In Freiburg steht im Juni die zweite Auflage der Münsterplatzkonzerte auf dem Programm. Dann wird das Wahrzeichen in der Innenstadt wieder Schauplatz für Livemusik von nationalen sowie internationalen von Pop-, Elektro- und Klassikkünstlern.
Es ist für jeden was dabei: Die etwas älteren Pop-Fans freuen sich auf Ronan Keating, das junge Party-Volk geht zu Aufsteiger Montez, zum Doppel-Event mit Meute und Parov Stelar oder zur „Sea You On Tour“-Show unter anderem mit Fritz Kalkbrenner. Klassikfreunde kommen bei Carl Orffs „Carmina Burana“ und Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ auf ihre Kosten: die Münsterplatzkonzerte in Freiburg finden zwar erst zum zweiten Mal statt, aber sie sind schon jetzt fest verankert im Freiburger Veranstaltungskalender.
Eine Besonderheit ist, dass sich gleich vier Konzertveranstalter für die sechstägige Konzertreihe zusammengeschlossen haben. Einer weniger als im Vorjahr, berichtet Marc Oßwald von der Konzert-Agentur Vaddi: „Der Kollege Christoph Römmler wollte sich mit seiner Firma Karbo-Events wieder mehr auf seine anderen Veranstaltungen konzentrieren“.
Münsterplatz ist die ideale Kulisse für die Konzerte
Und so sind es neben Oßwald in diesem Jahr die Klassik-Profis Albert Konzerte, das weltbekannte Freiburger Barockorchester FBO und der Techno-Veranstalter Bela Gurath („Sea You Festival“), die das Programm auf dem vermeintlich schönsten Platz Freiburgs gestalten. Ganz klar, sagt Oßwald, der Platz sei „der Star“. Und den können an den nicht bestuhlten Party- und Pop-Konzertabenden bis zu 6400 Menschen besuchen. Bei den Klassikveranstaltungen wird der Platz bestuhlt. „Die beiden Konzerte werden auf jeden Fall ausverkauft sein“, berichtet Oßwald einen Monat vor Beginn der Veranstaltungsreihe. Überhaupt sei man sicher, dass nahezu jeder Abend voll werde. Bis auf Ronan Keating, der vermutlich nur 3000 Fans anlocken dürfte. „Das war uns aber klar. Das Konzert zielt auf ein etwas älteres Publikum ab. Die sind ganz froh, wenn sie etwas mehr Platz haben werden“, gibt Marc Oßwald an.
Veranstaltungen dauern jeweils bis 22 Uhr
Mitten in der Stadt fast eine Woche lang jeden Abend Livemusik zu bieten, ist keine einfache Sache. Man sei mit vielen Leuten im Gespräch, berichtet Oßwald. „Aber die Rückmeldung von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Marktbeschickern auf dem Münsterplatz ist positiv“, freut er sich. „Wir machen jeden Abend um 22 Uhr Schluss, und es kehrt schnell wieder Ruhe ein.“
Die Konzertreihe spreche eine Sehnsucht in den Menschen an: „Da ist der Münsterplatz, es wird langsam dunkel, und es ist warm. Das ist eine Fantasie, die wahr wird.“ Man sehe sich auch nicht als Konkurrenz zu anderen Festivals in der Region: Der Markt und das Verhalten der Besucher entscheide über den Erfolg, nicht die Menge der gebotenen Veranstaltungen, so Oßwald.
Neben der Bühne werden LED-Leinwände aufgestellt
Entstanden ist die Idee des Festivals über Genre-Grenzen hinweg in der Corona-Pandemie als Möglichkeit, entgangene Einnahmen im Kulturbetrieb durch ein neues Veranstaltungsformat kompensieren zu können. Das Corona-Thema sei in diesem Jahr endgültig überwunden, sagt Marc Oßwald.
„Wir haben als Änderung gegenüber dem Vorjahr LED-Leinwände neben der Bühne eingeplant, damit jeder alles sehen kann“, berichtet Oßwald über die Neuerung. „Das ist eine echte Aufwertung“, ist der erfahrene Konzertveranstalter überzeugt.