Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert stellt jedes Jahr einen Zehn-Punkte-Plan für die Gemeinde auf.
Während einige sich fürs neue Jahr planen, mehr Sport zu treiben oder weniger Fleisch zu essen, nimmt der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert sich für jedes Jahr etwas für seine Gemeinde vor. Und er hat nicht nur einen Vorsatz: Seit zehn Jahren formuliert er immer im Januar einen Zehn-Punkte-Plan für die Gemeinde Gutach. „Den hänge ich mir dann an den Spiegel und an dem messe ich mich am Ende jedes Jahres selbst“, erklärt Eckert im Gespräch mit unserer Zeitung.
Auch für 2026 stehen für die Bollenhutgemeinde einige große Projekte auf dem Plan. Nicht alle davon sind neu. Als ehemaliger Langstreckenläufer weiß Eckert aber auch: „Man braucht für vieles einen langen Atem und da ist es gut, dass Bürgermeister für acht und der Gemeinderat für fünf Jahre gewählt werden. Manche Projekte brauchen einfach lange.“
Um so mehr freut er sich, dass im vergangenen Jahr einige Vorhaben erfolgreich beendet wurden. Dazu gehört vor allem die Eröffnung des Kurparks als neuer Ortsmittelpunkt. Dieser war der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 750-jährigen Bestehen der Gemeinde. Dennoch bleiben für 2026 einige Maßnahmen auf der Agenda.
Zweiter Wasserhochbehälter: Die Gemeinde versorgt sich zu 50 Prozent selbst mit Wasser, den Rest bezieht sie aus der Kleinen Kinzig. Der erste Hochbehälter kommt langsam in die Jahre; der weitere im Bühl soll im Zweifelsfall die Versorgung sicher stellen. Er ist bereits fertig gestellt und soll in diesem Jahr angeschlossen werden. Insgesamt kostet das Projekt 800 000 Euro, die Kosten werden im Haushalt auf zwei Jahre verteilt. So sind im Etat 2026 400 000 Euro festgesetzt. Der neue Hochbehälter besteht aus Kunststoffrohren und ist damit günstiger als traditionelle Bauten.
Hasemannweg: Am Hasemannweg vor dem Alemoserhof soll ein Baugebiet mit Miet- und Sozialwohnungen entstehen. Momentan wird der Bebauungsplan konzipiert. Auch die Frage, was mit dem Alemoserhof geschehen soll, soll in diesem Zuge geklärt werden.
Linde: Über Jahrhunderte war die „Linde“ das Herzstück der Gemeinde, dort fanden Gemeindeversammlungen, Feste und viele Familienfeiern statt. Derzeit wird sie umgebaut und saniert. Es sollen Gästezimmer und ein Wellnessbereich entstehen. Die Betreiber Martin und Suzy Wernet wollen in diesem Jahr den Betrieb starten.
Lindengarten: Das Rondell vor der Linde mit seinen markanten Lindenbäumen soll aufgewertet werden, denn dort ist das Begegnungsportal für den Kinzigtalsteig geplant. Die Idee ist laut Eckert, den Platz genau wie den Kurpark mit Sandstein hell und freundlich zu gestalten. Und natürlich soll der Platz auch ansprechend bepflanzt werden. Die geschätzten Kosten betragen 70 000 bis 80 000 Euro. Sie werden von Leader gefördert. Im Herbst soll dieses Projekt angegangen und beendet werden.
Felssicherung: Ein Felsabgang im Herbst 2023 hatte den Anwohnern des Ramsbaches einen ziemlichen Schrecken eingejagt. Die Kosten zur Sicherung des Hangs waren schnell ermittelt: 250 000 Euro sollte die Maßnahme betragen. „Zum Glück haben wir da eine kleine Förderung bekommen und entsprechende Fachfirmen zur Hangsicherung in der Region“, betont Eckert. Der Posten wurde im Haushalt über mehrere Jahre verteilt und das Projekt soll dieses Jahr seinen Abschluss finden.
Sporthalle: Die Gutacher Sporthalle wird stark frequentiert. 500 Sportler trainieren dort pro Woche und jeder Verein hat Gerätschaften, die untergebracht werden müssen. Dafür will die Gemeinde zwei neue Geräteboxen anschaffen. Auch die Oberlichter müssen ausgetauscht werden. Diese beiden Maßnahmen schlagen mit insgesamt 250 000 Euro zu Buche. Ende Dezember hat die Gemeinde beim Deutschen Sportbund einen Antrag auf Förderung gestellt. Die Differenz soll aus dem Sondervermögen des Bundes ausgeglichen werden.
Ebersbach: Im Ebersbach müssen die Regenwasser- und Frischwasserleitungen ausgetauscht und die Straße komplett erneuert werden. Das soll 330 000 Euro kosten.
Linker Sulzbach: Die Straße im linken Sulzbach muss saniert werden. Das schlägt mit 110 000 Euro zu Buche und soll mit Hilfe des Sondervermögens bezahlt werden.
Breitbandausbau: Der Breitbandausbau ist nicht nur in Gutach ein Dauerthema. „Es ist eine Riesenleistung, das umzusetzen“, betont Eckert. Er ist froh, dass die Breitband Ortenau gegründet wurde, die den Ausbau dort übernimmt, wo es sich für die privaten Anbieter monetär nicht lohnt. „Sonst wären wir jetzt genauso weit wie vor fünf Jahren“, sagt er. In diesem Jahr soll der Anschluss aller Haushalte erledigt sein, hofft der Bürgermeister.
Schuldenabbau: Die Schulden Gutachs sollen weiter abnehmen. „Früher betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 680 Euro. Heute rund 200 Euro“, führt der Bürgermeister aus. Nichtsdestotrotz verfolgt er das Ziel, die Schulden weiter zu verringern.
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Auch die Erschließung des Neubaugebietes Lindenmatte soll dieses Jahr erfolgen. Zwölf Baugrundstücke werden dort vergeben. Desweiteren verfolgt Bürgermeister Siegfried Eckert weiter seinen Plan, einen Zahnarzt in den Ort zu holen. Insgesamt soll die Ärzteversorgung in Gutach verbessert werden.