Corvin Tondera-Klein und Stefanie Anhalt senden von Furtwangen aus und gewähren Einblick in ihre Arbeit. Foto: Raphael Sickinger

Radio zum Anfassen: Mit einem mobilen Studio war SWR1 in Furtwangen zu Gast und gewährte spannende Einblicke in Moderation, Technik und Zusammenspiel.

Zum temporären Radiostudio wurde der Furtwanger Marktplatz am Mittwochnachmittag von 12 bis 16 Uhr. Die beiden Moderatoren Stefanie Anhalt und Corvin Tondera-Klein sendeten live aus der Bregstadt und gewährten Einblick in ihre Arbeit.

 

Seit dem Ostermontag ist der Radiosender SWR1 auf seiner „Für uns in Baden-Württemberg Tour“ und zieht durch den Süden. Mit dem mobilen SWR1 Studio in Form eines Lastwagens ist das Team fünf Tage lang unterwegs – in Calw, Haslach, Furtwangen, Singen und Zwiefalten.

In Furtwangen nutzen viele Besucher die Gelegenheit, blickten in das mobile Studio und stellten Fragen. „Wie wird man eigentlich Radiomoderator?“ oder „Wer entscheidet, welche Musik gespielt wird?“ interessierte die Menschen am meisten.

Tondera-Klein antwortete mit einem Augenzwinkern: „Man sollte halbwegs gerade sprechen können und vielleicht eine geeignete Stimme dafür haben.“ Sein Weg führte ihn über verschiedene Sender zum SWR. Anhalt hingegen kommt aus dem klassischen Journalismus, sie arbeitete zunächst bei einer Tageszeitung, bevor sie zum SWR ging.

Eingespieltes Team

Beim Blick ins Studio wurde schnell deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel der Moderatoren ist. Timing, Abstimmung und gegenseitiges Vertrauen ist enorm wichtig. Das Duo arbeitet bereits seit längerer Zeit zusammen – ihre Routine und Harmonie sind deutlich spürbar.

Ein Blick in das mobile Studio zeigt, wie Stefanie Anhalt moderiert. Foto: Raphael Sickinger

Zwar liegen oft vorbereitete Texte vor, doch die Moderation erfolgt selten strikt nach Skript. Spontaneität, Improvisation und freies Sprechen sind wichtig. Auch die Technik im Hintergrund wurde für die Besucher greifbar. Ein Beispiel: die Verkehrsinfos, die aus der Verkehrszentrale in Baden-Baden kommen und an den Funk gesendet werden. Dieser arbeitet sie nochmals auf und schickt sie schlussendlich ins mobile Studio, wo die Moderatoren sie auf einem iPad vorliegen haben. Beiträge wie Interviews werden vorab aufgezeichnet und geschnitten.

Im Studio müssen die Moderatoren mehrere Bildschirme im Blick behalten. Ein Timer läuft mit, die Musikplaylist zeigt exakt an, wann ein Song endet, damit sie für den Einsatz bereit sind. Für den Notfall ist ebenfalls gesorgt: Sollte es technische Probleme geben, übernimmt ein Backup-Studio in Stuttgart nahtlos die Sendung.

Mehr als nur sprechen

Die eigentliche Live-Sendung ist nur ein Teil des Arbeitstags. „Wir kommen nicht kurz vor Sendebeginn und schauen, was passiert“, betont Anhalt. Hinter den Kulissen wird recherchiert, geplant und vorbereitet – ganz wie in einer klassischen Redaktion.

Für das Team ist die Tour eine schöne Abwechslung zum normalen Studiotag. „Wir freuen uns auf Besuch, auch wenn das viele Sprechen mit der Zeit anstrengend wird“, sagt Anhalt. Durch die Region zu reisen und Radio dorthin zu bringen, wo die Hörer sind, mache die Tour besonders.