Für die Tierschützer kann es schwer sein, Listenhunde zu vermitteln. Sie gelten als gefährliche Rassen. Anne Kreim vom Tierheim Tübingen erzählt von Wilmas Schicksal und erklärt, warum auch andere Hunde um eine Vermittlung kämpfen müssen.
Rottweiler, Pit Bull Terrier, Dobermann oder auch Mastiff stehen in einigen Bundesländern in Deutschland und auch im Ausland auf der Liste. Die Liste führt Hunderassen auf, die rassenbedingt als gefährlich vermutet werden.
In der Schweiz ging das nun so weit, dass es seit Beginn des Jahres 2025 ein Rotweiler-Verbot in Kanton Zürich gibt. Das rief auch viele Gegenstimmen, zum Beispiel auf den Sozialen Medien wach.
Anne Kreim vom Tierschutzverein Tübingen erklärte in einem Gespräch mit unserer Redaktion, welche Probleme das Tierheim mit Listenhunden hat. Sind nur diese Rassen schwer vermittelbar?
Schwierige Fälle kommen meist aus Beschlagnahmungen
Die schweren Fälle, bei denen die Hunde auch aggressiv sein können, kommen meistens von Beschlagnahmungen, klärt die Tierschützerin auf. Die Tiere werden vom Veterinäramt und der Polizei ins Tierheim gebracht. Das seien im Jahr etwa 10 bis 20 Tiere. „Das ist für uns nicht leicht“, gibt die Vorsitzende zu. Es müsse viel beachtet werden. Zum Beispiel sei nicht jeder Gassigänger für jeden Hund passend.
Die Rasse sei hierbei nicht zwingen ausschlaggebend. Hierbei komme es auch auf Faktoren wie vorherige Krankheiten, Größe und Gesundheit an. Trotzdem sei die Zurückhaltung gegenüber Listenhunden auch im Tierheim zu spüren.
Im Jahr 2023 wurde die Rottweiler-Hündin Wilma abgegeben. „Sie war lieb und umgänglich. Trotzdem dauerte es fast zwei Jahre, bis sie vermittelt wurde“, bedauert die Tierschützerin. Das Ziel sei es, dass die Tiere so wenig Zeit wie möglich im Tierheim verbringen.
Freddy hat es ebenfalls schwer
Auch im Moment hätten sie einen schwer zu vermittelnden Hund – ein Riesenschnauzer. Freddy ist neun Jahre alt, wie auf der Webseite des Tierheims herauszufinden ist. Allerdings sei er auf einem Ohr seit einer Operation taub. Und auch die Größe mache etwas aus, erklärt die Tierschützerin. „Er ist eben riesig.“
In solchen Fällen holen sich auch die Experten Hilfe. Für jede Hunderasse gebe es eine Nothilfe, an die man sich wenden kann. Bei Freddy rief das Tierheim die Riesenschnauzer-Nothilfe an, bei Wilma die Rottweiler-Nothilfe. Nun hofft Anne Kreim auf die beiden Interessenten, die vorbeikommen und den Hund anschauen. Vielleicht findet dann auch Freddy bald wieder eine Familie.