13 Friedhöfe gibt es in und um Balingen. (Symbolfoto) Foto: Pixabay

Das Grab eines lieben Menschen ist für viele Menschen ein Ort der Trauer, aber auch des Trostes. Doch längst nicht alle können sich eine prachtvolle Ruhestätte leisten.

Auf dem Stadtfriedhof Balingen und den Grabfeldern in den Stadtteilen – insgesamt also auf 13 Friedhöfen – gibt es rund 9000 Grabstellen. Etwa 6000 davon sind laut Dennis Schmidt, Sprecher der Stadt Balingen, belegt. Die Angehörigen haben dabei eine erkleckliche Auswahl, wie sie den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte betten.

 

Wer sich für eine Erdbestattung entscheidet, der kann sich zum Beispiel für ein Wahlgrab entscheiden. Ist dieses doppelbreit, werden 6640 Euro fällig, der aktuell teuerste Preis in der Gebührenliste. Ein einfaches Wahlgrab wird in der Friedhofsordnung mit 3320 Euro beziffert.

Muslimisches Gräberfeld Richtung Mekka

Möglich sind in Balingen auch Bestattungen im Rasenreihengräber, Kindergräber, Grabstellen für Sternenkinder und ein muslimisches Gräberfeld, das Richtung Mekka ausgerichtet ist, ist ebenfalls angelegt. Wird der Leichnam eingeäschert, kann die Urne in einem Grab, einer Mauernische, einer Grabkammer in einem Urnenbaumgrab oder in einer Gemeinschaftsanlage bestattet werden, welche von der Stadt gepflegt wird.

Das muslimische Gräberfeld auf dem Balinger Friedhof ist Richtung Mekka ausgerichtet. Foto:  Thiercy

Ein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Für ein Kindergrab müssen sie mit 480 Euro Gebühren rechnen. Hinzu kommen die Bestattungsgebühren, die in Balingen für Menschen unter zehn Jahren auf 610 Euro festgesetzt sind. Eine Grabstelle für Sternenkinder kostet 220 Euro.

So hoch sind die Bestattungskosten

Mit der Bezahlung der Grabkosten ist es noch nicht getan. Die Bestattung von Personen ab 10 Jahren kostet 870 Euro, die Urnenbestattung 570 Euro. Wird die Urne in einer Mauernische oder Grabkammer beigesetzt, werden 200 Euro aufgerufen. Wenn Trauernde für die Beerdigung die Leichenhalle in Anspruch nehmen, kommen noch weitere 200 Euro dazu.

Wie lange darf ein Mensch in seinem Grab ruhen? Zwischen zehn und 25 Jahren, erklärt Schmidt. Die Angehörigen können allerdings eine Verlängerung beantragen – gegen Gebühr.

Das Holzkreuz muss nach zwei Jahren weg

Nicht alle Gräber auf dem Balinger Friedhof sind top in Schuss. Manche wirken etwas verwahrlost. Da sieht man sichtlich in die Jahre gekommene Schalen, vertrocknete Blumen oder auch Unkraut. In solch einem Fall bekommen die Angehörigen Post von der Stadt Balingen. Offenbar wird sich dann gekümmert, denn es gab laut Schmidt kaum einen Fall, in dem weitere Maßnahmen ergriffen werden mussten.

Was man pflanzen darf, dazu gibt es keine Vorgaben. „Es sollte sich aber im Rahmen der Grabstelle halten und nicht zu hoch wachsen,“ so Schmidt auf Anfrage. Die stattliche Eiche kommt also nicht in Frage und auch das bei Beerdigungen üblicherweise in die Erde gebrachte Kreuz ist nicht auf Dauer erlaubt. Nach längstens zwei Jahren muss ein Grabmal errichtet werden.

Etwa sieben städtische Mitarbeiter sorgen dafür, dass rund um die Gräber alles in Schuss ist. Ein Gräberfeld wird von einer Gärtnerei gepflegt. Und das ist auch der Tipp für all jene, die schon zu Lebzeiten aussuchen möchten, wo sie begraben werden wollen: jenes Gräberfeld ist das einzige, bei dem man sich schon zu Lebzeiten einen Platz reservieren kann.

Es gibt auch kuriose Regeln

Geregelt ist all das in der 22 Seiten langen Friedhofsordnung der Stadt. Dort gibt es auch einige kurios anmutende Regeln. So darf man nicht mit dem Auto zwischen den Gräbern herumfahren und verkaufen darf man auf dem Friedhof auch nichts. Särge dürfen höchstens 2.05 Meter lang, 65 Zentimeter hoch und ebenso breit sein. Ist der Verstorbene ein Riese gewesen oder sehr dick, muss ein größerer Sarg her – und der muss vorab von der Stadtverwaltung genehmigt werden. Auch kurios: Grabsteine und Grabzubehör dürfen nicht durch Kinderarbeit entstanden sein.