Der Popchor Neubulach unter Leitung von Andreas Kramer bereicherte den Liederabend in der Silberdistelhalle Egenhausen. Foto: Manfred Köncke

Zu einem heiter-beschwingten Liederabend mit ernsten Zwischentönen hatte der Männergesangverein Egenhausen in die voll besetzte Silberdistelhalle eingeladen. Begrüßt wurden die Besucher gewohnt locker und witzig vom Vorsitzenden Bernhard Brenner.

Die Verbindung zum mitwirkenden Popchor Neubulach bestehe, „weil Andreas Kramer nicht nur unser, sondern auch sein Dirigent ist“. Engagiert wurde außerdem die kleine Besetzung des Liederkranzes Ehningen. Die „Unerhörten“ hatte man beim Gastspiel auf der Burg Zavelstein kennengelernt.

Um es gleich vorweg zu sagen: In beiden Fällen lag man goldrichtig. Sonst hätte das Publikum die Chöre nicht erst nach Zugaberufen von der Bühne gelassen.

Immer häufiger nehmen Gesangvereine auch Stücke mit fremdsprachigen Texten ins Programm, so auch den neu einstudierten südafrikanische Song „Shosholoza“, mit dem der personell etwas ausgedünnte Männergesangverein Egenhausen das Unterhaltungskonzert eröffnete.

Verdienter Beifall

Mit den luftig-leichten und fröhlichen Weisen „Männer mag man eben“, „Frauen sind anders“ und „Aber dich gibts nur einmal für mich“ bewegte man sich danach auf vertrautem Terrain, blieb aber trotzdem konzentriert und erntete den verdienten Beifall.

Dass der Popchor aus der Nachbarschaft mit diesmal 20 Frauen und acht Männern überwiegend englische Titel interpretiert, versteht sich fast von selbst. Mit „For the Beauty of the Earth“ von Greg Gilpin sammelten die Sängerinnen und Sänger erste Pluspunkte.

Tenor und Pianist setzen Akzente

Leonard Cohens „Hallelujah“ hat einen hohen Wiedererkennungswert und geht vom Ohr auf direktem Weg ins Herz. Die Zuhörer bejubelten überdies die einfühlsame Wiedergabe des hoffnungsvollen „I believe“ von E. Drake am Ende des ersten Blocks. Bereichert wurde der Song vom klassisch ausgebildeten Tenor Andreas Kramer und vom Klavierspiel des jungen Samuel Heinrich.

Für frischen Wind sorgte sodann das zehnköpfige Ensemble aus Ehningen. Beim Seemannslied „Wellermen“ taten sich einige Männer mit solistischen Einlagen hervor, und ihr musikalischer Leiter Clemens König hämmerte wie wild in die Tasten des Pianos. „I want to hold your hand“ von den Beatles und der Hit „Ring of Fire“ des amerikanischen Country-Sängers Johnny Cash verstärkten den positiven Gesamteindruck.

Popchor stimmt nachdenklich

Die „Unerhörten“ trugen nicht nur englische, sondern auch spanische Titel vor, wie den Lobgesang für „Donna Maria“. Leisere Töne stimmten sie unter anderem bei Johannes Brahms’ „Erlaube mir, feins Mädchen“ an.

Mit den Sprechgesängen „Wir ziehen in den Frieden“ von Udo Lindenberg und „Nur noch kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko schlug der Popchor Neubulach ein anderes, nachdenklich stimmendes Kapitel auf.

Zum Schluss des zweieinhalbstündigen Liederabends besang der gastgebende Chor den „Sonnenaufgang“ ( Peter Cornelius), beschrieb mit volltönenden Stimmen die abenteuerliche Geschichte des Hahns von Onkel Giacometo (das Schlusskrähen sorgte für Gelächter im Saal), ließ die Schwabenhymne „Mir im Süden“ des A-cappella-Quintetts „Füenf“ aus Stuttgart erklingen und stimmte mit dem „Bierlied“ von R. Pappert schon mal gedanklich auf das anschließende gemütliche Beisammensein mit Speis und Trank in der Silberdistelhalle ein.