Die Vision „Stadt-Kultur-Halle“ des Fördervereins Lichtspielhaus Schramberg. Foto: Lars Bornschein

Der Förderverein Lichtspielhaus hielt seine erste Mitgliederversammlung in Schramberg ab und hat reichlich Pläne für die Zukunft.

Seit zwei Jahrzehnten ist das Lichtspielhaus Schramberg geschlossen, seit acht Jahren gehört es der Stadt Schramberg und seit einem Jahr unterstützt ein Förderverein die Eigentümerin bei der Erforschung, Erhaltung und Entwicklung des hochrangigen Kulturdenkmals.

 

Die Mitglieder und Gäste waren überrascht, was der aus einem bereits 2017 gebildeten Freundeskreis entstandene Förderverein seit seiner Gründung auf den Weg gebracht hat. Vorgestellt wurde vor allem die Vision einer „Stadt-Kultur-Halle“ mit einem Konzept zur Planung einer Interimsnutzung zum 100-jährigen Jubiläum am 28. Oktober 2028.

Das Lichtspielhaus ist aus Sicht des Fördervereins eine große Chance, mit einem denkmalgeschützten Bestandsgebäude als Kernprojekt des „Stadtentwicklungsprogramms Schramberg 2030+“ zu einer einzigartigen „Stadt-Kultur-Halle“ mit überregionaler Strahlkraft zu kommen, um die man sich in Schramberg seit dem 1922 gegründeten „Stadthallenverein“ und dem 1978 gegründeten und 2023 aufgelösten „Förderverein Fünftälerhalle“ bisher ergebnislos bemüht hat.

Die Vorstandsmitglieder Lars Bornschein und Jo Glaser zeigten das Potenzial einer „Stadt-Kultur-Halle“ und den Weg zu ihrer Realisierung auf.

Nutzungen für Veranstaltungen geplant

Der nächste Schritt wird eine Planung sein, wie das Gebäude ohne spätere Sanierung für Veranstaltungen aller Art zunächst nutzbar gemacht werden könnte – wie zum Beispiel zwei bereits angedachte Konzerte der Stadtmusik Schramberg.

Ehrenbürger Herbert Zinell, bereits in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister vor 25 Jahren mit ersten Überlegungen zur Zukunft des historisch kostbaren Kinos im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ der Weimarer Republik befasst, dankte dem Vorstand in seiner Ansprache zur Entlastung für die bisher geleistete Arbeit und würdigte die Vision „Stadt-Kultur-Halle“ mit einer pragmatischen und realistischen Planung einer Interimsnutzung in einer Zeit vieler Probleme als „Botschaft der Hoffnung und Zuversicht“.

Daneben betont der Förderverein auch die Bedeutung des 1928 von dem deutsch-amerikanisch-jüdischen Filmindustriellen und Hollywoodgründers Carl Laemmle (1867 bis 1939) aus Laupheim gebauten Lichtspielhauses als zeitgeschichtlicher Erinnerungsort, da es auf Initiative der Stadtverwaltung in der Zeit des Nationalsozialismus zu einem Besitzerwechsel kam.

Beitritt in Gedenkstättenverbund

Der Förderverein ist daher auch dem Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb beigetreten und hat sich mit einem Beitrag über das Gebäude an einem kürzlich veröffentlichen Wegweiser zu solchen Erinnerungsorten in der Region beteiligt, den die Mitglieder als Jahresgabe erhielten.

Das zentrale Projekt des Fördervereins war jedoch die Begleitung und Unterstützung eines Filmprojektes mit dem Titel „Spiel des Lichts“ – auch durch eine Förderung durch den Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, über die Schatzmeister Rainer Langenbacher berichtete. Der professionelle Kinofilm ist eine Idee des Filmtontechnikmeisters Volker Armbruster und wird vom Film Theater Forum Freudenstadt ehrenamtlich realisiert. Dazu wurden mittlerweile Filminterviews mit 14 Personen geführt – in diesem Jahr auch mit Professor Hannes Stöhr von der Hochschule für Medien in Stuttgart über Leben und Werk von Carl Laemmle.

Im neuen Jahr plant der Förderverein daher auch eine Exkursion nach Laupheim, um durch einen Besuch der Dauerausstellung „Carl Laemmle – Ein Laupheimer in der Welt“ des „Hauses der Geschichte Baden-Württemberg“ im „Museum zur Geschichte von Christen und Juden“ noch mehr über die faszinierende Persönlichkeit zu erfahren, der Schramberg sein bald 100 Jahres altes Lichtspielhaus zu verdanken hat.