Derzeit wird der Lehrbienenstand umgebaut. An vorderster Front Vorsitzender Oskar Bier und Kassierer Ludwig Kromer. Foto: Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Schädliche Umwelteinflüsse / Oskar Bier bleibt Vorsitzender

Von Gerold Bächle

Löffingen. Ob es in der Zukunft noch genügend Bienen gibt, darüber machte sich der Bezirksimkerverein in seiner jüngsten Hauptversammlung Gedanken.

Die Änderung in der Landwirtschaft, Pestizide oder auch Nachwuchssorgen treiben dem Vorsitzenden Oskar Bier die Sorgenfalten auf die Stirn. Obwohl Schulklassen, Kindergärten, Vereine und auch interessierte Erwachsene den Lehrbienenstand in Löffingen besuchen, fehlt der Nachwuchs.

Extra für die Besucher hat Ludwig Kromer einen Glasschaukasten erstellt, der den Blick ins Bienenvolk erlaubt. Um für die Imkerei zu werben, wurde ein Anfängerkurs angeboten, an dem sich 17 Personen angemeldet haben.

Das Durchschnittsalter von 64 Jahren hat sich durch die beiden Neuzugänge Peter Schulz aus Göschweiler und Michaela Helmle Brugger aus Lenzkirch verjüngt, freute sich Oskar Bier. Derzeit sind im Verein 43 Imker aktiv, davon haben vier keine Bienen. Das Vereinsgebiet erstreckt sich von der Raumschaft Löffingen über die Gemeinden Friedenweiler, Rötenbach bis hin nach Lenzkirch, Saig und Kappel. Auch Züchter aus Neustadt, Eisenbach, Bräunlingen und Bonndorf sind dem Bezirksimkerverein Löffingen angegliedert.

265 Bienenvölker hat der Verein, davon zwölf auf dem Lehrbienenstand. Das sind 20 Völker weniger. Im Bereich Wutach-Gutach haben 20 Wanderimker ihre Kästen aufgestellt, deren Tätigkeit durch eine Wanderordnung geregelt ist, wie Oskar Bier erwähnt.

"Probleme in der Imkerei sind hausgemacht", so der Vorsitzende, der einen Appell an die Landwirte richtete. Er habe sehr wohl Verständnis für die Energiegewinnung, allerdings sei das frühe Abmähen der Wiesen für die Bienen ein großes Problem. "Für die konstante Entwicklung unsere Bienenvölker brauchen wir im Frühjahr auch unsere Wiesenblumen. Die Wiesen werden aber bereits vor oder während der Blüte gemäht und siliert", beklagte Bier. Ein Schock für die Bienenvölker. So fehlt für Bienen die Nahrung für die Entwicklung der Brut im Bienenvolk.

Ein weiteres Problem sind die Pestizide. "Wenn man sich einigen könnte, nicht in die vollen Blüten zu spritzen, sondern abends, wenn die Bienen nicht schwirren, wäre das schon sehr hilfreich", so Bier.

Eine neue Studie von Wissenschaftlern sieht die Pestizide als Auslöser für das wachsende Bienensterben. Oskar Bier fordert einen runden Tisch für Imker, Landwirte und Politiker.

Bei den Wahlen wurde der gesamte Vorstand bestätigt, mit demVorsitzendem Oskar Bier, Stellvertreter Willi Winterhalder, Kassierer Ludwig Kromer, sowie den Beisitzer Kurt Bächle und Artur Wangler. Derzeit wird der Lehrbienenstand umgebaut. Mit einer Verglasung und Vergrößerung sollen die Insekten mehr Licht und Wärme erhalten. Dank der vielen Eigenarbeit, gerade von Ludwig Kromer, konnte die Kasse mit einem Plus abgeschlossen werden.