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Löffingen Ein verdienstvoller Mann der Heimat

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Heute vor 45 Jahren verstarb der Göschweiler Ehrenbürger Emil-Baader, der verdienstvolle Künder der Heimat. Ortsvorsteher Manfred Furtwängler, Heimatforscher Rudolf Gwinner und der Großneffe Eugen Doser auf den Spuren in der Emil-Baader-Stube. Foto: Bächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Gerold Bächle

Löffingen-Göschweiler. Unterhalb der Göschweiler Kirche, umrahmt vom freundlichen Grün mit Blick auf das Gasthaus Hirschen steht der Gedenkstein des Ehrenbürgers Emil Baader. Nur die wenigsten wissen um das Schaffen des berühmten Göschweilers.

Genau vor 45 Jahren, am 2. November 1967, verstarb Emil Baader in seiner Wahlheimat Lahr. Ein Datum, das Heimatforscher Rudolf Gwinner zum Anlass nimmt, diesen berühmten Ehrenbürger wieder in die Erinnerung der Bevölkerung zu holen.

Emil Baader, am 18. Februar 1891 in Göschweiler geboren, war Lehrer, Schriftsteller, Heimatforscher und Landeskundler. Bekannt wurde er als "Stubenbaader", da er vom Bodensee bis zum Odenwald in Nebenzimmern angesehener Gasthäuser 250 Heimatstuben eingerichtet hat. "Die Kultur zu den Menschen bringen" war sein Motto, und wo könne man dies besser als in den Gaststätten? Aber diese Zeitzeugen der Heimat mit heimatlicher Kunst sind nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern viele existieren auch überhaupt nicht mehr. In kaum vorstellbarer Kleinarbeit sammelte Baader Material, um eine bleibende Erinnerungsstätte einzurichten.

Im ehemaligen Gasthof Hirschen wurde 1957 auf Anregung des Landesvereins Badische Heimat eine Heimatstube eingerichtet, die später nach Emil Baader benannt wurde. Heute ist es der Großneffe Eugen Doser, der die Kulturschätze dort pflegt, ebenso wie das große Archiv, das seine Mutter Hedwig (die Nichte von Emil) Stück für Stück gesammelt hat. Die Baader-Stube im Hause Doser wurde mit Fotos von Göschweiler und den Schluchten von Fritz Hockenjos aus St. Märgen, Zeichnungen des Hüfinger Malerpoeten Lucian Reich, das Hans-Thoma-Bild des Bernauer Meisters Hans Adolf Bühler und einem Bild des Dichters Emil Gött ausgeschmückt.

Eine Kostbarkeit ist eine Originalzeichnung von Adolf Hildenbrand von der Göschweiler Kirche. In Ehren gehalten wird von Eugen und Vater Oskar Doser den Ehrenbürgerbrief, den Emil Baader am 7. Mai 1966 von Bürgermeister Ernst Rudigier erhielt. Ebenso die Ehrenmitgliedschaft, die Baader 1961 vom Landesverein Badischer Heimat bekam. Laut Gwinners Recherchen soll Bruder Oskar Baader bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gesagt haben: "Jetzt wird der fuul Sierch au no Ehrebierger, un mir hon miesä uff em Feld schaffä." Damals bekam die Kulturarbeit nicht den Stellenwert, den sie verdient hätte.

Am 25. November 1956 wurde auf Betreiben von Emil Bader die "Lucian Reich Stube" in Hüfingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Am gleichen Tag wurde hier auch der Grettele-Brunnen eingeweiht. 1959 wurde aus dem Nebenzimmer des Löffinger Gasthauses Linde von Baader die "Löffinger Heimatstube", die zum Gedächtnis an den Löffinger Kunstmaler Adolf Hildebrand und an den Löffinger Minnesänger Wachsmuth von Künsingen diente. Ein Großteil ist nach der Auflösung der Stube ins Löffinger Heimatmuseum gebracht worden.

1963 war Emil Baader federführend bei der Einrichtung der Heinrich Hansjakob-Stube in der historischen Gaststätte "Museum" in Raststatt, hier wurden Stücke von Lucian Reich aufgestellt. Rund 250 solcher Heimatstuben richtete Baader zwischen Bodensee und Odenwald ein. Doch der Heimatforscher war auch schriftstellerisch tätig, schrieb zahlreiche heimatkundliche Jahrbücher und Regionalgeschichten, 1966 die Liebeserklärung an den Hochschwarzwald und seinen Heimatort Göschweiler "Land der hohen Himmel und der weiten Horizonte". Auch als Mitarbeiter verschiedener Tageszeitungen machte er sich verdient. Leider kam es nicht zur Erstellung der Göschweiler Chronik, auf die Bürgermeister Rudigier drängte.

Göschweiler ehrte den Ehrenbürger nicht nur mit der Stehle und dem großen Fest am 4. Oktober 1992 zu seinem 100. Geburtstag. "Das Denkmal halten wir in Ehren", erklärte Ortsvorsteher Manfred Furtwängler. Die Kulturpflege, welche Emil Baader in dieser großen Vielfalt betrieben hat, ist auch sonst von außerordentlicher Bedeutung, da sind sich Rudolf Gwinner, Manfred Furtwängler und Eugen Doser sicher. Ausgezeichnet wurde die Arbeit auch durch das Bundesverdienstkreuz, und noch heute kann der Kindergarten Göschweiler sich über Geld aus der Emil-Baader-Stiftung freuen. Vielleicht, so die Idee Gwinners, könnte man an der Grundschule einen Emil-Baader-Preis einführen.

 
 

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