In Calw durfte der Präsident des MC Berets eine letzte Fahrt erleben. Die Dankbarkeit seiner Freunde zeigte sich nun in einer Spende an das DRK.
Mitglieder des Motorradclubs Berets besuchten nach einer bewegenden Erfahrung die DRK-Kreisgeschäftsstelle in Calw – im Gepäck eine Spende über 1000 Euro. Der Grund für ihr Engagement: Chicken, der Präsident des Motorradclubs hatte kurz vor seinem Tod eine letzte, besondere Abschiedsfahrt erleben dürfen – ermöglicht durch das DRK-Projekt „Glücksmomente“.
Was die DRK-Kreissozialleiterin Marlene Rupprecht an diesem Tag besonders freute, war nicht nur die Spende, sondern auch die beeindruckende Anzahl der Clubmitglieder, die den Weg zur Kreisgeschäftsstelle gefunden hatten, heißt es in der Pressemitteilung.
Clubmitglied Eiche erinnerte an den Moment, als nach einem Telefonat mit Birgit Klaus, Koordinatorin der „Glücksmomente“, innerhalb von nicht einmal einer Woche die Fahrt für Chicken organisiert werden konnte. „Wir waren beeindruckt, dass in dieser kurzen Zeit so etwas auf die Beine gestellt werden konnte. Wir sind sehr, sehr dankbar. Auch wenn das Abschiednehmen sehr schwer war.“
Menschen in schwierigen Lebensphasen
Birgit Klaus erläuterte den versammelten Bikern, welche Fahrten das Projekt ermöglicht: Ausflüge für Menschen, die in einer schwierigen Lebensphase sind, Begleitungen, die medizinische Unterstützung erfordern, letzte Wünsche, die erfüllt werden. Die Worte von Hans-Peter Hain, Rettungsdienstmitarbeiter und ehrenamtlich für die „Glücksmomente“ tätig, fanden an diesem Tag besonderes Gewicht: „Man bekommt von den Gästen und deren Angehörigen bei jeder Fahrt so viel Dankbarkeit zurück. Ich war echt geflashed, als wir zum Clubheim der MC Berets kamen. Die Beziehung zwischen den Clubmitgliedern hat man sehr beeindruckend gespürt. Das hat auch uns berührt.“
Ein Motorradclub-Mitglied wollte wissen, wie die ehrenamtlichen Begleiter solche emotional fordernden Fahrten verarbeiten. Barbara Graf, die Chicken im November gemeinsam mit Hans-Peter Hain auf seiner Fahrt begleitet hatte, antwortete offen: „Einige Ehrenamtliche haben durch ihren beruflichen Hintergrund mit schwerkranken Menschen zu tun oder erleben menschliche Schicksale. Dennoch ist die Frage wichtig, denn es macht auch etwas mit uns. Wir müssen diese Erlebnisse verarbeiten, damit wir für unsere weiteren Fahrgäste wieder da sein können.“
Ein Ziel gibt zusätzliche Kraft
Die Wirkung eines letzten Wunsches beschrieb Rupprecht so: „Man spürt, wenn die Menschen noch mal ein Ziel haben, dann gibt es ihnen zusätzlich Kraft. Wichtig ist es für Familie und Freunde, noch mal einen schönen Moment zum Abschied im Gedächtnis zu haben. Wir möchten Betroffenen und Angehörigen das Abschiednehmen dadurch ein Stück weit erleichtern. Und durch diese Freude, die unsere Ehrenamtlichen bereiten, tanken diese ebenso Kraft.“ Birgit Klaus betonte, dass sich das DRK-Projekt „Glücksmomente“ nur über Spenden finanzier. Deswegen sei man dankbar für jede Unterstützung.