"Kaiser" Franz begeistert sich für Jogis Jungs. Foto: AP

Das neue Deutschland hat den Fußball-„Kaiser“ überrascht. Beckenbauer schwärmt über DFB-Elf.

Johannesburg  - „Kaiser“ Franz Beckenbauer hat den neuen deutschen Mittelfeld-Chef Bastian Schweinsteiger geadelt und die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw zur nationalen Angelegenheit erklärt. „Jeder will, dass er weitermacht. Es wäre wunderbar, weil es sein Team ist, weil es seine Handschrift ist“, sagte der 64-Jährige am Montag bei einem Sponsorentermin in Johannesburg. „Er war mutig genug, den jungen Spielern eine Chance zu geben.“

Der Kaiser zieht Vergleiche zur WM-Elf von 1990

Von den Erfolgen und der Spielweise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ist auch Beckenbauer „überrascht“. Der ehemalige DFB-Teamchef verglich die aktuelle Auswahl um Kapitän Philipp Lahm, Schweinsteiger & Co. mit seiner Weltmeister-Elf von 1990 in Italien. „Wir haben 20 Jahre gewartet, um wieder so eine tolle deutsche Nationalmannschaft zu haben“, lobte Beckenbauer den Halbfinal-Teilnehmer.

Gegen die Niederlande im Finale: "Das wäre das Maximum"

Gegen Spanien am Mittwoch in Durban erwartet er eine „schwierigere Aufgabe als gegen England und Argentinien“. Doch die Mission beim Kick am Kap soll weitergehen. „Wir sind noch nicht fertig. Das Ziel ist, Weltmeister zu werden“, sagte Beckenbauer. Bis jetzt habe die Elf einen guten Job gemacht. „Wenn sie Weltmeister werden, haben sie einen exzellenten Job gemacht.“ Als Endspielgegner am kommenden Sonntag im Soccer City Stadion von Johannesburg wünscht er sich die Niederlande. „Das wäre das Maximum.“ Der einstige Grantler und aktuelle Deutschland-Fan Beckenbauer traut dies der DFB-Elf zu. „Die Mannschaft spielt noch dominanter und noch eindrucksvoller als vor vier Jahren“, sagte der „Kaiser“ in Anspielung auf das „Sommermärchen“ 2006 in Deutschland mit dem dritten Platz.

Beckenbauer: "Es ist fantastisch, diesem Team zuzuschauen"

Erst am Sonntag war er nach drei Wochen in der Heimat wieder nach Südafrika gekommen und plauderte in leuchtend rotem Poloshirt, Jeans und schwarzen Turnschuhen über seine neue Liebe. „Es ist fantastisch, diesem Team zuzuschauen. Jeder will den Ball, jeder bewegt sich, sie haben diesen Erfolg verdient“, sagte Beckenbauer. Einen hob der Weltmeister von 1974 dann aber doch heraus: Bayern-Profi Schweinsteiger. „Wenn man alle fünf Partien betrachtet, ist er für mich der beste Spieler des Turniers.“ Nur bei einer Frage musste Beckenbauer kurz grübeln. Ob und wenn ja welche Erklärung er denn habe für die famose Leistung? „I weiß es net. Frag den Löw, der weiß es auch net“, sagte Beckenbauer und verschwand im Aufzug. Er musste den Flieger nach Kapstadt bekommen.