Ein Schüler des Hermann-Hesse-Gymnasiums beschwert sich im Gemeinderat über den Zustand des Haffnerbaus. OB Florian Kling verspricht Besserung, verweist aber auf die Haushaltslage.
Die Stadt hat in der Vergangenheit viel Geld in die Schulen investiert. So wurden zum Beispiel die Grundschule in Altburg oder das Maria-von-Linden-Gymnasium in Stammheim saniert. Aber es gibt noch weiteren Bedarf. Im Gemeinderat beschwerte sich nun Henri Scherer über die Situation im Haffnerbau des Calwer Hermann-Hesse-Gymnasiums (HHG). Scherer besucht am HHG die achte Klasse.
Löcher in der Decke und „grauenhafte Toiletten“
„Der Haffnerbau ist in einem maroden Zustand“, sagte Scherer. Die Heizung funktioniere nicht richtig, die Toiletten seien „grauenhaft“. Der Chemie-Raum habe Löcher in der Decke. Manchmal tropfe Wasser durch. Zudem hingen lose Kabel herab. „Warten Sie darauf, dass das Gebäude zusammenbricht?“, fragte er in Richtung des Oberbürgermeisters Florian Kling. Scherer wollte wissen, ob es schon ein Datum gebe, zu welchem die Sanierung endlich angegangen werde.
Machbarkeitsstudie für Sanierung läuft
„Es stimmt: Der Haffnerbau ist eines der schlechtesten Gebäude“, antwortete Kling. Die Verwaltung kenne den Zustand dort. Aktuell werde eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung erstellt. Die Umsetzung der Sanierung sei „mittelfristig“ eingeplant. Aber: „Andere Gebäude müssen auch saniert werden“, so der Oberbürgermeister. Deshalb sei noch unklar, wann konkret der Haffnerbau an der Reihe sei.
Seeäckerschule auch sanierungsbedürftig
Allerdings stehe der Haffnerbau oben auf der Liste – gemeinsam mit der Seeäckerschule. Denn die müsse ebenfalls dringend saniert werden. Hier habe man erst kürzlich nach einem Hinweis der Schulleitung prüfen müssen, ob Teile des Gebäudes überhaupt noch sicher sind. Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk habe man die Lage dort gecheckt. Das Ergebnis: Der Betrieb der Seeäckerschule könne erst einmal weitergehen.
Kling: Vielerorts marode Schulen erneuert
Kling verwies darauf, dass die Stadt in den vergangenen Jahren vielerorts marode Schulgebäude erneuert habe. Neben der Grundschule in Altburg und dem Gymnasium in Stammheim sei im vergangenen Jahr auch der sanierte Ostflügel der Heinrich-Immanuel-Perrot-Realschule eingeweiht worden. Er erklärte, dass die Stadt solche Maßnahmen wegen der Haushaltslage nicht ohne Fördermittel umsetzen könne. Bei der Förderung würden allerdings Schulräume gegenüber Fachräumen bevorzugt. Da sich im Haffnerbau vor allem Fachräume befänden, komme die Seeäckerschule bei der Sanierung also wahrscheinlich zuerst zum Zug.
Stimmen aus dem Gemeinderat
Peter Drenckhahn (AfD) fragte nach, ob bei den Zuständen im Haffnerbau die Sicherheit der Schüler gefährdet sei. Kling verneinte das. „Es gibt keine Gefährdung“, meinte auch Gudrun Mogler (SPD/Grüne). Die Schule habe einen zuverlässigen Hausmeister. Trotzdem sah sie den schlechten Zustand des Gebäudes. Man habe schon mehrfach Wasser im Haus gehabt und überall seien Löcher in den Decken. Dafür brauche es eine richtige Lösung und keine „Flickschusterei“. Zudem führten die Löcher in der Decke dazu, dass Schüler dort Sachen hineinwerfen.
Und auch der Zustand der Toiletten sei „tatsächlich ein Problem“. Allerdings sieht Mogler hier die Schüler in der Mitverantwortung. Die Toiletten im Haffnerbau seien nämlich wegen Vandalismus geschlossen worden.