Lewis Hamilton ist mit sieben WM-Titeln gemeinsam mit Michael Schumacher Rekordweltmeister in der Formel 1. Foto: AFP//CHRISTIAN BRUNA

Die Vertragsverlängerung von Lewis Hamilton mit Mercedes bis 2023 ist ein Zeichen: Der Brite hat noch viel vor in der Formel 1 und will mindestens noch einmal Champion werden, meint unser Sportredakteur Jürgen Kemmner.

Stuttgart - Unvermittelt erwischte die Formel 1 die Nachricht, dass Lewis Hamilton und Mercedes bis 2023 gemeinsame Sache machen – üblicherweise beginnt die „silly season“, in der die Vertragspoker stattfinden, erst nach der Sommerpause. Nun sind die langjährigen Vorfahrer der Rennserie vorgeprescht und haben sich die Treue versprochen. Das war ein wichtiges Zeichen, nachdem sich die Gespräche über den aktuellen Vertrag länger hingezogen hatten als jede Papstwahl. Diese Hängepartie kostete die Beteiligten Zeit, Kraft und Nerven; nach außen blieb der Eindruck kleben, dass die viel beschworene Harmonie im Team gar nur vorgegaukelt sein könnte.

 

Es wäre falsch, dies als Ursache dafür zu werten, dass der Silberpfeil und Hamilton aktuell die zweiten Plätze im Kräftemessen hinter Red Bull und Max Verstappen belegen. Mit der frühen Vertragsunterzeichnung setzen der britische Starpilot und die Formel-1-Abteilung des Daimler-Konzerns ein unmissverständliches Zeichen: Beide Seiten sind untrennbar vereint in dem festen Willen, mit Hamiltons achtem WM-Titel Motorsportgeschichte zu schreiben. Der Rekord würde auf Mercedes abstrahlen – so könnte der globale Automobilkonzern den Ruf als Traditionsrennstall der Formel 1 weiter aufbauen. Denn es dürfte Hamilton wie Mercedes etwas schmerzen, wenn viele Menschen bei der Formel 1 zunächst an Ferrari und Michael Schumacher denken.

juergen.kemmner@stzn.de