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Löffingen Als die Bauern in den Krieg zogen

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Mitten in den Bauernkrieg in den Jahren 1524/25 entführte der Löffinger Historiker Matthias Wider die rund 70 Zuhörer bei seinem spannenden Vortrag.

Löffingen. Auch aus der Region Löffingen machten sich streitbare Bauern auf, um für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Es war die Zeit, als die Bauern sich gegen die Obrigkeit auflehnten, für eine bessere Zukunft kämpften und sich letztlich geschlagen geben mussten. Die Revolte kostete laut Wider etwa 100 000 Bauern das Leben.

Gesellschaftsordnung

Um die Revolte zu verstehen, müsse man die damalige Gesellschaftsordnung kennen lernen, so Wider in seinem spannenden und informativen Vortrag. Der Klerus (Kirche) sorgte für das Seelenheil, denn damals waren Himmel und Hölle für die Menschen ganz konkret. "Der Adel sollte den Menschen Schutz und Sicherheit gewährleisten. Der Bauernstand arbeitet und sorgte für die Nahrungsmittel für sich, aber auch für die beiden Stände, etwa als Zehnten oder den Frondiensten", so Wider. Dies wurde von den Bauern als Gott gegeben hingenommen, bis zu dem Zeitpunkt, als der Adel und Klerus ihren Verpflichtungen (so die Bauern) nicht mehr nachkamen.

Hergang des Aufstandes

1524 überspannte der Graf von Lupfen in Stühlingen den Bogen und es kam zum Aufstand. Die Bauern verweigerten den Gehorsam und formierten sich unter dem Feldhauptmann Hans Müller von Bulgenbach. Die Stühlinger und Waldshuter zogen gemeinsam über die Wutach und durchquerten die Grafschaft Fürstenberg über Bachheim, Hüfingen, Löffingen, Lenzkirch, Vöhrenbach, Bräunlingen und Ewattingen. Um den Unruhen Herr zu werden, wurden Soldaten auf die Baar geschickt, im Kampf mussten bei Donauschingen die ersten Toten der Baar beklagt werden.

Der Brandbrief des Löffinger Stadtpfarrers Johann Friedrich Mammer beschreibt, wie die Situation sich in Löffingen abspielte. Der Pfarrer erhielt Morddrohungen und fürchtete um sein Leben. In Göschweiler verweigerten die Bauern die Gebühren für das Lesen von Messen, ebenso das Beichtgeld und die Beichte selbst. In Bachheim weigerte man sich den Zehnten und Heuzehnten zu entrichten. Die Löffinger störten die Dreikönigsmesse, prosteten sich zu und tranken auf den Tod des Pfarrers.

Bauern ziehen vor Gericht

Die Löffinger Bauern bestimmten mit den Bauern der Baar Michel Schmid aus Riedböhringen und Andreas Müller aus Reiselfingen zu Vertretern vor Gericht. Sie reichten einen 55-seitigen Beschwerdetext ein, der von den Adligen auf Einzelvorgänge heruntergebrochen wurde, um Zeit zu gewinnen. Doch es kam nicht mehr zu Verhandlungen.

Anfang April 1525 überschlagen sich die Ereignisse. Bauernführer Hanns Benckler zog mit den Bauern vom Hegau nach Löffingen. Hier stießen die Schwarwälder und Tuttlinger Bauern dazu, an der Spitze des Gesamtaufgebots von mehreren tausenden Bauern setzte sich Hans Müller von Bulgenbach. Sie zogen nach Radolfzell, Villingen und Freiburg. Schnell änderte sich die Situation, als Georg Truchseß von Waldburg die Söldnerheere anführt. Nach den Schlachten in Hilzingen ist der Bauernaufstand niedergeschlagen. "Die Löffinger und die Bauern der Region mussten ebenfalls kapitulieren und am 12. Juli in Geisingen die Hegauer Artikel akzeptieren", erklärte Wider.

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