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Lockdown genutzt Tourist Information Loßburg setzt Projekte um

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Schäferwanderungen fanden diesen Sommer sehr häufig statt. Foto: Gemeinde

Loßburg - Ein besseres Radnetz, neue Erlebniswanderwege und eine barrierefreie Homepage - die Loßburg-Information ist in Lockdown-Zeiten alles anders als untätig. Sie nutzt die Zeit, um die Gemeinde in Sachen Freizeitangebot attraktiver zu machen. Welche Neuerungen die Loßburger sehr bald erwarten, erfahren Sie in unserem SB+-Artikel.

Mindestens vier Wochen ohne Veranstaltungen, ohne Feiern, ohne Hotels- und Gaststätten. Damit ist für die Tourismusbranche die nächste Zeit des Stillstands da. Loßburgs Tourismuschefin Karin Armbruster hat dennoch alle Hände voll zu tun.

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Die Tourismuschefin ist besorgt. Nicht nur um die Reisebranche an sich, auch um die Gastronomie. "Wir versuchen jetzt, unsere Gastronomen zu unterstützen, so gut es geht." Armbruster und ihre Kollegen melden sich bei den Hotels und Gaststätten, fragen, wo noch "Essen to go" abgeholt werden kann und kommunizieren diese Informationen auf allen möglichen Kanälen. "Das Überleben der Gastronomie ist uns eine Herzensangelegenheit", meint sie.

Dass das Überleben der Gastronomen kurze Zeit aufs Neue gefährdet sein könnte, daran dachten im Juli die Wenigsten. "Wir hatten über den Sommer kaum Zeit für irgendwelche neuen Projekte", erinnert sich Armbruster. "Große Veranstaltungen gab es nicht, deswegen haben wir unser Programm angepasst. Die Kinzigfee oder Holzfällerwanderungen hatten wir dann jede Woche, obwohl es die sonst nur etwa einmal im Monat gibt. Dazu kamen viele Radtouren." Die Nachfrage sei riesig gewesen, größer als in normalen Sommern. "Wir haben auch einen Räderverleih und der war durchgehend ausgebucht." Der große Ansturm sei schön gewesen, es sei aber auch vieles liegen geblieben, wofür keine Zeit war. Im harten Kontrast dazu steht nun der November. "Ich hätte es sehr gerne anders gehabt, aber jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen", erklärt die Chefin der Loßburg Information.

Familienfreundlichkeit soll ausgebaut werden

Viel habe sie "in der Pipeline", was im normalen Betrieb kaum zu schaffen sei. Die Weiterentwicklung von Radwegen sei ein großes Thema, außerdem der Ausbau von Rundwanderwegen und Themenwegen. "Da sind wir gerade an einigen dran." Im Zauberland gebe es zum Beispiel eine neue Wiesenerlebnisrunde. "Diese Strecke ist fast fertig, wir müssen nur noch den Weg ausbauen", erklärt sie. Im Sommer, als die Öffentlichkeit das Zauberland ganz besonders als Rückzugsort genutzt habe, "da konnten wir ja nicht die Bagger anrücken lassen", meint sie. Der November aber sei ohnehin die "Saure-Gurken-Zeit", in der sich bei der Kälte kaum noch jemand raus traue. Deswegen werde der Wanderweg jetzt fertig gestaltet. "Infotafeln am Rand des Weges erklären den Besuchern dann alles über die Wiesen, deren Bewohner und Pflanzen", verrät Armbruster. "Es gibt Sachtexte für die Erwachsenen und Erzähltexte für die Kinder." Da tauche immer wieder eine kleine Biene auf, das Maskottchen der Wiesenrunde. Die Familienfreundlichkeit sei auch ein Punkt, der weiter ausgebaut werde. Der Wiesenrundweg soll noch innerhalb diesen Jahres fertig werden.

Das nächste, was die Loßburg Information in Angriff nehmen will, ist ein Erlebnispfad zum Thema Wald. "Damit haben wir sogar schon angefangen." Die Informationstexte zu den Tafeln erarbeiten die Mitarbeiter zusammen mit Fachleuten. "Beim Wald wären das zum Beispiel Förster, die an ganz andere Zahlen und Fakten kommen als wir", erklärt Armbruster.

"Projekte, Projekte, Projekte", fasst sie zusammen, was sie und ihre Kollegen gerade beschäftigt. "Wir versuchen, möglichst präsent zu sein, weil die vielen Tourismusmessen ja auch nicht stattfinden. Die CMT-Messe in Stuttgart ist die größte, zu der wir normalerweise gehen." Normal sei dieses Jahr aber nichts. "Wäre die Corona-Krise nicht, dann wären im Kinzighaus das ganze Jahr über jedes Wochenende zwei oder drei Veranstaltungen. Davon abgesehen wären wir jetzt gefordert, den Weihnachtsmarkt vorzubereiten." Das alles falle nun weg.

Sogar Blinde können auf die Webseite zugreifen

Eine große Baustelle, mit der sich die Verwaltung stattdessen beschäftigt, sei die Homepage der Gemeinde. "Die wird gerade barrierefrei", sagt Armbruster, die auch die Stellvertreterin des Bürgermeisters ist. "Das bedeutet, dass die Inhalte gut verständlich sein und in leichter Sprache angeboten werden, damit zum Beispiel auch Menschen mit Lernschwierigkeiten sie lesen können." Die Bedienbarkeit, also die Navigation durch die Inhalte, müsse vereinfacht werden. Und Menschen mit Behinderung müssen mit eigenen Hilfsmitteln auf die Webseite zugreifen können. "Sogar Blinde müssen sie so nutzen können." Eine Homepage so umzubauen, sei natürlich viel Arbeit und koste Zeit. Davon haben die Verantwortlichen in diesem Monat auch mehr als für gewöhnlich.

Stolz ist die Tourist Information auf eine neue digitale Infotafel an der Wand, die diese Woche in Betrieb genommen wurde. Da können sich die Bürger laut Armbruster über "einfach alles" in und rund um Loßburg informieren.

"Lockdown heißt für uns nicht gleich Lockdown", meint Armbruster, die Langeweile nicht kennt. "Wir nutzen die vier Wochen gut. Trotz allem müssen wir positiv nach vorne schauen", findet sie. "Wir versuchen, uns die unschöne Situation zunutze zu machen und derweil ein paar Weichen für die Zukunft zu stellen."

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