Limón Dance Company in Ludwigsburg. Foto: promo

Es ist das Ziel der 1946 gegründeten Limón Dance Company, die innere Bewegtheit im Dialog mit der Musik sichtbar zu machen. Das verdeutlichte sie auch jetzt bei ihrem Auftritt im Forum Ludwigsburg.

Es ist das Ziel der 1946 gegründeten Limón Dance Company, die innere Bewegtheit im Dialog mit der Musik sichtbar zu machen. Das verdeutlichte sie auch jetzt bei ihrem Auftritt im Forum Ludwigsburg.

 

Ludwigsburg – Eine Reise in die Geschichte des Modern Dance bot sich am Dienstag in Ludwigsburg beim Gastspiel der Limón Dance Company. 1946 hatte der Mexikaner José Limón in New York seine eigene Kompanie gegründet. Sie besteht bis heute und beweist unter der Leitung der langjährigen Limón-Tänzerin Carla Maxwell, dass ein Erbe nicht nur bewahrt, sondern auch lebendig gehalten werden will. So gelang es dem brasilianischen Choreografen Rodrigo Pederneiras, die Limón Dance Company zu ihrem 65. Geburtstag jung und frisch aussehen zu lassen. Auch im Forum überzeugte sein Stück „Come With Me“, das die Strenge des Modern Dance und seine Beherrschtheit sehr charmant mit südamerikanischem Witz und wogender Weichheit lockerte. Blumenhosen für die Herren, flirrende Volants für die Damen, kubanische Rhythmen in der Musik: So sexy kann Modern Dance 2012 aussehen.

Aber selbstverständlich hält sich auch Pederneiras an die Spielregeln, die das älteste Stück des Abends, Limóns Solo „Chaconne“ aus dem Jahr 1942, selbstbewusst vorträgt: Aus einer Attitude entwickelt sich ein Fluss an Bewegungen, der die Leichtigkeit und Virtuosität des Balletts bewusst meidet. Extrem beherrscht ist dieser Tanz. Er erkundet in klaren Linien und ausbalancierten Gesten die Musik, hier die von Bach, und immer scheint die Schwere des menschlichen Daseins auf ihm zu lasten.

Das deutsche Tanzpaar Yvonne Georgi und Harald Kreutzberg hatte José Limón 1929 die Augen für die Ästhetik eines neuen, ausdrucksstarken Tanzes geöffnet. Die innere Bewegtheit im Dialog mit der Musik sichtbar zu machen ist auch Ziel von Limóns Choreografien. Kommt wie in „Psalm“ (1967) zu viel von außen auferlegte Erzählung dazu, wirkt der Tanz schwer. Ganz anders in Carla Maxwells „Etude“. Die Leiterin der Limón Dance Company begegnet Schuberts Liedern mit einer Leichtigkeit, die ihre Tänzer in perfekter Synchronität zu mehr machen als einer skizzenhaften Übung.