Vom 10. Oktober bis zum 18. November kommen Literaten aus ganz Deutschland nach Nagold. Dort findet eine Neuauflage der Literaturtage statt.
Belletristik, Gesellschaftskritik, Heimatkrimis und Kindergeschichten, ein Programm für alle Generationen und verschiedene Lese-Präferenzen: Den Verantwortlichen für die Nagolder Literaturtage ist es wieder gelungen, ein anspruchsvolles wie abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen.
Vom 10. Oktober bis 18. November kommen Autoren aus ganz Deutschland nach Nagold – auf Einladung der Buchhandlung Zaiser, der Stadtbibliothek sowie der VHS Oberes Nagoldtal. Finanzielle Unterstützung erhalten die drei Institutionen von mehreren Spendern und Sponsoren aus dem Stadtgebiet.
Für die Veranstaltungsreihe konnten auch in diesem Jahr wieder bekannte Größen und aufstrebende Autoren gewonnen werden. Sie werden in den Räumen der drei Organisatoren Lesungen mit Signierstunden und Möglichkeit zum Bücherkauf abhalten.
Viel Neues im Programm
In einigen Fällen ist das eine der ersten Gelegenheiten, die Werke in die Hände zu bekommen. Denn die Organisatoren – allen voran der von Berufswegen prädestinierte Burhan Mutlugöz von der Buchhandlung Zaiser – wählen zu einem großen Teil neue Bücher aus, die teils erst kurz vor den Literaturtagen veröffentlicht werden.
Dabei beweisen sie immer wieder ein gutes Gespür für qualitativ hochwertige Druckerzeugnisse, freut sich Christina Grimm, Leiterin der Stadtbibliothek in Nagold. Wolfram Eilenberger war mit „Geister der Gegenwart“ beispielsweise längst gebucht, als es sein Buch auf die Liste der Spiegel-Bestseller schaffte. Carolin Wahl wird noch einmal die Begeisterung für „Golden Heritage“ wecken, ehe der nächste Teil der Reihe erscheint. Auch der Heimatkrimi „Black Forest“ aus der Feder von Wolfgang Schorlau kommt erst wenige Tage vor der Lesung in die Buchhandlungen. Dasselbe gilt für ein Buch, das sich an die jüngsten richtet, an die sogenannten „Erstleser“, die gerade erst gelernt haben, eigenständig in den Seiten zu stöbern. Lisa-Marie Dickreiter wird mit „Karlchen und die Furchtlose Hand“ die kindliche Begeisterung für das Lesen wecken.
Ein Hidden Champion
An diesem Beispiel zeigt sich gut, wie viele Altersklassen die Literaturtage bedienen. Veranstaltungen für die Kleinen waren schon immer dabei, jedoch rücken bei dieser Auflage vermehrt Jugendliche, die nur den halben Eintrittspreis bezahlen, und junge Erwachsene als Zielgruppe in den Fokus. Zu diesem Ansinnen passt bereits die Auftaktveranstaltung, für die ein Hidden Champion gewonnen werden konnte: Niclas Seydack. Der Autor ist 1990 geboren und beschreibt in „Geile Zeit“ Kindheit und Erwachsenwerden seiner Generation.
Die Lesung von Marcel Mayr verspricht auf mehreren Ebenen, etwas Besonderes zu werden. Der über YouTube bekannt gewordene Autor ist 29 Jahre jung, hat als Pfleger aber einen ungewöhnlich guten Blick für die Probleme eines Systems, das sich um die ältesten der Gesellschaft kümmert. Wieder voll im Trend bei den Jüngeren liegt zudem ein Autor, der zur Pflichtlektüre der Schulzeit gehört: Kafka. Stefan Ackermann wird einen Vortrag über den berühmten Autor halten.
„Mein Schwaben“ von Vincent Klink
Den absoluten Höhepunkt mit einer unerreichten lokalen Größe haben sich die Organisatoren für den Schluss aufgehoben: Vincent Klink wird die Literaturtage am 18. November krönen. Mit dabei hat er sein gerade einmal zwei Tage vorher erscheinendes Buch „Mein Schwaben“. Eine köstliche Heimatbetrachtung mit seinem ganz eigenen Charme.
Die Literaturtage präsentieren also nicht nur Belletristik und Lyrik, wie Mario Gotterbarm, Leiter der VHS feststellt, sondern das gesamte Spektrum der Literatur. „Wir bemühen uns um Ausgewogenheit.“
Die geplante Lesung von Gabriele von Arnim muss abgesagt werden. Wer bereits Karten für den Termin am 28. Oktober erworben hat, kann diese selbstverständlich in der Buchhandlung Zaiser zurückgeben. Dort findet auch der Vorverkauf – nur Barzahlung ist möglich – für sämtliche Veranstaltungen statt.