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Löffingen Experten hoffen auf zweiten Balzplatz

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Foto: © As13Sys – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Vor 100 Jahren gab es im Bereich Löffingen/Friedenweiler noch reichlich Auerwild. Heute ist der Bestand stark reduziert, der Charaktervogel des Schwarzwalds kämpft ums Überleben.

Löffingen/Hochschwarzwald. Große Unterstützung bekommen die Tiere dabei von Oberforstrat Gerrit Müller und den Förstern und Revierleitern des interkommunalen Forstbetriebs Löffingen, Friedenweiler, Eisenbach. Die Population hat sich erheblich reduziert. "Der Auerhahn ist ein faszinierender Charaktervogel des Schwarzwalds, für den es sich lohnt, zu kämpfen", so der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald und Vorsitzender der Auerwild-Hegegemeinschaft im Regierungsbezirk Freiburg, Gerrit Müller.

Zusammen mit den Förstern des interkommunalen Forstbetriebs Konrad Kuster, Christoph Birkenmeier sowie Konrad Kuster und unterstützt von den Gemeinden und der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt des Landes setzen sie alles daran, dass das Auerwild wieder ideale Plätze findet.

Noch vor dem Ersten Weltkrieg gingen Fürst Max Egon zu Fürstenberg mit Jagdgast Kaiser Wilhelm II. im Klosterwald in Friedenweiler auf Auerhahnjagd. 100 Jahre später sind auf dem Balzplatz auf Gemarkung Löffingen nur noch ein Auerhahn und sechs bis sieben Hennen auf fünf Wildkameras entdeckt worden. Im vergangenen Jahr gab es noch einen zweiten jüngeren Hahn, aber der Kampf mit dem Rivalen endete für diesen tödlich. Trotzdem hofft Gerrit Müller, dass sich rund zwei Kilometer vom Balzplatz im Löffinger Stadtwald entfernt ein neuer Platz im Klosterwald mit neuem Hahn und Hennen etablieren könnte.

Jeder ist gefordert: Seit fünf Jahren wird der Waldweg in der Nähe des Balzplatzes von Ende März bis Anfang Juli gesperrt, um dem Auerwild genügend Ruhe für die imposante Balz und die Brut zu ermöglichen. Gleich fünf Wildkameras hat Gerrit Müller aufgestellt, die nicht nur die Tiere aufnehmen, sondern auch die wenigen Waldbesucher, die sich nicht an die Absperrung halten. Auch die schnellen E-Biker machen Gerrit Müller Sorgen. "Die Ruhe für das Auerwild ist sehr wichtig", deshalb appelliert er an die Wanderer, Mountainbiker oder andere Waldbesucher, die Absperrungen sehr ernst zu nehmen.

Entwurzelte Bäume, Heidelbeersträucher, Wurzelteile, lichte helle Wälder – das braucht das Auerwild. "Sie lieben sonnige Abschnitte und gute lichte Anflugplätze", informiert der Auerwild-Experte. Hohe Kiefern, keine dunklen Fichtenwälder, Heidelbeersträucher, allerdings nicht zu hoch, Muschelkalk-Sandplätze um sich zu "pudern" (ihr Gefieder zu säubern), lichte kahle Stellen – eigentlich alles außer eines wirtschaftlich genutzten Waldes. Deshalb sind auch die Waldbesitzer gefordert, sich für das Auerwild zu entscheiden.

2018 wurden 40 Hektar Auerhuhn-Lebensraum geschaffen. Mit zu den Lücken für Küken-Pionieren (dem Projekt für das Auerhuhn) gehören Löffingen, Bräunlingen, Feldberg, Bühl und Weisenbach. Ein Jahr später kamen weitere Gemeinden dazu wie Friedenweiler, aber auch Privatwaldbesitzer, sodass das Gebiet auf eine Fläche von 100 Hektar ausgeweitet werden konnte. "Wir wollen dem Auerwild eine Chance geben." Da sind sich der Löffinger Bürgermeister Tobias Link und Armin Hasenfratz aus Friedenweiler, Fachbereichsleiter Naturschutz im Landratsamt, einig, welche sich mit Gerrit Müller zur Waldbegehung aufmachten. Vor allem als Ausgleichsfläche können sich die beiden Kommunalpolitiker neu geschaffene Lebensräume für das Auerwild vorstellen.

Das Auerwild stammt ursprünglich aus der sibirischen Taiga. Ein Hotspot war früher der Schwarzwald, heute ist der Bestand stark reduziert. Das Projekt "Lücken für Küken" soll dem entgegenwirken und das Überleben des Auerhuhns sichern. Gefundene Losungen (Kot) werden auf ihre DNA untersucht, um den Bestand zu analysieren. Das Balzplatzmonitoring sorgt für ein düsteres Bild, die Auerhuhnpopulation im Schwarzwald zeigt gerade einmal noch 135 balzende Auerhähne. Es sind nicht die natürlichen Feinde wie Fuchs und Mader, die dem Experten Gerrit Müller Kopfzerbrechen machen, sondern es ist der Mensch, wie unvernünftige Waldbesucher oder die immer kleiner werdenden Lebensräume. Ein Überleben dieses Schwarzwälder Charaktervogels ist ohne die Unterstützung und Förderung des Menschen kaum mehr möglich. Deshalb müsse das Projekt "Lücken für Küken" auch in der angespannten Lage am Holzmarkt und dem immensen Aufwand (Borkenkäfer) und Waldschutz von den Kommunen für eine Verbesserung der Auerhuhn-Lebensräume weiter verfolgt werden.

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