Dietmar Benz wird Ende des Jahres als Bürgermeister von Mahlberg aufhören.32 Jahre leitete er die Geschicke der Stadt. Foto: Köhler

Welche Themen beschäftigen die Gemeinden 2026? Wir haken bei Bürgermeistern nach. In Mahlberg steht das letzte Amtsjahr von Dietmar Benz an. Die Themen gehen ihm nicht aus.

Einen der größten Programmpunkte 2026 in Mahlberg wird Dietmar Benz nicht als Hauptperson verfolgen: die Bürgermeisterwahl. Am 20. September ist es so weit und die Mahlberger wählen nach 32 Jahren oder vier Amtszeiten Benz’ Nachfolger. „Eine interessante Adresse“, nennt der Rathauschef sein Städtle, dessen Entwicklung er seit 1994 verantwortet. „Wir sind schuldenfrei, außer im Eigenbetrieb Wasserwerk, da haben wir ein paar Schulden. Die Verwaltung ist gut aufgestellt, gut strukturiert.“ Das Amt des Mahlberger Bürgermeisters sei geeignet „für einen jungen Beamten mit Berufserfahrung. Er hätte gute Startbedingungen“, meint Benz. Er zeigt sich überzeugt, dass sich attraktive Bewerber finden werden.

 

Bahnbrücken werden Stadt finanziell belasten

Seinem Nachfolger mitgeben wird Benz zwangsläufig „einige Maßnahmen, die unseren Geldbeutel strapazieren werden“. Mit dem Ausbau der Rheintalbahn werden früher oder später auf Mahlberger neue Bahnbrücken nötig werden und Benz will sich nicht darauf verlassen, dass die Deutsche Bahn die Kosten trägt. „Solche Infrastruktur kostet und Millionen. Wir werden diese Investitionen tätigen – und priorisieren müssen.“ Benz verweist auf generell schwierige finanzielle Zeiten, in Mahlberg zuletzt durch den Wegfall einer Einnahmequelle verschärft wurden (wir berichteten). „Eine Million Euro Vergnügungssteuer fällt jetzt weg. Das Geld fehlt dauerhaft.“

Auch der Bau einer ortsinternen Umfahrung zählt zu den Zukunftsprojekten. Eine neue stadteigene Trasse ist notwendig, sobald die neue Kreisstraße gebaut ist. Benz rechnet damit, dass den aktuell nur gering befahrenen Schmiedeweg künftig bis zu 4500 Fahrzeuge täglich nutzen werden, wenn die neue K 5344 Mahlberg westlich angeschlossen ist. Damit die Autos und Lastwagen nicht durch die Ortsstraßen rollen müssen, plant die Stadt eine neue Straße Richtung Kreuzweg, sodass der Verkehr weiter über die Industriestraße bis zum Kreisverkehr am Ortseingang geführt werden kann. 2,8 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. „Das Gute ist, dass wir auch ein Gewerbegebiet entwickeln können“, blickt Benz voraus.

Mehrzweckhalle in Orschweier hat Priorität

„Äußerste Priorität“ hat in diesem Jahr jedoch die Fertigstellung der Arbeiten an der Mehrzweckhalle in Orschweier. „Ende November“, schätzt Benz, könne die Wiedereröffnung sein. „Das muss jetzt zügig vonstattengehen.“ Nachdem die Stadt zwischenzeitlich das Büro gewechselt hatte, das die Sanierung betreut, laufe das Projekt nun „auf guter Schiene“. Und die Fertigstellung werde Zeit: „Dann können die Narren die Fastnacht wieder in ihrem Ort feiern.“

Die Sicherung der Wasserqualität ist ein weiteres Thema, das in Mahlberg in diesem Jahr ansteht. Über ein undichtes Regenüberlaufbecken, so Benz, gelange Mischwasser aus der Kanalisation an die Oberfläche – und anschließend möglicherweise wieder ins Grund- und damit ins Trinkwasser. „Acht bis zwölf Millionen Euro“, schätzt Benz, muss die Stadt für das Gesamtprojekt ausgeben. Geld, das über die (Ab-)Wassergebühr wiederum auf den Gebührenzahler zurückfällt. Thematisch verwandt: In der Ortsmitte (fünf Millionen Euro) sowie im Gewerbegebiet Dyn-A 5 (eine Millionen Euro) stehen Kanalsanierungen an.

Die Schule bekommt eine neue Heizung

Ebenso wird Mahlberg Geld in die Schule stecken. 800 000 Euro sind für eine neue Heizung vorgesehen. Hinzu kommen die Sanierung des Dachs der Grundschule und Brandschutzmaßnahmen für rund 700 000 Euro.

Ein Ereignis, auf das sich Benz in diesem Jahr sehr freut, ist die 800-Jahr-Feier im Ortsteil Orschweier. Hier steht am 30. April ein Fest an. Das werde aber „nicht ganz so groß ausfallen wie das in Mahlberg 2018“, sagt der Bürgermeister. Doch die Orschweierer werden es sich nicht nehmen lassen, zum Jubiläum fröhlich in den Mai zu tanzen, ist sich Benz sicher.

Weiter sollen der Narrenschopf und die Gebäude in der Gartenstraße 1 bis 3 in Orschweier energetisch saniert werden. „Ein Anliegen“ sei es dem Bürgermeister, die zwei noch offenen Grundstücke in den Baugebieten zu vermarkten. Und sonst? „Wir werden die Weichen stellen für die Planungen für neue Projekte“, sagt Benz. Deren Umsetzung obliegt dann wohl bereits seinem Nachfolger.

Erst 24, dann 32 Jahre

Seit 1970, also in 56 Jahren, hatte die Stadt Mahlberg nur zwei Bürgermeister. Damals wurde der im Mai 2023 verstorbene Ulrich Hehr Rathauschef. Sein Nachfolger war Dietmar Benz, der das Amt im Jahr 1994 antrat.