem Umzug auf den Berg Tabor anlockt. Am kommenden Sonntag, 27. Februar, ist es wieder soweit.

Es war Paul Hasenfratz, der die Tradition der Baaremer Fuhrmänner mit dem Klöpfertag wieder ins Leben rief. 1967 waren es er und Ewald Rokoschski, die zusammen die Fuhrmänner als weitere Fasnet-Gruppe der Geißenzunft aus der Taufe hoben. Heute wird in Dittishausen schon den Kindern das Klöpfen mit der Geißel beigebracht, wobei vor allem der "Wettklöpfmeister" Philipp Laufer zur erfolgreichen Nachwuchsarbeit entscheidend beiträgt.

Früher wie heute ist derjenige Sieger, der am längsten klöpfen kann. Während heute für die Klöpfmeister Pokale bereit stehen, einer davon wird vom Ministerpräsidenten gestiftet, ging es früher nur um die Ehre der Fuhrmänner.

Fuhrmannstag, Wettklöpfen – zwei Begriffe die heute nur noch an der Fasnet Bedeutung haben, aber bei den Zuschauern immer beliebter werden. Geklöpft wird um verschiedene Pokale, entweder mit der Geißel oder der Karbatsche. Die Geißel wurde beim Viehtreiben verwendet.

Es erfordert einen großen Kraftakt und eine ausgeklügelte Technik, den Zwick am Ende de Seils oder Stricks knallen zu lassen.

Der Wettkampf erstreckt sich hier entweder im Freistil oder im Fuhrmannstil. Die Karbatsche ist ein aus Lederriemen oder Hartseilen geflochtene Peitsche mit kurzem Holzstiel. Jede Karbatsche ist individuell, wobei sich die unterschiedlichen Flechtarten auf das Klöpfen auswirken. In Südtirol gibt es Karbatschen mit Längen von sieben Metern, die allerdings aufgrund des großen Kraftakts nur einmal geschlagen werden können. Bei der Karbatsche gibt es nur den Freistil. Für beides gilt: Geklöpft wird 30 Sekunden lang, während dieser Zeit werden die "Klöpfe" gezählt.

Der zweite große Höhepunkt, der dem Wettklöpfen vorgeschaltet ist, ist der große Umzug. Viele Gruppe der Schwarzwälder Narrenvereinigung werden auf dem Berge Tabor erwartet, die als närrischer Lindwurm durch den Narrenort ziehen. Erstmals am Sonntag mit dabei ist auch eine elfköpfige Gruppe vom AlbvereinWesternheim.

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