So ein Pech: Viel hat die Gemeinde Bitz schon in den Brandschutz der Lichtensteinschule investiert. Nun wird es erneut teuer für den Kämmerer. Foto: Ulrike Zimmermann

Kräftig schlucken mussten die Bitzer Gemeinderäte, als sie in ihrer jüngsten Sitzung über die Erneuerung der Brandschutzanlage im Bildungszentrum erfuhren: Satte 62 000 Euro sind dafür fällig.

Dass Brandschutz ins Geld geht, ist dem Gemeinderat Bitz nicht unbekannt. Bereits im Jahr 2005 war bei einer Brandverhütungsschau festgestellt worden, dass die Lichtensteinschule nicht über den notwendigen zweiten Fluchtweg für die Klassenzimmer im Obergeschoss verfügt.

 

Bei einem Ortstermin im Juli 2006 hatte der Kreisbrandmeister vorgeschlagen, die Flure zwischen den Treppenaufgängen rauchdicht zu verschließen. Außerdem wurden Zwangsbe- und -entlüftungen sowie Rauchmeldeanlagen gefordert.

Fluchttreppen für die Außenfassade

Schon damals musste die Kommune für die brandschutztechnischen Maßnahmen – den Bau von zwei Laubengängen mit Fluchttreppe aus Stahl an der Außenfassade – und die Brand- und Rauchmeldeanlage tief in die Tasche greifen.

Bei der ersten Ausschreibung 2007 ging kein Firmenangebot ein, erst bei der zweiten Ausschreibung im Februar 2008 gaben sechs Firmen ein Angebot ab. Das günstigste Angebot betrug damals 67 405 Euro – 23 400 Euro mehr als der Kostenvoranschlag. Im Juni 2008 waren die Arbeiten abgeschlossen und mit zwei Rettungswegen ein hohes Sicherheitsgefühl erreicht.

Beim Umbau der Schule mit Kindergarten 2017/18 wurde die Brandanlage noch einmal erweitert. Nun sind jedoch Teile der Anlage defekt, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Aus diesem Grund muss sie komplett erneuert werden. Da mit der Firma König aus Balingen ein langjähriger Wartungsvertrag für die Brandmeldeanlage besteht, hat die Verwaltung ein Angebot bei dieser Firma eingeholt – es beläuft sich auf rund 62 000 Euro.

Die Melder taugen noch

Laut dem Bitzer Planungsbüro Strehlau sind die Preise aus dem Angebot angemessen, da die Einheitspreise einzelner Positionen unter dem Durchschnitt der jüngsten Projekte des Planungsbüros liegen. Außerdem gibt es einen entscheidenden Vorteil: Bei einem Neueinbau durch dieselbe Firma kann der Bestand der rund 300 Melder direkt übernommen werden. Bei einem anderen Hersteller müsste das Planungsbüro sämtliche Melder dahingehend überprüfen, ob die Anforderungen alle noch erfüllt sind, und falls nicht müsste umgeplant und eventuell die Anzahl der Melder erhöht werden – zusätzliche Kabelführung inklusive.

Die Balinger Firma berechnet weniger

Zudem ist die Anlage zurzeit in einem speziellen Schrank eingebaut, der im Fall eines Auftrags an die Firma König übernommen werden könnte. Diese Kosten sind im Angebot der Balinger Firma daher nicht enthalten, müssten bei einem anderen Hersteller noch hinzugerechnet werden.

Im laufenden Haushalt sind für die Maßnahme 45 000 Euro eingestellt. Das Angebot der Firma König liegt 17 000 Euro über dem Planansatz.

Der Gemeinderat fügte sich in die Notwendigkeit, folgte der Empfehlung der Verwaltung für die Auftragsvergabe an König und segnete die außerplanmäßigen Kosten einstimmig ab.