Stadtmusik Löffingen begeistert mit anspruchsvollem Konzert / Stefanie Müller brilliert an der Oboe
Von Gerold Bächle
Löffingen. Der englische Komponist Gustav Holst hätte große Freude an seinen Werken gehabt, mit welchen die Stadtmusik Löffingen (SML) rund 500 Musikliebhaber aus Nah und Fern beim Neujahrskonzert begeisterte.
"Wir können stolz auf unsere Stadtmusik sein, die uns ein solch hohes Niveau an symphonischer Blasmusik präsentiert", kommentierte Bürgermeister Norbert Brugger. "Die SML hat mit Dirigent Thomas Epple wieder einmal ihre musikalische Qualität eindeutig bewiesen", freute sich auch der Vorsitzende Rudolf Gwinner.
Im Mittelpunkt des Konzertabends stand die Zweite Suite in F von Gustav Holst. Dieses viersätzige Original-Werk, basiert auf gleich sieben englischen Volksliedern. Zwölf Minuten anspruchsvolle Musik, mit Themen-, Rhythmus- und Taktwechsel forderten die Musiker. Im ersten und längsten Satz – March – werden drei Themen behandelt, die voller Musikalität stecken. Anfangs mit dem rhythmischen rustikalen Tanz, dann mit dem melodisch-weichen zweiten Abschnitt und schließlich mit dem Solo-Euphonium, der im Kontrast zum dritten Thema mit dem tiefen Holzbläsersolo steht. Ein völliger Gegenpol ist der II. Satz, der mit einem Akkord der Waldhörner beginnt und mit der Solo-Oboe die Sehnsucht nach dem Liebsten ausdrückt. Charakterisiert von markanten Schlägen des Schmiedehammers auf dem Amboss beschreibt der dritte Satz den Betrieb eines traditionellen Hufschmieds. Die Suite endet im vierten Satz, einem schwungvollen Hauptthema mit dem bekannten Volkslied "Greensleves". Durch die Überlagerung verschiedener Taktarten gelingt Holst eine kunstvolle Schichtung der Themen. Der Schlusssatz mit dem musikalischen Wettstreit zwischen der tiefen Tuba und der hohen Piccolo Flöte zeigt dabei einen besonderen Reiz.
Vor die Suite hatte Dirigent Thomas Epple "Jupiter" aus der Suite "Die Planeten" gesetzt – ein Werk mit ungewöhnlichen Orchestereffekten. Sehr beeindruckend war Stefanie Müller, die Solistin an der Oboe bei "Autumn Soliloquy", einem wunderbaren klanglichen Stimmungsbild des Herbstes. Nicht weniger imposant war der Soundtrack aus "Merida". Diese kraftvolle, lyrisch-keltisch angehauchte Melodie versetzte die Zuhörer in das mittelalterliche Schottland zurück. Thomas Epple hatte als Zugabe zwei "Schmankerl" gewählt: von Patrick Doyle Hogwart den Marsch aus dem Harry Potter Soundtrack und das schottische Lied "banks and braes" von Percy Grainger.
Das Ziel von Dirigent Thomas Epple ist nicht nur Konzertliteratur auf höchster Stufe, sein Herz schlägt auch für den Nachwuchs. So leitet er auch das Vororchester und führte mit ihm erstmals ebenfalls eine Suite auf. "Eine prähistorische Suite" von Paul Jennings, untermalt mit wunderbaren Bildern auf zwei großen Bildschirmen.