Eine gehörige Portion Alltagskomik hat der Kabarettist Michael Klink – alias „LinkMichel“ – seinen Gästen im Ebinger Kräuterkasten serviert. Foto: Rainer Günther

„Jetzt Hammer den Salat“ – diese Weisheit hämmerte Michael Klink – auch bekannt als „LinkMichel“ – dem Publikum im voll besetzten Ebinger Kräuterkasten ein.

Das Leben – ein Salat. Diese Erfahrung ist der Ertrag etlicher Lebensjahre; schließlich ist LinkMichel nicht mehr der Jüngste und gesegnet – öfters auch geplagt – mit Ehefrau und drei Töchtern. Zum Glück hat er auch noch seinen Freund Manne – und damit genug Personal an seiner Seite für jede Menge Alltagskomik.

 

Etwa der Einkauf im Supermarkt: Ratlos steht man vor dem Hundefutter, erspäht im Kühlfach nur ein armes, weil halbes Huhn, muss nachzählen, ob sieben Leute an der Kasse stehen, weil nur dann eine weitere öffnet.

Noch anstrengender wird es, wenn man auf Anordnung der Tochter im Fachgeschäft eine neue Hose kauft und die prompt bei der Anprobe daheim platzt. Oder beim Sport, der im gewichtigen Alter Pflicht wird: Der Mountainbiker hat Jäger und Nordic Walker zu natürlichen Feinden.

Jede Menge Follower – aber kein einziges Like

Auswärts – daheim weiß die Frau alles besser, sogar, wie man ein Bett bezieht. Außerdem ist sie bestens im Bild darüber, was in der Welt, sprich: der näheren Umgebung los ist.

Der Ort ist ja eigentlich nicht groß; LinkMichel braucht fünf Minuten, um ihn abzulaufen. Seine Frau ist mehr als eine Stunde unterwegs; schließlich muss sie alle Neuigkeiten in Erfahrung bringen.

Aber gottlob ist man ja nicht immer zu Hause – Urlaub müsste Erholung bringen. Doch von wegen – die Familie ist ja dabei, und wer Richtung Süden über den Brenner fährt, hat zwar jede Menge Follower, aber leider kein einziges Like.

Apropos Urlaub – der weckt im LinkMichel ein ums andere Mal Erinnerungen an seine Kinder- und Jugendzeit, die freilich auch nicht sehr erbaulich sind. Mühsamer Zeltaufbau auf dem Campingplatz mit hundert begeisterten Zuschauern, danach Dosenravioli und Eltern, die alles besser wussten.

Hunderte hatten ihre Freude am Zeltaufbau

Waren die Ferien dann zu Ende, dann warteten in der Schule neue Plagen: die Fährnisse beim Zettelverschicken, grantige Lehrer, die vergeblichen Versuche, Einträge und Strafarbeiten vor den Eltern zu verheimlichen, und der blöde Klassenkamerad Volker, den man so gerne zum Fenster hinausgeworfen hätte, es aber leider nicht schaffte.

Wie schön, dass es noch andere Kameraden gibt, Freund Manne zum Beispiel. Mit dem geht man abends aufs Volksfest und kommt dann immer wieder sicher heim – im Streifenwagen.

Wenn LinkMichel von diesen Erlebnissen erzählt, kann seine Sprechdynamik beträchtlich variieren: Wenn er nachdenkt, spricht er leise und langsam, doch dann kommt der Augenblick, in dem er lautstark seine Erkenntnisse hinausposaunt.

Er hat Spaß am Wortspiel: Fische sind noch „grätig“, wenn sie schon tot sind, oder: „Ich kann nicht mit dir gehen, ich hab ein Moped.“ Wenn er „Nehmen Sie ab!“ sagt, muss nicht vom Gewicht die Rede sein – es kann auch ums Telefon gehen.

Lautes Gelächter und langer Applaus der Ebinger waren sein Lohn

Gelb trägt er ungern, denn er möchte nicht als gelber Sack entsorgt werden, und beim Wasserballspiel setzt er auf keinen Fall eine rote Badekappe auf, denn diese Farbe hat auch der Ball.

Hundert Zuschauer beim Zeltaufbau – so viele passen nicht in den Kräuterkasten. Doch die Begeisterung war mindestens genauso laut wie einst auf dem Zeltplatz – sie äußerte sich durch lautes Gelächter und lang anhaltenden Applaus.