So sah die Baustelle zwischen jüdischem Friedhof und ehemaliger Tankstelle Haasis in Haigerloch noch im August aus: über dem historischen Mühlenkanal wurde eine Stahlbetonplatte eingebaut, die das Gewicht schwerer Fahrzeuge nach außen ableitet und somit verhindert, dass der Kanal einbricht. Foto: Kosz

Monatelang war das Städtle gefühlt eine einzige Straßenbaustelle. Die Autofahrer mussten viele Umwege in Kauf nehmen. Ab Freitag ist auch die L 360 entlang des jüdischen Friedhofs in der Unterstadt wieder befahrbar.

Haigerloch - Das Regierungspräsidium Tübingen teilte jetzt mit, dass die Arbeiten inzwischen soweit fortgeschritten sind, dass die Straße Am Mühlengraben (L 360) im Laufe des Freitagvormittags wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Jahrelang war die Straße insofern ein Problemfall, weil in etwa bei der Einmündung der steilen Zufahrtsstraße ins frühere jüdische Wohngebiet Haag unter der Landstraße ein historischer Kanal verläuft. Dieser ist gewölbt und gemauert und drohte unter der Last des über ihn hinweg fließenden Schwerverkehrs einzubrechen.

Straße erhält schon 2017 eine Tonnagebeschränkung

Aus diesem Grund war die Landesstraße bereits Ende des Jahres 2017 für Fahrzeuge gesperrt worden, die mehr als 3,5 Tonnen Gewicht hatten. Die einzige Ausnahme bildeten Rettungsfahrzeuge und Omnibusse.

Die Sperrung nahm man aber vor allem in Stetten nur zähneknirschend hin, bedeutete sie nämlich in der Konsequenz, dass sich schwere Lastwagen den Weg durch die Stettener Ortsdurchfahrt suchten. Deshalb drängte der Ortschaftsrat immer wieder auf eine rasche Sanierung dieser neuralgischen Stelle am jüdischen Friedhof in Haigerloch.

Bauarbeiten beginnen im April

In diesem Frühjahr war es dann soweit. Das Regierungspräsidium Tübingen beauftragte die Firma Steeb aus Sulz über das baulich angegriffene Natursteingewölbe des Kanals eine Art schützenden Deckel zu bauen. Am Mittwoch, 27. April, begannen die Arbeiten.

Eine Stahlbetonplatte, die über den Kanal gelegt und links und rechts der Straße auf festen Pfeilern steht, nimmt künftig jeglichen von Fahrzeugen ausgeübten Druck vom Kanal und entlastet das Gewölbe. Die Kosten für diese Baumaßnahme werden vom Regierungspräsidium mit rund 440 000 Euro angegeben.

L 360 wieder durchgängig befahrbar

Im Nachgang zur Verkehrsfreigabe schließen sich noch Restarbeiten an, die außerhalb des Verkehrsraumes der Landesstraße stattfinden können. Mit dem Ende der Bauarbeiten werden auch alle Sperrungen aufgehoben und die B 463 ist wieder vom früheren Gasthaus Schlössle in der Unterstadt anfahrbar. Das selbe gilt natürlich auch in umgekehrter Richtung: die Haigerlocher Unterstadt kann von der Bundesstraße (Einmündung bei der Stunzachbrücke angefahren werden.

Das Regierungspräsidium Tübingen dankt schließlich den Anwohnerinnen und Anwohnern, sowie den Verkehrsteilnehmern für ihre monatelange Geduld während der Sperrung und den damit verbundenen Behinderungen und Erschwernissen.

"Krebshalde" früher fertig

Wenige Wochen vor Abschluss dieser Baustelle waren die vom Landkreis beauftragten Straßenarbeiten die Krebshalde (K 7177) hoch zum Römerturm abgeschlossen worden. Dort verzögerte sich die Freigabe um gut vier Wochen, weil der neue Asphalt wegen der großen Sommerhitze nicht abkühlen konnte.