Homogenes Vokaltrio: Viola Galli, Lara Wolff und Sylvia Nopper (von links). Foto: Jürgen Scharf

Momente des Innehaltens in der hektischen Vorweihnachtszeit schuf das Trio someāl um Sylvia Nopper in einem ausgewählten Liederprogramm in Grenzach-Wyhlen.

Alles hat seine Zeit. Und jetzt ist die Zeit der klingenden Weihnacht. Unter dem Titel „Ein Licht in der dunklen Zeit“ – titelgebend war ein neues alpenländisches Lied - sang das Vokaltrio someāl in der gut besuchten evangelischen Kirche in Grenzach himmlische Musik zur Weihnachtszeit.

 

Sylvia Nopper und ihre beiden Mitsängerinnen Viola Galli und Lara Wolff öffneten eine Liederfundgrube mit schönsten Krippenliedern und Weihnachtsgesängen aus fünf Jahrhunderten. Da hieß es in ihrer fröhlichen Botschaft: „Nun singt und seid froh“.

Zu hören waren kunstvolle weltliche und geistliche Weisen vom Mittelalter bis heute, alles in der hohen Kunst des A-cappella-Gesangs. Es war aber nicht nur ein Best-of der bekannten Weihnachtslieder, sondern auch viel Unbekanntes dabei, gesungen von drei reinen, klaren oder - um im Kontext zu bleiben - engelsgleichen Stimmen.

Homogenität als Stilprinzip

Die Sopranistinnen gaben ein kleines Wandelkonzert in der Kirche, wanderten mal auf die Empore, sangen im Altarraum und auf den Stufen zum Altar oder passend zu einem Liederteil neben der Krippe.

Das Programm war geschickt unterteilt in sechs Blöcke: das Licht, das Wunder, das Kind, die Rose, die Krippe, die Freude. Die Vokalistinnen um die bekannte Grenzacher Sängerin Sylvia Nopper sangen diese niveauvollen Lieder in festlicher Stimmung, mit viel Liebe und einer mustergültigen Plastizität der Stimmführung. Bis auf wenige Male beim Ansingen der richtigen Tonhöhe war die Intonation der drei Stimmen tadellos und hervorragend aufeinander abgestimmt.

Da schienen drei Stimmen mit gleichem Atem zu schwingen und zu singen. Das Trio someāl hat Homogenität als Stilprinzip. Und mehr als einmal, bei den wunderbaren musikalischen Sätzen von Michael Praetorius, Johann Sebastian Bach, Melchior Vulpius oder Händels „Tochter Zion“, konnte man sich als Zuhörer sagen: Schöner die Stimmen nie klingen.

Es gab auch ganz spezielle musikalische Weihnachtsgrüße wie „In dulci jubilo“ und „Vom Himmel hoch“, wo die drei Sängerinnen den Zuhörern musikalisch „Frohe Weihnachten“ wünschten. Die Begegnung mit neuen alpenländischen Weihnachtsliedern für drei gleiche Stimmen aus dem Liederheft „A Liacht in der dunklen Zeit“ von Kathi Stimmer-Salzeder, einer sehr fleißigen bayrischen Liedermacherin und Verlegerin, waren eine echte Entdeckung. Aus dem großen Katalog ihrer Lieder hörte man drei sehr volkstümliche, frisch und kernig vorgetragene Weisen in bayrischer Mundart.

Auch Klassiker dabei

Nicht fehlen durfte bei diesem Weihnachtslieder-Potpourri das Lieblingslied der Deutschen, ja das bekannteste Weihnachtslied der Welt: „Stille Nacht“ auf den Text eines Salzburger Pfarrers vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Seit 2011 gehört dieser Weihnachtsklassiker, der in hunderte Sprachen und Dialekte übersetzt wurde, zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Mit den weiteren Zugaben „Maria durch ein Dornwald ging“ und „O du fröhliche“ zum Mitsingen fürs Publikum strahlte dieses Adventskonzert zum Thema „Licht in der Dunkelheit“ etwas Lichtvolles und eine besinnliche Ruhe aus - genau das Richtige zum Innehalten in der Vorweihnachtshektik.

Dass die Sängerinnen aber nicht aus der Zeit gefallen sind, zeigte, dass sie die Noten der alten Melodien vom modernen Tablet ablesen.

Sylvia Nopper war vom Auftritt in der schönen Kirche vor so vielen ihr vertrauten Menschen berührt: „Das ist ein Highlight meines Jahres“. Und ihre Ankündigung, nächstes Jahr wieder ein Konzert zu geben, vielleicht sogar „etwas Größeres“, wird die Nopper-Fangemeinde erfreut haben.