Zäsur in der Schlösslegasse: Das Limba ist endgültig Geschichte. Der Schwenninger Gastronom Andreas Baur übernimmt die Kultkneipe und haucht ihr neues Leben ein.
VS-Villingen - Lange Zeit war es rund um das seit einiger Zeit geschlossene Limba ruhig. Zwischenzeitlich hatten dort Umbaumaßnahmen eines kurzzeitigen Pächters stattgefunden, doch nun ist klar: Die Kultkneipe wird wieder öffnen. Allerdings verschwindet der Name Limba.
Flair soll beibehalten werden
Mit Andreas Baur übernimmt ein erfahrener Schwenninger Gastronom die Gaststätte in der Schlösslegasse. Klar ist für ihn: "Das wird sicher kein Schickimicki-Laden." Der 55-Jährige, der in Schwenningen unter anderem die Rockbar "Guns ’n’ Rosys" sowie die Balkankneipe "Nevada" betreibt, möchte das Flair des alten Limbas beibehalten.
"Man soll schon noch merken, dass es mal das Limba war", sagt Baur. Deswegen habe er in seine Pläne auch den langjährigen Limba-Geschäftsführer Bernhard Zipfel mit eingeweiht. Mit ihm sei auch abgestimmt gewesen, dass das Limba seinen Namen verliert, "da machen wir einen Deckel drauf". So wird in der Schlösslegasse zukünftig in die "Musikbar Crazy" eingeladen.
60er-Generation im Blick
Sein Konzept sieht vor, dass die Kneipe den Fokus auf 60er-, 70er- und 80er-Jahre Kultmusik legt – angefangen bei der Flowerpower-Zeit über ACDC bis hin zu Tina Turner. Baur: "Wir wollen für die 60er-Generation eine Anlaufstelle bieten – natürlich ist aber auch jüngeres Publikum willkommen." Mit der neuen Bar möchte er zur Kneipenkultur in der Doppelstadt beitragen.
Eine entscheidende Änderung zum Limba wird es mit der Übernahme von Baur, der einen langfristigen Pachtvertrag unterschrieben hat, aber geben: "Die Politik ist kein Thema." Vielmehr solle die Musik im Vordergrund stehen. Dabei soll es auch Livemusik-Events im kleineren Rahmen geben.
Umbau war notwendig
Bei allem Flair in den kultigen Räumen standen jedoch auch Modernisierungsarbeiten an. Insbesondere die Elektro- und Wasserleitungen hätten erneuert werden müssen. Auch die Sanitäranlagen hätten einen frischeren Anstrich erhalten.
Insgesamt haben sich die Räumlichkeiten vergrößert, möglich ist dies, weil zukünftig auch der Küchenbereich zum Gastraum dazugehört. Die Bar erhalte zudem eine große Theke. Was jedoch gleich geblieben ist: die künstlerische Gestaltung der Decke. "Es wird auch wieder einen Kicker geben", macht der neue Pächter deutlich.
Wechselvolle Geschichte
Los gehen soll es voraussichtlich am 15. oder 16. Oktober. Dann wird das Limba Geschichte sein, und ein neues Kapitel in der 33-jährigen Geschichte der Kneipe wird aufgeschlagen.
Diese hatte im Jahr 1988 eröffnet – damals unter dem Namen "Kitsch". Bereits im darauffolgenden Jahr stieg Bernhard Zipfel als Kneipier ein und feierte 2013 das 25-jährige Bestehen mit einem Fest.
Im Jahr 2018 folgte im Limba schließlich der große Knall, als Zipfel vom Verpächter eine fristlose Kündigung erhalten hatte. Das darauffolgende Intermezzo von Mario Puggioni als Geschäftsführer brachte jedoch keine Ruhe in die Gasse. Anschließend übernahm Martin Neumaier die Geschicke – bis Corona für das Aus der Kultkneipe sorgte.