Die Bürgermeister des Sprengels Hochschwarzwald verabschieden sich vom Kollegen Clemens Hensler. Foto: GeroldBächle Foto: Schwarzwälder-Bote

Nach 32 Jahren Bürgermeister kamen viele um Adieu zu sagen / Standing-Ovations für einst jüngsten Bürgermeister

Friedenweiler (gb). "Time to say good bye" – eines der wunderbaren Lieder, die Neal Banerjee, begleitet von Waldemar Lang am Flügel, bei der beeindruckenden Verabschiedung von Bürgermeister Clemens Hensler in der übervollen Benedikt-Winterhalder-Halle vortrug.Die Politprominenz, die Vereine, Bürger und Freunde verabschiedeten sich mit Standing-Ovations bei dem so beliebten Gemeindeoberhaupt. Bürgermeisterstellvertreter Armin Hasenfratz und sein Kollege Peter Reineck durchstreiften das politische Leben von Clemens Hensler, der nicht nur in der Gemeinde Friedenweiler politische Geschichte geschrieben hat.

Imposant dazu die Fotopräsentation von Sandra und Dieter Schäfer, der den Schultes von 1980 bis heute in seiner politischen, aber auch gesellschaftlichen Arbeit zeigte. Wichtig waren ihm die Dorfgemeinschaft, Vereine und Ehrenamt, sowie die Finanzen. Mit gutem Beispiel ging er voraus und scheute es nicht, sich selbst mit einzubringen, die Vereine aktiv zu unterstützen, selbst Ehrenämter zu begleiten und als "Zuschuss-Fuchs" war er bestens bei den Behörden bekannt. Mit einer "Zuschuss-Kuh" – ein beliebtes Zitat in Gemeinderatssitzungen von Clemens Hensler – und vielen weiteren tollen Geschenkideen verabschiedete sich der Gemeinderat durch Peter Reineck. "Wir hätten keinen besseren Kapitän an der Spitze unsere Gemeinde finden können", so Armin Hasenfratz. Hensler sei ein Vorbild an Einsatzbereitschaft, ein Krisenmanager, ein Mann der Tat und nicht nur der Worte.

Dies bestätigte auch Guido Disch, als Vertreter der örtlichen Vereine, die ihren Schultes zum Dank ein eigenes für ihn geschriebenes Buch überreichten. Er hätte immer das Ohr am Puls der Gemeinde gehabt und so manche Klippe umschifft um die Zukunft der 20 Vereine zu gewährleisten.

Landtagsabgeordneter Reinhold Pix hatte in der Geschichte gestöbert als Clemens Hensler mit 25 Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde. Ein Tag vor der Präsidentschaft von Ronald Reagen, der Zeit des kalten Kriegs und der Zeit als die Grünen noch ein Pflänzchen waren. Friedenweiler wurde während der Zeit aus dem kleinen Pflänzchen eine schöne Blume mit steigender Einwohnerzahl und einer guten Infrastruktur. Mit einem "Kamikaze-Wein" überraschte Pix.

Eine konstruktive Zusammenarbeit bescheinigte auch der ehemalige Staatsekretär Ludgar Reddemann, der auch im Namen von Thomas Dörflinger und Patrick Rapp, die großartige Leistung von Clemens Hensler bestätigte. Er habe die Demokratie in der Gemeinde gelebt. Die Landrätin Dorthea Störr-Ritter, sie kam direkt aus Berlin, nannte Clemens Hensler den "Zuschuss-Fuchs", nicht nur für die Gemeinde, sondern auch im Kreistag, wo er seit 2004 immer ein wachsames Auge auf die Finanzen hatte.

Einen herzerfrischenden Rückblick hatte Stefan Wirbser, der Kreisvorsitzende der Bürgermeister, mit dabei. Als brillanter Cegospieler war die legendäre Aussage "Cego mit Räuberwarnung", so Stefan Wirbser, dem sich Reinhard Feser Bürgermeister Sprengelvorsitzender mit einem Geschenk anschloss.

So geschickt wie dieses Spiel war Hensler auch in seiner politischen Arbeit, eine Person die kontinuierlich mit leisen Tönen aber effizient und durchsetzungsfähig die Gemeinde von einem bäuerlichen Schwarzwalddorf zu einer zukunftsfähigen Gemeinde entwickelt habe. Fachwissen und politische Verantwortung bescheinigte auch Bürgermeister Norbert Brugger, als Verwaltungsgemeinde. Als guten umsichtigen Chef, der das Amt mit Herz und Verstand ausübte, so bezeichnete Anita Baader als Vertreterin der Mitarbeiter Clemens Hensler.

Mit der Übergabe der aus dem Jahre 1850 stammenden Amtskette wird nun Hensler-Nachfolger Josef Matt die politischen Geschicke der Gemeinde leiten.

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