Das Linienbündel Markgräflerland startet im Dezember mit neuen Busverbindungen.
Der Umweltausschuss hat dem Kreistag die Vergabe des Linienbündels Markgräflerland einschließlich des Kandertals empfohlen. Das erweiterte Busangebot soll am 13. Dezember seinen Dienst aufnehmen. Den Auftrag erhält das Angebot der Bietergemeinschaft Regio Verkehrsverbund Oberrhein/SWEG, wie es im Kreis-Umweltausschuss am Mittwoch hieß.
Der ÖPNV im Markgräflerland weist heute ein verzweigte Linienstruktur und geringe Taktung auf – das soll sich mit der Überarbeitung des Linienverkehrs ab Dezember ändern, wie Erster Landesbeamter Ulrich Hoehler darlegte. Laut Auftrag des Kreistags wird die Linie 255 insbesondere die Gemeinden Efringen-Kirchen, Eimeldingen und Rümmingen an Lörrach montags bis freitags im Stundentakt anknüpfen.
Kern der Überlegung sei es gewesen, die bisherigen durchgebundenen Schul-Linien 274 und 277 regelmäßig an die Linie 255 anzuknüpfen und mit zusätzliche Fahrten aufzuweiten. Und: Mit einer zusätzlichen Veränderung des Fahrplans der Linie 255 können insgesamt stimmige Anschlüsse entweder direkt an Lörrach oder durch Umstiege auf die Linien 200 (Kandern – Basel) und 245 (Istein – Efringen-Kirchen – Lörrach) erreicht werden, heißt es seitens die Kreisverwaltung.
Geringere Standzeit
Verwirklicht wurde auch ein Konzept zur Reduzierung der Standzeit der Linie 200 an der Haltestelle Badischer Bahnhof. Gemeinsam mit dem Kanton Basel-Stadt wurden mehrere Varianten geprüft, die mit der AG ÖPNV des Kreistags diskutiert wurde. So wird die Haltestelle Claraplatz als End- beziehungsweise Wendepunkt der Linien 200 und 265 in den Fahrplan aufgenommen, um die beiden Linien in ihren Umläufen zu verknüpfen, wie Hoehler berichtete.
Auf Prüfstand gestellt
Darüber hinaus wurde eine Anpassung der Linienführung 200 in Weil am Rhein auf den Prüfstand gestellt: Bislang war geplant, die Linie von der Breslauer Straße kommend über die Müllheimer Straße zum Schlaufenkreisel und weiter auf die Basler Straße zu führen.
Auf Grundlage des weiteren Austauschs mit der Stadt Weil am Rhein über verkehrliche Engstellen sowie zur verbesserten Anbindung der Innenstadt soll die Linie nun bereits von der Breslauer Straße kommend über die Brühlstraße auf die Hauptstraße geführt werden. Hiernach führt sie wie gehabt auf den Schlaufenkreisel und in die Basler Straße. Die geringfügige Anpassung soll wegen der komplexen verkehrlichen Lage zunächst testweise eingeführt und stetig reflektiert werden, heißt es weiter.
Rund 4,3 Millionen Euro
Was die Kosten angeht, wird für den Landkreis Lörrach ein Zuschussbedarf von rund 4,3 Millionen Euro im ersten Betriebsjahr entstehen. Im Einsatz sein werden moderne Niederflurbusse mit jeweils 45 Sitzplätzen, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Ausgestattet sind die Fahrzeuge unteranderem mit einem automatischen Fahrgastzählsystem, WLAN sowie USB-Lademöglichkeiten für Fahrgäste.
„Wir dürfen das als Erfolg werten“, betonte Hoehler. Dieses Jahr werde ein neues Kapitel im ÖPNV im Kreis Lörrach aufgeschlagen. Man habe ein Busunternehmen gefunden, das sei keine Selbstverständlichkeit. Zudem sei der finanzielle Aufwand geringer als erwartet. In Weil am Rhein habe man überdies einen guten Kompromiss zwischen Schnelligkeit und der Einbindung wesentlicher Bushalte erreichen können.
Erfreut über das Ausschreibungsergebnis zeigte sich Gudrun Heute-Bluhm (CDU), und Ulrich May (Freie Wähler) lobte, dass es endlich ein Konzept gebe, welches auch umgesetzt werde. May erinnerte an den großen Aufwand, es seien viele Gespräche geführt und die Bürger eingebunden worden. „Das ist beispielhaft und ein gutes Ergebnis.“ So werde die Attraktivität des ÖPNV erhöht. Das Konzept bedürfe aber laufender Beobachtung, wie Johannes Foege (SPD) anmerkte. Er stelle fest, dass der ländliche Raum gut angebunden sei. Auch die Haltezeit am Badischen Bahnhof sei gut gelöst worden, befand Wolfgang Fuhl (AfD).