Dabei genoss er sichtlich das Bad in der Menge.  Foto: Mutschler

"Leude!" Das dürfte das meistgesagte Wort beim Auftakt des "Little Happiness"-Festivals in Straubenhardt gewesen sein. Max Giesinger eröffnete das in diesem Jahr etwas andere "Happiness" – und das in bester Laune. In bester Laune zeigte sich auch das Publikum.

Straubenhardt-Schwann - Wer das "Happiness"-Festival aus den vergangenen Jahren kennt, dürfte sich in diesem Jahr leicht verwundert die Augen reiben. Statt mehrerer Bühnen und Zeltplatz für die Festival-Jünger gibt es laut Veranstalter das wohl "gemütlichste Outdoor-Wohnzimmer der Welt". Und gemütlich war es dann auch: Ein Teil der Besucher saß auf den "Happy Benches", Sitzbänken für zwei Personen. Der Rest machte es sich rund herum auf – selbst mitgebrachten – Picknickdecken gemütlich und ließ sich auch von dem leichten Regen nicht die gute Laune verderben. "Endlich wieder Live-Konzerte", hörte man da etwa von der Familie, die sich die Picknickdecke als Regenschutz über die Köpfe gezogen hatte.

Pünktlich zum Konzertbeginn hörte dann aber der leichte Regen auf. Trotzdem war es vorbei mit der Gemütlichkeit, zumindest was das Sitzen betraf. Denn als Max Giesinger Punkt 20 Uhr die Bühne betrat, hielt es keinen mehr auf den in coronakonformem Abstand aufgestellten Bänken oder Picknickdecken.

"Servus Heimat!"

"Servus Heimat!", begrüßte ein strahlender Sänger das Publikum. Und fast ein Heimspiel war es dann auch für Giesinger, schließlich kommt er aus dem nur rund 15 Kilometer entfernten Waldbronn. Deshalb freute er sich auch, wieder mal seinen heimischen Dialekt sprechen zu können, auch wenn der mittlerweile etwas eingerostet sei. "Ich könnte ja heimlaufen von hier", sagte er lachend.

"Leude!" Nicht nur einmal fiel dieses Wort, es kam ziemlich oft in den Zwischentexten vor. Etwa bei: "Wie isch die Lage, Leude?" Und die Lage war bestens. Das lag daran, dass die Festivalbesucher sichtlich Freude daran hatten, endlich wieder ein Live-Konzert besuchen zu können. Und das lag vor allem auch daran, dass sich Max Giesinger in bester Spiellaune präsentierte. Nach dem ersten Lied ging er aber zunächst mal auf Tuchfühlung zu seinen Fans und drehte eine Runde zwischen den "Parkbänken". Danach ging’s dann auf der Bühne weiter – und das musikalisch etwas anders als gewohnt. Mit Cello, Klavier und Akustik-Gitarre klangen manche Hits doch anders als sonst gewohnt. Aber dem Publikum gefiel’s. Auch als Giesinger seine Fans auf eine lange Urlaubsreise mitnahm, etwa in die Karibik mit "Despacito" von Luis Fonsi oder in den Süden Europas mit Udo Jürgens’ "Griechischer Wein". Richtig Stimmung kam dann aber natürlich bei seinen eigenen Hits auf. Bei der Musik also, für die das Publikum den Weg zum "Little Happiness" auf sich genommen hat. So gab es die "Baden-Württemberg-Premiere" des neuesten Werks "Der letzte Tag" und den letzten Hit "Irgendwann ist jetzt". Aber auch die, wenn man das bei Giesinger sagen kann, "älteren" Hits wie "Wenn sie tanzt", "Legenden" oder "Auf das, was da noch kommt" sorgten dafür, dass es eigentlich weder Parkbänke noch Picknickdecken gebraucht hätte, denn da saß eh keiner mehr.

"Über den Wolken"

Nach rund eineinhalb Stunden kündigte Giesinger den letzten Song an – und verschwand danach von der Bühne. Da aber sein größter Hit noch fehlte und ein Konzert sowieso nicht ohne die obligatorischen Zugaben enden kann, ging es natürlich auch am Mittwochabend noch weiter. Und das zunächst wieder ungewohnt. Allein – mit der Akustik-Gitarre – stellte sich Giesinger mitten im Publikum auf eine der "Happy Benches" und spielte Reinhard Meys "Über den Wolken". Spätestens jetzt wuchs dann das Unverständnis der Besucher über Giesingers "Fünf in Musik", von der er erzählt hatte. Aber die hatte er auch nur so lange, bis er anfing, Gitarre zu spielen. Das, so könnte man mit Blick auf seine Karriere sagen, war wohl sowieso ein ziemlich kluger Schachzug, für den er sich bei seiner im Publikum anwesenden Mutter dann auch bedankte: "Danke Muddi!"

Nach "Über den Wolken" kam er dann endlich: Zunächst spielte Giesinger seinen Top-Hit "80 Millionen" ebenfalls auf der Akustik-Gitarre im Publikum. Danach gab’s dann noch mal richtig auf die Ohren! Das Publikum war begeistert. Giesinger auch: "Danke Leude!"

Sechs Konzerte an sechs Tagen

Nach einem Jahr Corona-Pause gibt es in Straubenhardt wieder Live-Musik – auch wenn das "Little Happiness"-Festival etwas anders ausfällt als gewohnt. So gibt es nur eine Bühne und die Zuschauer sitzen – ganz coronakonform – auf "Happy Benches" (Sitzbänken) oder selbst mitgebrachten Picknick-Decken. Aber das Konzept kommt an, zumindest dem Publikum beim Auftaktkonzert mit Max Giesinger gefiel’s.

Insgesamt stehen sechs Konzerte an sechs Tagen auf dem Programm. Nach dem Auftakt mit Giesinger am Mittwoch und "Giant Rocks" am Donnerstagabend folgen noch die Konzerte von "Clueso" am Freitag, 20. August (20 Uhr), "Alligatoah" am Samstag, 21. August (20 Uhr), und "Bosse" am Sonntag, 22. August, ab 18 Uhr. Am Montag beschließt dann "Prinz Pi" ab 20 Uhr das "Little Happiness"-Festival.

Karten für die noch ausstehenden Konzerte gibt es zum Zu-Hause-Ausdrucken auf der Webseite happiness-festival.de. Sofern das Konzert nicht ausverkauft ist, werden die Rest-Tickets auch an der Abendkasse angeboten.