Der Albschreiber der 9. Albstädter Literaturtage heißt Wolfgang Heyer und kommt aus Bad Waldsee.
Er kennt Albstadt und seine Literaturtage bereits: Bei der Eröffnungsgala vor zwei Jahren war der oberschwäbische Poetry Slammer mit von der Partei; ein paar Tage später legte er zusammen mit seinem Duo-Partner Bernhard „Barny“ Bitterwolf noch einmal herzhaft nach. Albstadt kennt ihn seither auch.
Und hat sich zwei Jahre später an ihn erinnert: Vor einiger Zeit erhielt Wolfgang Heyer, im Brotberuf Lokaljournalist und Redaktionschef der Schwäbischen Zeitung in Bad Waldsee, dazu mundartaffiner Poetry Slammer aus Berufung, einen Anruf von Albstadts Kulturamtsleiter Martin Roscher: Ob er nicht Lust habe, noch mal zu kommen und diesmal ein bisschen länger zu bleiben, nämlich als Albschreiber der nächsten „Staffel“ der Albstädter Literaturtage. Albschreiber bedeutet, Augen und Ohren offen zu halten und die Hand am Puls des Älblers – eine Aufgabe, wie geschaffen für einen suevophil veranlagten Journalisten, fand Heyer. Dass die Stellenbeschreibung außerdem Chronistenpflichten beinhaltet, war auch ganz nach seinem Geschmack. Er sei immer empfänglich für Inspiration durch Kollegen, sagt er – und wo wäre mehr konzentrierte Inspiration geboten als bei den Albstädter Literaturtagen?
Einen Oberschwaben schrecken Schnee und Stille nicht
Nicht alle Albschreiber haben sich von Anfang leicht getan – Sobo Svobodnik, der Berliner, war konstanten nächtlichen Geräuschpegel gewohnt; die stillen Albstädter Nächte im Wohnmobil, ganz ohne Nachbarschaftsstreit im Hinterhaus, machten ihn panisch. Ulrike Ulrich vermisste Internet- und Handyempfang in Burgfelden, Maja das Gupta hatte Angst vor dem Autofahren – bekanntlich versinkt Albstadt im November im Schnee.
Wolfgang Heyer kennt solche Sorgen nicht: Stille und schneeglatte Straßen können einen Oberschwaben nicht schrecken, und in der Ferienwohnung im Burgfelder Bürgerhaus wird er lediglich nächtigen, seine Bürotätigkeiten aber im Rathaus Albstadt verrichten – er freut sich auf seinen Job als Impressionensammler und Blogger. Übrigens ist er der letzte, der im Bürgerhaus logiert; nach ihm ist Schluss. Die Wohnung müsste saniert werden, und das, findet die Stadt, lohnt sich nicht.